Hammerwurf-Trainer Hütcher: „Es geht darum, Talente zu fördern“

Nordhausen.  Im Interview der Woche spricht Sandra Arm mit dem Nachwuchs-Bundestrainer im Hammerwurf, Ron Hütcher, über das vergangene Trainingscamp in Berlin.

Beim Talentcamp in Berlin hatte Ron Hütcher (links, zweite Reihe) viele Sportler zur Verfügung.

Beim Talentcamp in Berlin hatte Ron Hütcher (links, zweite Reihe) viele Sportler zur Verfügung.

Foto: Sandra Arm

Susanne Keil, Betty Heidler, Kathrin Klaas: nur drei der bekanntesten deutschen Hammerwerferinnen. Ihr sportliches Arbeitsgerät haben sie längst zur Seite gelegt. Zeit für neue Gesichter: Carolin Paesler und Charlene Woitha schicken sich an, in ihre Fußstapfen zu treten. Generell ist es um den weiblichen Nachwuchs gut bestellt. Dafür verantwortlich ist ein Nordhäuser: Ron Hütcher, Bundestrainer für den weiblichen Nachwuchs im Hammerwerfen. Seine Aufgaben: sichten, trainieren, fördern. Wie zuletzt beim dreitägigen „Freunde der Leichtathletik Talentcamp Hammerwurf“.

Wie kam es zum Talentcamp Hammerwurf?

Diese Cup ist ein Novum. Wir haben erstmals über die Plattform leichtathletik.de ein Bewerbungsverfahren ausgelöst. Jeder Nachwuchsathlet hatte die Möglichkeit, sich bei uns per Video und einen Steckbrief zu bewerben. Uns haben 16 Bewerbungen erreicht. Zusätzlich haben wir nach den Leistungen beim Hammerwurfcup (Wettkampfserie) und den erbrachten Saisonleistungen geschaut. Daraufhin wurden durch uns jeweils sechs Mädchen und sechs Jungs zum Camp nach Berlin eingeladen.

Was erwartete die jungen Teilnehmer in den drei Tagen?

Das Training habe ich gemeinsam mit Steve Schneider, Landestrainer Sachsen, geleitet. Es gab zwei Schwerpunkte: Zunächst stand die Technik des Hammerwurfs in allen Variationen im Fokus. Den zweiten Schwerpunkt haben wir auf die Athletikausbildung gelegt. Darüber hinaus gab es an den Abenden noch zwei Höhepunkte: eine Gesprächsrunde mit Betty Heidler und Charlene Woitha sowie einen Besuch des Weihnachtsmarktes am Gendarmenmarkt.

Welche Resonanz haben Sie nach den Camptagen erfahren?

Durchweg positive. Das Camp wurde durch die Teilnehmer sowie mitreisenden Heimtrainer oder Eltern sehr positiv bewertet.

Bei diesen Rückmeldungen ist sicherlich schon ein nächstes Camp in Planung?

Unser Ziel ist es, dieses Camp jedes Jahr stattfinden zu lassen. Es geht darum, potenzielle Talente im Rahmen dieser Maßnahme weiter zu fördern, sich mit den Heimtrainern auszutauschen und neue Impulse für das Heimtraining zu geben.

Aus Ihrer Sicht: Wie ist es um den Hammerwurf-Nachwuchs in Deutschland bestellt?

Ich kann nur für den weiblichen Bereich sprechen. Es läuft recht gut. In der U18 und U20 haben sich die Leistungen der Athletinnen auf einem hohen Niveau stabilisiert. Das macht uns Hoffnung für die Zukunft. Unser Ziel muss es sein, dass wir die jungen Athleten in den kommenden Jahren an die Spitze des Aktivenbereichs heranführen. Außerdem sind wir weiterhin auf der Suche nach neuen Talenten. Dazu braucht es gut ausgebildete Trainer. Darin sehen wir unsere Aufgabe, sie fortzubilden und und zu begeistern, damit sich neue Nachwuchs-Hoffnungen für die Zukunft finden.

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