Ex-Rot-Weiß-Spieler Zedi: „Ich wäre bereit“

Erfurt.  Der ehemalige Kicker Rudolf Zedi könnte sich vorstellen, zum FC Rot-Weiß Erfurt zurückzukehren und Trainer beim Regionalligisten zu werden.

In der Saison 2012/13 arbeitete Rudi Zedi bereits schon einmal als Co-Trainer für den FC Rot-Weiß Erfurt.

In der Saison 2012/13 arbeitete Rudi Zedi bereits schon einmal als Co-Trainer für den FC Rot-Weiß Erfurt.

Foto: Marco Kneise

Der Spaß ist zurück bei den Spielern vom FC Rot-Weiß Erfurt. Als Sinisa Veselinovic den Ball auf dem Trainingsplatz an der Cyriaksgebreite Freitagvormittag mit einem spektakulären Seitfallzieher versenkte, klatschen alle Spieler Beifall. Jene Szene wirkte wie eine Befreiung für eine Mannschaft, die mit nur 15 Treffern in 15 Punktspielen das Toreschießen verlernt zu haben schien.

„Die Stimmung ist gut. Robin Krüger und Rene Twardzik machen einen guten Job. Sie verstehen es, dass wir bei allem Ernst der Lage auch Spaß haben“, sagt Kapitän Lukas Novy über die beiden Interimstrainer, die seit der Entlassung von Thomas Brdaric am Mittwoch das sportliche Sagen haben.

Mit dem Spaß muss aber auch der Erfolg zurückkehren. Novy erhofft sich bei der Verpflichtung eines neuen Trainers deshalb ein Signal an das gesamte Umfeld. „Ich wünsche mir einen Mann, die hier vielleicht schon einmal gespielt oder mit dem Verein etwas erreicht hat und dem die Situation des FC Rot-Weiß nicht egal ist. Das wäre auch ein wichtiges Zeichen an unsere Fans.“

Gesucht wird also ein Mann mit rot-weißer DNA. Gepaart mit dem Anforderungsprofil, das Geschäftsführer Michael Krannich formuliert hat („Wir wollen einen jungen Trainer mit Regionalliga-Erfahrung“), käme unter anderem Rudi Zedi infrage. Der einstige Kapitän hat in Erfurt noch immer einen glänzenden Ruf. Vier Jahre (2003– 2005, 2010– 2012) trug er das Rot-Weiß-Trikot, absolvierte 134 Pflichtspiele (elf Tore) – mit dem Höhepunkt: Zweitliga-Aufstieg 2004. Nach seinem Karriereende sammelte der 45-Jährige in der Drittliga-Saison 2012/13 erste Trainererfahrungen als Assistent, erst unter Stefan Emmerling und dann unter Alois Schwartz.

Zedi: „Die ganzen Emotionen vergisst man ja nicht“

Danach hatte es ihn an die Nordsee verschlagen, wo er bei Kickers Emden in Personalunion Trainer, Sportdirektor und sogar eine Saison Geschäftsstellenleiter war. Den FC Rot-Weiß hat er weiterhin verfolgt. „Diese ganzen Jahre, die Emotionen vergisst man ja nicht.“ Und er könnte sich durchaus eine Rückkehr nach Thüringen vorstellen.

„Klar wäre ich bereit für Gespräche“, sagt Zedi, dessen Spieler-Credo auch für ihn als Trainer gilt: „Ich stehe für ehrlichen Fußball.“ Die für die Regionalliga benötigte A-Lizenz besitzt der Ex-Profi. Derzeit arbeitet er als Sport- und Fitnesskaufmann in der Nähe von Emden.

Derweil sondieren Geschäftsführer Krannich, Insolvenzverwalter Volker Reinhardt und Investor Franz Gerber die Bewerbungen, die den Verein aus ganz Deutschland erreicht haben. „Wir schauen, wer als Kandidat geeignet ist und werden dann Gespräche führen“, sagte Krannich. Als mögliche Kandidaten wurden zuletzt Maximilian Dentz (30) als ehemaliger Trainer von RWE-Ligarivale Germania Halberstadt und Fabian Gerber (39) genannt. Der Sohn des Investors gehört derzeit zum Trainerstab des Zweitligisten 1. FC Nürnberg.

Egal wer der neue Trainer sein wird, Kapitän Novy ist sich mit seinen Kollegen durchaus bewusst, dass nun die zuletzt viel kritisierte Mannschaft am Zuge ist. „Jetzt brauchen wir Erfolge. Wir müssen unseren Job machen und liefern“, sagte der Tscheche: „Wir wollen in den vier Ligaspielen bis Weihnachten so viele Punkte wie möglich holen, damit wir nicht mehr auf einem Abstiegsplatz stehen.“