Fußball-Oberligist FC Rot-Weiß Erfurt wechselt Präsidium aus

Erfurt.  Auswechslung mit Nebengeräuschen: Der Aufsichtsratschef vom FC Rot-Weiß Erfurt, Reike Meyer begründet die Neubesetzung des Präsidiums mit „zukunftsorientierten Strukturen“.

Trennung nach nur zwei Monaten: Reike Meyer, Aufsichtsratsvorsitzender des FC Rot-Weiß Erfurt (rechts), entband Hans-Dieter Steiger von seinen Aufgaben als Präsident.

Trennung nach nur zwei Monaten: Reike Meyer, Aufsichtsratsvorsitzender des FC Rot-Weiß Erfurt (rechts), entband Hans-Dieter Steiger von seinen Aufgaben als Präsident.

Foto: Sascha Fromm

Am Morgen nach dem Führungsbeben beim FC Rot-Weiß fand Reike Meyer ein fertiges Konzept für die Nachwuchsakademie und einen detaillierten Finanzplan in seinem E-Mail-Postfach. „So stelle ich mir das vor. Man merkt, da sind Experten auf ihrem Gebiet am Werk“, erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende und freut sich, „dass wir endlich zukunftsorientierte Strukturen geschaffen haben“.

Der Erfurter Rechtsanwalt meint damit die am Montagabend vollzogene Personalrochade an der Spitze des Vereins. Nachdem bereits am Freitag Vizepräsident Peter Kästner zurückgetreten war, wurde der erst seit Anfang Juli im Amt befindliche Hans-Dieter Steiger von seinen Aufgaben als Präsident entbunden.

An ihre Stelle berief das Kontrollorgan ein neues, fünfköpfiges Präsidium mit dem Erfurter Unternehmer Lars Fuchs (48) als Clubchef an der Spitze. Am morgigen Donnerstag kommen beide Gremien zusammen, um die weiteren gemeinsamen Schritte zu beschließen. Als erste Amtshandlung stellte sich das Quintett bereits am Montagabend den Mitarbeitern der Nachwuchsakademie im Gebreite vor und traf sich auch mit Ehrenpräsident Klaus Neumann.

Gespräch mit Ehrenpräsident über Traditionspflege

„Das war ein konstruktives Gespräch, in dem wir viel über Traditionspflege geredet haben und an dessen Ende uns Klaus Neumann seine Unterstützung zugesagt hat“, verrät Markus Hirche (51). Der Betriebswirt war bisher Vorstandsmitglied des Fanrates. Jetzt gehört er genauso dem neuen, ehrenamtlichen Führungsgremium an wie die Steu­erberaterin Ines Mummert (49) und der Rechtsanwalt Rolf Hildebrandt (51) sowie der Manager im Gesundheitswesen, Maik Nottrodt (43).

„Jeder hat sein genaues Aufgabenfeld, das er beackern wird. Ein Vorwärtskommen war in der bisherigen Besetzung gar nicht möglich“, sagt Meyer. In einer Mitteilung warf der Aufsichtsrat Steiger verschiedene Verfehlungen während seiner zweimonatigen Amtszeit vor; wie die Nichterfüllung gesetzlicher Verpflichtungen, ein negatives Auftreten nach außen, die Nichtbearbeitung von Förderanträgen, keine weitere Besetzung des Präsidiums sowie den Versuch der unlauteren Einflussnahme auf Vereinsgremien.

Vorwürfe, die der bisherige Präsident von sich wies. Er habe sich nichts zu Schulden kommen lassen und fühle sich ungerecht behandelt, sagt Steiger: „Als der Verein vor dem Aus stand, war ich es, der den Kopf hingehalten hat. Da fällt mir nur ein Sprichwort ein: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen.“ Ihm sei immer klar gewesen, dass er das Amt nur übergangsweise ausübt. „Aber so davon gejagt zu werden, ist unverschämt.“

Steiger weist Vorwürfe von sich und plant Rückkehr in den Ehrenrat

Nach Informationen dieser Zeitung kam es zum Bruch zwischen den Gremien, nachdem man sich nicht auf eine gemeinsame Erklärung zum „freiwilligen“ Rücktritt einigen konnte. Meyer bestätigt: „Wir hätten das gern geräuschloser gelöst. Aber es mussten einfach Entscheidungen fallen. Die Zeit drängt.“

Und Steiger? Der Abberufene will sich nicht zurückziehen, sondern weiter für den FC Rot-Weiß da sein. Er plant die Rückkehr an die Spitze des Ehrenrates („Dort ist mein Platz ja noch frei“) und bietet Sportdirektor Franz Gerber seine Unterstützung in der Spielbetriebs-GmbH an.

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