Freie Fahrt für die Jugend

Erfurt  Motorsport: Der MC Venedig will in Zukunft wieder ein Kartrennen in Erfurt anbieten

Zwar erst wenige Monate im Kart gilt die 13-jährige Chantal Selz schon jetzt als hoffnungsvolles Talent bei den Erfurtern.

Zwar erst wenige Monate im Kart gilt die 13-jährige Chantal Selz schon jetzt als hoffnungsvolles Talent bei den Erfurtern.

Foto: Volker Brix

Die Tradition der Kartrennen in Erfurt ist sehr lang. Schon in den 1960er Jahren gab es stark besuchte Rennen dieser interessanten Motorsportdisziplin, die bis zur politischen Wende K-Wagen hieß, in der Innenstadt auf dem Juri-Gagarin-Ring und auf der damals noch 452 Meter langen Radrennbahn im Andreasried.

Mehr als ein Jahrzehnt war dabei der einheimische Achim Lippold, der wegen seines Berufes nur „Milchmann“ genannt wurde, der überaus beliebte Lokalmatador. „Mit unseren 125ccm-MZ-Motoren kamen wir damals schon auf über 80 km/h Spitzentempo und mussten auf der Radrennbahn in jeder Runde auf beiden Geraden mit dem Tempo runtergehen und um Schikanen fahren damit die Rennen wegen des hohen Tempos nicht zu gefährlich wurden“, erinnert sich der 87-Jährige an frühere Zeiten.

Aus einer Motorradgruppe der GST, die Werner Stadermann 1972 gegründet hatte, erfolgte am 20. Juni 1990 die Umbenennung zum MC Venedig Erfurt. Das kleine von den Motorsportlern selbst gebaute Kombigebäude neben der früheren Hügelschule am Ufer der Gera war dabei der Namenspate. Auf die Dauer wurde es dem sich besonders um den Nachwuchs verdienstvollen Motorsportclub dort zu eng und 2004 wurde deswegen ein neues Grundstück am Waldspielplatz 3 neben dem Tannenwäldchen bezogen. Hier gibt es neben einem Funktionsgebäude auch viel Platz für die Werkstatt, Garagen und einen schönen Trainingsparcour. Der Kartsport hat sich hier zum Einzel-Slalomrennen entwickelt. In der Klasse Jugend-Kartslalom mit 200cm-Motoren und 6,5 PS Leistung fahren Mädchen und Jungs ab sieben Jahren ihre Wettbewerbe auf einen etwa 300-Meter-Rundkurs mit zwei Wertungsrunden. Schneller geht es dabei beim Super-Kart-Slalom zu. Hier bringen die 270-ccm-Motoren mit neun PS für die Akteure beiderlei Geschlechts ab 12 Jahren schnellere Wettbewerbe auf längeren Kursen mit insgesamt acht Wertungsrunden mit Slalom, Toren, Wenden bis zum Start und Ziel.

In dieser Saison bringt der MC Venedig, der einzige in Erfurt verbliebene Kartclub, 18 Mädchen und Jungen an den Start zu den Läufen um die Thüringer Landesmeisterschaft in Jena, Gera, Pößneck, Schmalkalden, Sondershausen, Eisenach und als „Heimspiel“ von Venedig zusammen mit dem MV Zella-Mehlis im Thüringer Wald. Ein echtes „Heimspiel“ für die von Werner Stadermann geführten 86 Mitglieder, dabei fast 40 Aktive, wird es in diesem Jahr leider nicht geben.

Nach einem erfolgreichen und gut besuchten Renntag im Vorjahr auf dem Gelände von Möbel-Rieger in Mönchenholzhausen soll es nun dort noch Tests mit den viel schnelleren Super-Carts geben. Sollte das erfolgreich sein, wollen die Venezianer im kommenden Jahr dort einen Meisterschaftslauf ausrichten.

Für die jungen Aktiven gibt es im kommenden April einen Kart-Lehrgang auf dem kleinen Inselsberg, im Mai einen Tag auf der Kartbahn in Belleben(Sachsen-Anhalt) und im Herbst ist an gleicher Stelle ein ganzes Wochenende als Saisonausklang geplant.

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