FC Carl Zeiss Jena: Lichtblick Dedidis im Pech

Rostock.  Nach der 0:4-Klatsche in Rostock geht es für den FC Carl Zeiss Jena am Samstag gegen Köln weiter.

Mit „vier Dingern“ im Gepäck, wie Teamchef René Klingbeil sagte, verließ Fußball-Drittligist FC Carl Zeiss Jena am Mittwochabend das Ostseestadion. Jede Menge Aufarbeitungsbedarf fuhr nach dem 0:4 beim FC Hansa mit im Bus gen Thüringen. „Letztendlich waren es individuelle Fehler, die uns mit 0:3 in die Halbzeit schicken“, legte Klingbeil den Finger in die Wunde.

In der Tat leisteten die Saalestädter bei den Hanseaten Aufbauarbeit Ost, verhalfen Rostock zu einem wichtigen Erfolg im Aufstiegskampf und verteilten dabei gleich mehrere Geschenke. Vor dem 0:1 zum Beispiel, als Patrick Schorr, der nach langer Verletzung mal wieder ran durfte, eine katastrophalen Fehlpass spielte. Pascal Breier bedankte sich bei ihm und beim viel zu zögerlichen Jo Coppens im FCC-Tor mit der Hansa-Führung (16. Minute).

Gute erste Viertelstunde

Dabei habe man „die ersten 14, 15, 16 Minuten ein sehr gutes Spiel gemacht“, fand Klingbeil zurecht. Und der gerade einmal 20-jährige Vasileios Dedidis hätte den FCC, der nach dem feststehenden Abstieg befreit aufspielen konnte, bei seinem Startelfdebüt fast in Führung geschossen (11.). „Mit der Chance, das war ein bisschen unglücklich. Ich muss schnell entscheiden, innerhalb weniger Millisekunden“, sagte das Talent. Anders als bei seinen zwölf Oberliga-Toren ging das Spielgerät diesmal daneben. „Schade, dass er ihn nicht reinmacht. Aber gar kein Vorwurf an ihn“, sagte Klingbeil.

Pech hatte der in Weimar geborene Mittelstürmer, der froh war, „dass der Trainer mir das Vertrauen geschenkt hat“, bei seinem Abseitstreffer in der 33. Minute. Doch zumindest deutete Dedidis in diesen beiden Szenen an, dass er einer ist, der in der kommenden Saison dem FC Carl Zeiss in der Regionalliga beim Ziel direkter Wiederaufstieg helfen kann. Zur Pause musste er raus, ein Stechen und Ziehen im linken Oberschenkel beendete sein Debüt früher als geplant. „Ich hoffe, ich kann in den nächsten Spielen noch treffen“, sagte das Talent, das bald wieder eine Chance bekommen will. Das Spiel am Sonnabend im Ernst-Abbe-Sportfeld gegen Viktoria Köln könnte Dedidis aber verpassen.

Klingbeil bedient

Gegen Rostock hätte in der zweiten Halbzeit aber wohl auch kein Tor von ihm mehr geholfen. Nico Hammann und Aytac Sulu, jeweils mit leichtfertigen Ballverlusten gegen Hansas Nikolas Nartey, verteilten nämlich noch vor dem Kabinengang die Geschenke zwei und drei. Nutznießer waren erneut Breier (44.) und Maximilian Ahlschwede, der den Elfer, den Coppens nach Sulus-Schnitzer gegen Nartay verursachte, im Tor der Gäste unterbrachte (45. +1). Klingbeil war bedient: „Wir müssen uns sagen, dann hauen wir das Ding einfach mal auf die Tribüne, ins Aus. Dann geraten wir auch nicht in die Gefahr, ein Tor zu bekommen.“

In der zweiten Hälfte brachte der 39-Jährige mit Max Gottwald, Laurens Zintsch und Niclas Fiedler weitere Talente. Hansa traf noch durch Rasmus Pedersen zum 0:4-Endstand (88.). Hätte aber nicht nur wegen des verschossenen Elfers von Nico Granatowski (61.) durchaus höher gewinnen können.

„Da müssen wir dran arbeiten, das müssen wir besser machen“, lautete Klingbeils Vorgabe für das Köln-Spiel. Angesichts des straffen Programms und der müden Beine gehe gegen jeden Gegner etwas. Das kann man mit Blick auf den FC Carl Zeiss nur hoffen.