Streit ums Geld - schwieriger Neustart für FC Rot-Weiß Erfurt

Erfurt.  Nach der Einigung mit dem Insolvenzverwalter wollte man beim FC Rot-Weiß Erfurt eigentlich wieder durchstarten. Jetzt gibt es neue Probleme.

Rot-Weiß-Präsident Dieter Steiger

Rot-Weiß-Präsident Dieter Steiger

Foto: Frank Steinhorst

Der Neubeginn beim FC Rot-Weiß Erfurt gestaltet sich trotz des Einstiegs von Investor Franz Gerber schwieriger als gedacht.

Nach der Freigabe aus dem Insolvenzverfahren muss nun der Verein die Nachwuchsabteilung wieder selbst stemmen. Allerdings wird gerade erst ein neues Konto eingerichtet. Zudem müssen Gespräche geführt werden, wie die Fördervereine konkret helfen können.

Noch nichts von dem gesammelten Geld – wahrscheinlich etwa 100.000 Euro – ist laut Präsident Dieter Steiger (Foto) in die Unterstützung der Talente investiert worden. Dies sei ein Problem, kritisierte er, da seit der Freigabe die Rechnungen für Nebenkosten wie Miete der Trainingsplätze oder Stromkosten nun nicht mehr durch den Insolvenzverwalter beglichen werden.

Noch fast 25.000 Euro aus der 2018 veranstalteten Kampagne „reinballerNLZ"

Der Fanrat des FC Rot-Weiß kündigte an, dass noch fast 25.000 Euro aus der 2018 veranstalteten Kampagne „reinballerNLZ“ zur Verfügung stehen. Es werde in der nächste Woche Gespräche mit dem Verein geben, wie das Geld zweckgebunden verwendet werden kann, so Fanrat-Sprecher Michael Kummer.

Zudem hatte der erst im Februar gegründete Förderverein Fußballherz in zahlreichen Aktionen trotz der Corona-Krise eine hohe fünfstellige Summe generiert. Jens Trölitzsch als erster Vorsitzender signalisierte aber inzwischen ebenso, dass man im Gespräch mit den Gremien des Vereins ausloten werde, wie die Gelder verwendet werden.

Das wohl größte Problem aber: Ehrenpräsident Klaus Neumann kündigte in der Bild-Zeitung an, nur die Oberliga-Elf unterstützen zu wollen. „Wenn die erste Mannschaft überlebt, überlebt auch der Nachwuchs. Ich ziehe mich nicht zurück“, sagte Neumann und kritisierte, dass die Fördervereine zwar Gelder gesammelt, aber davon noch nichts ausgezahlt hätten.

Klubchef Steiger ist derweil von Neumann enttäuscht. Man habe sich im Juni in den Gremien neu aufgestellt, um den Weg für eine weitere Unterstützung des Vereins freizumachen: „Dass es nun offenbar anders kommt, verstehe ich nicht.“

Wie der neue Rot-Weiß-Investor den Neustart im Verein plant