„French Connection“ lässt Rot-Weiß Erfurt jubeln

Erfurt.  Zwei Franzosen sorgten für den Siegtreffer des FC Rot-Weiß Erfurt gegen Inter Leipzig. Von dem Duo erwartet man sich in Erfurt noch viel.

Jubel nach dem Tor von Abou Ballo.  Auch Vorlagengeber Moulaye Ndiaye freut sich mit.

Jubel nach dem Tor von Abou Ballo. Auch Vorlagengeber Moulaye Ndiaye freut sich mit.

Foto: Sascha Fromm

Als sich das Party-Knäuel an der Eckfahne so langsam aufgelöst hatte, zeigte Moulaye N’Diaye noch einmal genau, wie ihm diese sensationelle Torvorlage geglückt war: Immer wieder kreuzte er das rechte Bein hinter dem linken und deutete die imaginäre Flanke an.

Tatsächlich hatte der Franzose zuvor mit dem sogenannten „Rabona“-Kunstschuss die gesamte Leipziger Deckung verblüfft und seinem Landsmann Abou Ballo den Ball auf den Kopf serviert (82.). Was nach dem erlösenden Treffer folgte, war Ekstase in Rot und Weiß im Erfurter Steigerwaldstadion.

„Wir sind unheimlich erleichtert“, sagte Sportdirektor Franz Gerber nach dem ersten Saisonsieg. So sehr ihn die Punkte auch freuten; die Leistung der auf vier Positionen veränderten Mannschaft stufte er sogar noch höher ein: „Inter Leipzig war unser bisher stärkster Gegner. Wie wir ihn dominiert haben, zeigt doch, welch enormes Potenzial in den Jungs steckt.“ Auch Interimstrainer Manuel Rost strahlte nach seinem perfekten Einstand als Chef: „Ich bin so stolz, dass wir das gemeinsam gepackt haben.“

Co-Trainer hat großen Anteil am Erfolg

Der Co-Trainer, der unter der Woche nach der plötzlichen Trennung von Robin Krüger befördert worden war, besaß keinen unbeträchtlichen Anteil an dem Erfolg. So schickte er unter anderem das französische Duo erstmals von Beginn an aufs Feld. N’Diaye bestach mit Omnipräsenz; Ballo mit großer Laufstärke. Bevor sie jedoch ihr Team und die mehr als 2000 Zuschauer im Steigerwaldstadion jubeln ließen, blieben viele Chancen ungenutzt.

Nach zumeist gefälligen Kombinationen schlossen die Rot-Weißen die Angriffe entweder zu überhastet ab (Mergel, Startsev) oder waren zu verspielt (Sivaci, Ballo). Beinahe hätte ausgerechnet Neuzugang Hedy Chaabi nur Sekunden nach seiner Einwechslung den Bann gebrochen. Doch der Schlenzer des 24-Jährigen, der kurz vor dem Spiel vom belgischen Drittligisten Royal Francs Borains verpflichtet wurde, strich knapp vorbei (74.). Als eine Minute später Artur Mergel das Kunststück fertigbrachte, den Ball aus zwölf Metern über das leere (!) Tor zu schießen, machte sich spürbar Verzweiflung breit.

Gerber: „An denen werden wir noch viel Freude haben“

„Ich bin froh, dass die Jungs trotzdem weiter an sich geglaubt und alles investiert haben“, meinte Rost überglücklich. Ehe er seine Schützlinge allerdings herzen konnte, galt es noch einen Schreckmoment zu überstehen. Mit ihrer einzigen echten Großchance, einem 17-m-Freistoß von Sindik an den Querbalken (87.), strapazierten die Gäste noch einmal die Nerven des Erfurter Anhangs.

Nach dem Abpfiff des souveränen Schiedsrichters Tino Stein gab es dann kein Halten mehr.„An denen werden wir noch viel Freude haben“, verwies Gerber später auf die Arm in Arm in Richtung Kabine schlendernde „French Connection“ (französische Bande). „I’m a Brazilian“, wandte N’Diaye grinsend ein – und hatte damit nach seinem gelungenen Überkreuz-Trickschuss sogar ein bisschen recht.

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