Triathlon allgemein

Erfurter Triathlet will warten, bis es wieder kribbelt

Jena.  Triathlet Christian Altstadt vom LTV Erfurt erteilt sich nach fünf Langdistanzrennen und vielen kleinen Wettbewerben erstmal Sportverbot. Doch die neue Saison reizt ihn

Christian Altstadt läuft beim Anhui-Challange ins Ziel. Der in Jena lebende Triathlet vom LTV Erfurt absolvierte in China sein fünftes Langdistanzrennen 2019.

Christian Altstadt läuft beim Anhui-Challange ins Ziel. Der in Jena lebende Triathlet vom LTV Erfurt absolvierte in China sein fünftes Langdistanzrennen 2019.

Foto: Sportfotograf.com

Ein Langdistanzrennen kann sehr lang werden, sehr lang. Fünf davon liegen hinter Christian Altstadt (32). Nach seinem Ausflug in die Provinz Anhui zum ersten international besetzten Triathlon auf chinesischem Boden ist der Jenaer Triathlet wieder zurück in der Heimat. Die Strapazen stecken nach einigen Tagen nur noch etwas in den Beinen, der Kopf wird wieder freier. Erstmal ist Nichtstun angesagt. Doch der Blick geht voraus.

Israman, Challenge in Roth, Ostseeman, Austria Triathlon in Podersdorf und nun Anhui. Fünf Mal 3,8 Kilometer Schwimmen, fünf Mal 180 Kilometer Rad fahren und fünf Marathons innerhalb von gut neun Monaten. Lust auf mehr?

Im Moment ehrlich gesagt nicht. Wenn ich jetzt noch ein Rennen mache, dann fahre ich noch tiefer in den Keller. Ich muss mich erstmal gescheit erholen.

Klingt, als wäre es ziemlich hart gewesen in Guangde?

Der Triathlon dort war eine richtig gute Sache. Aber ich bin froh, dass ich ins Ziel gekommen bin. Das haben nur acht Profis geschafft. Neuneinhalb Stunden ist jedoch nicht die Zeit gewesen, die ich mir vorgestellt habe.

Am Ende hat es zu Platz sieben gereicht. Was ist der im Nachhinein wert?

Ich würde es so formulieren: Er hat die Erkenntnis gebracht, dass ich doch hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben bin. Und vor allem, dass ich zu ausgebrannt gewesen bin, um eine Top-Leistung zu bringen. Insofern liegt der Wert in der Erfahrung, an die Grenze gestoßen zu sein. Sie lehrt mich Ehrfurcht, dass man so eine Langdistanz nicht aus dem Ärmel schüttelt. Und ich weiß zu schätzen, wenn ich richtig gut dabei bin.

Mit welchen Erwartungen waren Sie nach China gereist?

Perfekt wäre ein Platz unter den ersten drei gewesen. Aber man bekommt nichts geschenkt.

Was war passiert?

Beim Schwimmen lag ich noch sehr gut, auf dem Rad wurde es schlechter. Ich bekam Magenprobleme. Dann wird alles zu einer großen Herausforderung, zumal ich vorher überhaupt nicht schlafen konnte. Das ist das Überraschungspaket von Langdistanzrennen.

Davon haben sie fünf bestritten in diesem Jahr. Eine Menge Holz.

Ja, und in Summe sicher zu viel.

Wie meinen Sie das?

Wenn ich alle Wettkämpfe zusammenzähle, sind es so zwölf bis 14 in diesem Jahr gewesen. Bis Roth im Juni habe ich starke Ergebnisse erzielt, ein Sieg war dabei, in Israel. In der zweiten Jahreshälfte wurde es immer schwieriger. Der Akku lud sich einfach nicht mehr auf. Ich hätte nach dem zweiten Platz beim Ostseeman länger pausieren sollen, wie es mein Trainer Konrad Smolinski meinte.

Nehmen Sie sich jetzt eine Auszeit?

Erstmal ist Sportverbot angesagt. So lange, bis ich wieder Lust verspüre. Bis es wieder kribbelt. Und dann starte ich mit einem behutsamen Aufbau.

Klingt, als ließen Sie sich diesmal mehr Zeit als in der Vergangenheit?

Ich habe jetzt drei Jahre nie eine längere Pause gemacht als zwei, drei Monate. Ich muss geduldiger sein.

Um woraufhin zu trainieren im kommenden Jahr?

Es ist noch nicht spruchreif. Vermutlich werde ich die Ironman-Lizenz für Profis ziehen und vornehmlich Rennen unter diesem Label absolvieren. Frankfurt/Main wäre ein schönes Ziel. Das Rennen ist gleichzeitig Europameisterschaft. Vielleicht klappt es dort mit der Qualifikation für Hawaii im Herbst. Auf jeden Fall werden es weniger Langdistanzrennen als in diesem Jahr: nur zwei, drei und davor jeweils eine kurze oder Halb-Distanz. Und von den vielen kleineren Wettkämpfen, die ebenfalls Körner kosten, muss ich einige weglassen.

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