FC Carl Zeiss Jena nach 2:0-Zitterpartie bei der BSG Chemie Leipzig

Leipzig.  In Leipzig wartete eine Abwehrschlacht sondersgleichen auf den FC Carl Zeiss Jena.

Jubeltraube: Nach einer packenden Regionalliga-Begegnung entführte der FC Carl Zeiss Jena drei Punkte aus dem Albert-Kuntz-Sportpark.

Jubeltraube: Nach einer packenden Regionalliga-Begegnung entführte der FC Carl Zeiss Jena drei Punkte aus dem Albert-Kuntz-Sportpark.

Foto: Thomas Weigel

Nach der 2:0-Zitterpartie bei der BSG Chemie Leipzig war Pasqual Verkamp einfach nur glücklich. „Wir wussten, dass es ein schwieriges Spiel wird, anders, als zuletzt beim BAK“, sagte die Sturmspitze des FC Carl Zeiss Jena nach dem dritten Sieg in der Fußball-Regionalliga in Folge für die Thüringer am Mittwochabend im Albert-Kuntz-Sportpark.

1990 musste der Schiedsrichter die Begegnung beim Stand von 1:0 für Jena abbrechen

Auch Jenas Trainer Dirk Kunert hatte ein „hitziges Spiel“ erwartet. Hitzig ging es fast genau vor 30 Jahren auch zwischen Sachsen Leipzig, einem Vorgängerverein der BSG Chemie, und dem FC Carl Zeiss zu. Am 29. September 1990 musste Schiedsrichter Siegfried Kirschen die Begegnung beim Stand von 1:0 für Jena abbrechen. Weil er den Sachsen den Ausgleich aberkannte, flogen auch Bierdosen aufs Feld. Es ist bis heute die einzige Partie der DDR-Oberliga, die abgebrochen werden musste.

Solche Szenen blieben am späten Mittwochnachmittag glücklicherweise aus. Trotzdem peitschten die Chemie-Fans ihre Mannen frenetisch nach vorn. Mit dem bis dato noch ungeschlagenen Tabellen-Dritten hatten die Jenaer einen extrem starken Gegner vor der Brust. Trotzdem gingen sie erneut früh durch Verkamp in Führung. Er war den Bruchteil einer Sekunde eher am Ball als Benjamin Bellot, spitzelte das Spielgerät vorbei am Chemie-Keeper ins Tor (17. Minute). „Für mich läuft es. Die Mitspieler spielen mich aber auch gut frei“, sagte er. „Im Endeffekt ist es egal, wer die Tore macht, Hauptsache wir gewinnen.“

Abwehrschlacht sondersgleichen wartete auf die Thüringer

Bis der Sieg in Sack und Tüten war, wartete aber noch eine Abwehrschlacht sondersgleichen auf die Thüringer. Leipzig baute Dauerdruck auf, Lukas Sedlak mit einer tollen Parade bewahrte seine Mannschaft vor dem schnellen Ausgleich (19.). Kunert musste vor der Begegnung auch seine Abwehr umbauen, weil Dennis Slamar wegen eines Infekts passen musste. Für ihn rückte Felix Müller in die Innenverteidigung. Auch der wechselwillige Maximilian Rohr hatte sich vor der Begegnung krankgemeldet.

Dass es zur Pause noch 1:0 für den FC Carl Zeiss stand, lag einerseits am glänzend aufgelegten Sedlak, andererseits auch am Chemie-Chancenwucher der Hausherren. Auch nach der Pause lief das Spiel fast nur Richtung Jenaer Tor. Und Verkamp wusste, bei wem er sich bedanken musste. „Lukas hat das überragend gemacht. Er hat uns im Spiel gehalten.“ Mit mehreren Paraden, einer sogar in der Nachspielzeit, brachte Jenas Keeper die Chemiker zur Verzweiflung.

Auch der Rest nahm den „Abnutzungskampf“ an, „deshalb haben wir gewonnen“, sagte Verkamp. Als Krönung markierte der eingewechselte Can Düzel, der Leipzigs zu weit aufgerückten Torhüter Bellot überlief, noch den 2:0-Endstand.

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