Fernbreitenbacher C-Junior überzeugt

Greußen/Fernbreitenbach.  Rot-Weiß-Torjäger William Kallenbach spielte zur Überraschung des Gegners aus dem Eichsfeld im Regionalliga-Aufstiegsspiel  nicht im Angriffszentrum.

William Kallenbach (links) gewann mit Erfurts C-Junioren das Aufstiegsspiel gegen den JFV Süd-Eichsfeld.

William Kallenbach (links) gewann mit Erfurts C-Junioren das Aufstiegsspiel gegen den JFV Süd-Eichsfeld.

Foto: TFV

Als Fan von Borussia Dortmund raufte sich William Kallenbach am Samstag vorm Fernseher beim Lustlos-Saisonfinale der Schwarz-Gelben die Haare. Tags darauf drehte sich die Laune des 14-jährigen Fußballers um 180 Grad, denn mit den C-Junioren des FC Rot-Weiß sicherte er sich mit dem 4:1 im Entscheidungsspiel der Verbandsliga-Staffelsieger gegen den JFV Süd Eichsfeld den Aufstieg in die Regionalliga. „Wir haben uns riesig gefreut, es ist ein schöner Abschluss der Saison“, so das Talent aus Fernbreitenbach.

Bei dem in Greußen ausgetragenen Spiel erwischten die Erfurter einen Start nach Maß und gingen bereits nach drei Minuten in Führung. Eine Eingabe von links verwandelte Julian Huber aus acht Metern. Oskar Prokopp quasi mit dem Halbzeitpfiff (35.) und ein weiteres Tor von Huber (43.) brachten die Erfurter auf Kurs, wobei der gegnerische Torwart bei den Treffern zwei und drei einen unglücklichen Eindruck hinterließ. Das 3:1 durch Heeseong Chun per Foulelfmeter (54.) konterte David Gulov in der 60. Minute zum Endstand. Unter den Augen der versammelten NLZ-Leitung präsentierte sich Rot-Weiß abgeklärter, mit spielerischen Vorteilen und siegte verdient.

Eichsfelder lange ebenbürtig

Trotz des klaren Ergebnisses wollte „Willy“, wie der Sportgymnasiast gerufen wird, nicht von einem mühelosen Sieg sprechen: „Der Gegner hat gut gespielt und uns lange gefordert, erst nach dem 3:0 war ich mir sicher, dass wir gewinnen.“ Kallenbach, der während der Verbandsligarunde mit 27 Saisontoren aus der verlustpunktfreien Truppe herausstach, spielte zur Überraschung des Gegners am Sonntag nicht im Angriffszentrum. Trainer Michael Bocek bot den Torjäger als Achter im zentralen Mittelfeld auf.

„Die Aufgabe hat er sehr gut gelöst, auch das eine oder andere Tor mit eingeleitet“, war Papa Sven mit seinem Filius zufrieden. Lob hatte er auch für den Ausrichter Greußen und den Thüringer Fußballverband (TFV) parat, die rund um die Partie alles gut organisiert hatten.

Das Projekt C-Junioren-Regionalliga wird in Erfurt nahezu komplett mit neuen Gesichtern angegangen. Altersmäßig rücken fast alle Akteure raus; einige Talente muss der Verein ziehen lassen. So wechselt der aus Bolleroda (Gemeinde Hörselberg-Hainich) stammende Henrik Daut nach Ingolstadt. Auch William Kallenbach kommt ins B-Junioren-Alter und wird, „so ist der Stand zumindest jetzt“, sagt der Vater, bei Rot-Weiß bleiben. Erfurts B spielt bereits im NOFV-Bereich und lag beim Abbruch der Saison auf dem achten Tabellenplatz der zweithöchsten deutschen Spielklasse.

Probetraining bei Rot-Weiß

Vor vier Jahren kam William nach einem erfolgreichen Probetraining zum FC Rot-Weiß, seit zwei Jahren wohnt er im Internat. Der Umzug sei nicht einfach gewesen, hat ihn aber selbstständiger und aus dem Dorfjungen beinahe einen Erfurter gemacht, meint der Vater. Dass sich der Achtklässler in der Landeshauptstadt wohlfühlt, zeigt seine fußballerische Entwicklung, die auch die Auswahltrainer auf ihn aufmerksam machten. „Vorbilder habe ich mehrere“, sagt William. Einer spielt für Borussia Dortmund, heißt Jadon Sancho und ist selbst noch ein Nachwuchstalent.

Natürlich träumt der Offensivspieler wie viele seiner Teamkollegen von einer Profikarriere. Um das zu erreichen, verzichtet er in seiner Freizeit auf viel und will sich ständig verbessern. Das gelte vor allem für die Defensivarbeit. Seine Stärken sind indes Torabschluss und technische Fähigkeiten. Wie der 14-Jährige die Kugel bereits beherrscht, ist beachtlich und lässt sich auf der Facebookseite des TFV anschauen. Während der Coronapause durfte „Willy“ da die „Übung der Woche“ präsentieren.