Erfurter Liebesentzug

Axel Lukacsek über die erkaltete Liebe der Fans vom FC Rot-Weiß Erfurt.

Foto: Peter Michaelis

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Die Anhänger des FC Rot-Weiß Erfurt haben die Trennung vollzogen – verbal jedenfalls. „Wir sind Rot-Weiß und ihr nicht!“, skandierte die Südkurve des Steigerwaldstadions, als sich die Spieler nach der peinlichen 0:1-Blamage gegen Halberstadt den Zuschauern näherten. Der Liebesentzug durch die Fans war der nächste Nackenschlag für eine ohnehin längst verunsicherte Mannschaft.

Eigentlich sollte der Einstieg der drei Investoren ja so etwas wie eine Aufbruchstimmung erzeugen. Es hätte das Signal sein können, dass es nach Monaten der Tristesse wieder bergauf geht beim FC Rot-Weiß Erfurt. Aber jener Effekt, sollte es ihn überhaupt gegeben haben, ist nun endgültig verpufft.

Der Insolvenzverwalter Volker Reinhardt ging meist auf Tauchstation, Trainer Thomas Brdaric bat stets um Geduld. Eine entscheidende Trendwende blieb trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – aus. Nun, nachdem in 14 Ligaspielen immer noch erst drei Siege zu Buche stehen, können sich die RWE-Verantwortlichen nicht mehr um klare Antworten herumdrücken. Denn längst schrillen alle Alarmglocken. Nur noch drei Spiele sind in der Hinrunde zu absolvieren, der mögliche Abstiegsplatz ist lediglich einen Punkt entfernt. Und dass zuletzt gegen Halberstadt noch nicht einmal mehr 3000 Zuschauer ins Stadion kamen, ist nicht nur mit dem tristen November-Wetter zu erklären.

Die Investoren haben vor drei Wochen bei ihrem Einstieg in Erfurt offiziell verkündet, dass sie keinen Erfolgsdruck ausüben wollen. Aber vielleicht sind klare Worte und ein Plan jetzt nötig, um aus der sportlichen Krise herauszufinden. Sonst geht die Talfahrt beim FC Rot-Weiß ungebremst weiter.

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