„Es liegt nicht am Präsidenten, es liegt am System“

Erfurt  Erfurt. Franz Beckenbauer über die Wiederwahl Sepp Blatters. Wie die Fifa besser gemacht werden könnte, weiß aber auch der Kaiser nicht.

Zum fünften Mal in Thüringen: Franz Beckenbauer gestern beim Golf in Mühlberg. Foto: Peter Michaelis

Zum fünften Mal in Thüringen: Franz Beckenbauer gestern beim Golf in Mühlberg. Foto: Peter Michaelis

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Am Freitag war Franz Beckenbauer zum Golfen in Thüringen. Zum fünften Mal spielte der Ehrenpräsident des FC Bayern bei den vom Erfurter Unternehmer Detlef Goss mit viel Mühe und Herzblut organisierten Charity Open in Mühlberg. Das Golfturnier hat mit seiner nunmehr neunten Auflage über die Jahre hinweg mehr als 600 000 Euro für wohltätige Zwecke eingespielt. Vor der abendlichen Gala in Erfurt fand Beckenbauer, der wegen der „schönen Burgen und bescheidenen Menschen“ immer gern nach Thüringen kommt, Zeit für Antworten auf ein paar aktuelle Fragen.

Hat Sie die Wiederwahl von Präsident Blatter überrascht?

Nein, das überrascht mich nicht. Blatter ist ohne Zweifel eine starke Persönlichkeit, die ein gewaltiges Standing in der Welt besitzt. Er hat ja im Grunde immer nur die Europäer gegen sich, sofern die überhaupt in der Lage sind, geschlossen aufzutreten.

Uefa-Chef Platini hatte jüngst einen Boykott der Fifa-Wettbewerbe, etwa der Weltmeisterschaft, als Druckmittel ins Spiel gebracht. Was halten Sie davon?

Ein Boykott bringt überhaupt nichts. Die Uefa hat ja noch nicht einmal einen eigenen Kandidaten vorzuweisen. Wenn ich etwas ändern will, dann muss ich eine Alternative anbieten.

Was muss in der Fifa passieren, um die schweren Vorwürfe aufzuarbeiten?

Zunächst muss man einmal sehen, wie die Fifa aufgestellt ist: Sie besteht aus 209 Nationalverbänden, darüber stehen die gewählten Konföderationen. Das sind alles demokratische Vorgänge. Die Frage ist: Wie soll die Fifa-Administration das alles überblicken? Wie willst du 209 Länder kontrollieren? Da werden immer Ungereimtheiten auftreten. Deshalb ist es auch nicht die Frage einer Person. Es ist eine Frage des Systems. Aber wie das anders, besser gemacht werden kann? Ich weiß es nicht.

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