FC Rot-Weiß Erfurt droht Rückzug aus 4. Liga

Erfurt.  Dem FC Rot-Weiß Erfurt droht der Rückzug aus der 4. Liga. Das sofortige Regionalliga-Aus könnte wohl nur ein Sponsor oder Investor verhindern, der eine siebenstellige Summe auf den Tisch legt.

Ob Trainer Robin Krüger mit seiner Mannschaft weitermachen darf, entscheidet sich möglicherweise schon am Mittwoch.

Ob Trainer Robin Krüger mit seiner Mannschaft weitermachen darf, entscheidet sich möglicherweise schon am Mittwoch.

Foto: Frank Steinhorst

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Es war frostig Dienstagnachmittag auf dem Übungsplatz, aber die Stimmung keineswegs eisig. Beim Training des FC Rot-Weiß Erfurt wurde gelacht. Trotz alledem. „Dass alle gesunden Spieler da sind, ist auch ein Zeichen, dass alle unbedingt weitermachen wollen“, sagte Trainer Robin Krüger nach der 90-minütigen Einheit des Regionalligisten, der dennoch am Abgrund steht.

Vieles nämlich deutet darauf hin, dass sich der Verein mit sofortiger Wirkung aus der vierten Liga zurückziehen muss. Möglicherweise erfahren die Spieler des Tabellen-14. schon am Mittwoch, ob der Spielbetrieb fortgesetzt werden kann. Wie unsere Zeitung erfuhr, will Insolvenzverwalter Volker Reinhardt die Mannschaft darüber informieren, ob es weitergeht.

Obwohl der komplette Kader am Dienstag auf dem Platz stand, rüsten sich die ersten RWE-Kicker für das schlimmste Szenario. Zwei Spieler sollen bereits Verträge von anderen Vereinen vorliegen haben. Bis zum 31. Januar ist das Transferfenster geöffnet, weshalb nicht mehr viel Zeit bleibt, eine Entscheidung zu treffen.

Investoren von Rot-Weiß Erfurt melden sich zu Wort

Inzwischen haben sich die beiden Investoren zu Wort gemeldet, die Reinhardt verklagt haben. „Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter Reinhardt hat zu keinem Zeitpunkt die Voraussetzungen zum Vollzug der Verträge mit den Investoren geschaffen. Die Zukunftspläne von Rot-Weiß Erfurt wurden durch Herrn Reinhardt zerstört“, zitiert die Bild-Zeitung aus einer Erklärung der ASGV Grundbesitz- und Verwaltung GmbH und der Millhouse Capital GmbH.

„Die Investoren haben die vereinbarten Gelder vertragsgemäß zur Verfügung gestellt, um damit nachhaltig in die Zukunft von Rot-Weiß Erfurt zu investieren. Über die tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnisse des FC Rot-Weiß Erfurt e.V. informierte Herr Reinhardt entgegen dessen Äußerungen nicht umfassend“, heißt es in der Stellungnahme.

Das sofortige Regionalliga-Aus könnte nur ein Sponsor oder Investor verhindern, der eine siebenstellige Summe auf den Tisch legt. In der aktuellen Situation jedoch ist offenbar niemand in Sicht, der ein solches Engagement stemmen will.

Energie Cottbus stoppt Verkauf der Auswärtstickets

Auch die Erfurter Gegner sind sich nicht mehr sicher, ob sie denn demnächst noch gegen den FC Rot-Weiß spielen werden. Regionalliga-Tabellenführer FC Energie Cottbus, eigentlich am 1. Februar der erste Punktspielgegner nach der Winterpause, hat bereits am Montag den Verkauf der Auswärtstickets und der Plätze im Fanbus gestoppt, hatte die Lausitzer Rundschau berichtet.

Dennoch soll der FC Rot-Weiß als Verein unbedingt erhalten bleiben, wie auch Insolvenzverwalter Volker Reinhardt bereits am vergangenen Freitag betonte. Das oberste Ziel ist es dabei, den Spielbetrieb im Kinder- und Jugendbereich mit dem Nachwuchsleistungszentrum bis zum Ende der Saison und darüber hinaus fortzuführen.

Alles spricht aktuell dafür, dass die erste Mannschaft sich zurückzieht, als erster Absteiger feststeht und einen Neubeginn in der Oberliga anstrebt.

Kampf um die Macht beim FC Rot-Weiß voll entbrannt

Hinter den Kulissen ist derweil der Kampf um die Macht beim FC Rot-Weiß voll entbrannt. Der amtierende Präsident Frank Nowag hatte die Idee ins Spiel gebracht, das Insolvenzverfahren in Eigenregie weiterzuführen, um damit wieder Einfluss nehmen zu können. Juristisch allerdings hätte dieses Vorhaben kaum Chancen.

Bereits im März 2018, als der damalige Drittligist Insolvenz angemeldet hatte, einigten sich Präsidium, Sachwalter und der fünfköpfige Gläubigerausschuss mit dem zuständigen Amtsgericht darauf, das Insolvenzverfahren in klassischer Form fortzuführen. Seitdem hat Volker Reinhardt das Sagen. Heute wohl wird er verkünden, ob es beim FC Rot-Weiß weitergeht.

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