Diese Spieler gehen oder sind vor dem Absprung beim FC Rot-Weiß Erfurt

Erfurt.  Es sollte eine Verabschiedung von den Fans werden, doch plötzlich glauben die verbliebenen Profis des FC Rot-Weiß Erfurt doch noch an die Fortsetzung des Spielbetriebs.

RWE-Trainer Robin Krüger: „Wir hoffen, dass wir am Dienstag auf den Trainingsplatz zurückkehren können“

RWE-Trainer Robin Krüger: „Wir hoffen, dass wir am Dienstag auf den Trainingsplatz zurückkehren können“

Foto: Frank Steinhorst

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Es sollte eine Verabschiedung von den Fans werden, doch plötzlich glauben die verbliebenen Profis des FC Rot-Weiß Erfurt doch noch an die Fortsetzung des Spielbetriebs. „Wir hoffen, dass wir am Dienstag auf den Trainingsplatz zurückkehren können“, sagte Trainer Robin Krüger nach vier Tagen ohne eine einzige Übungseinheit.

Allerdings ist die Fortsetzung des Spielbetriebs an Bedingungen geknüpft. „Klar ist, dass der Investor definitiv seine Zusage gegeben haben muss und zudem bis zum Cottbus-Spiel die ausstehenden Gehälter nachgezahlt worden sind“, sagte Robin Krüger.

RWE-Gehälter nachgezahlt

Sollte der FC Rot-Weiß Erfurt tatsächlich am kommenden Samstag im Steigerwaldstadion gegen den FC Energie Cottbus antreten, würde jedoch eine andere Mannschaft als noch im Dezember auf dem Rasen stehen. Pikant: Dabei würde es sogar ein überraschendes Wiedersehen geben. Rico Gladrow hatte als einer der ersten RWE-Spieler bereits am vergangenen Freitag seinen Vertrag aufgelöst und wechselt in die Lausitz. Der Tabellenführer bestätigte inzwischen den Transfer. „Die Tinte ist trocken“, meldete der FC Energie. Auch Angreifer Selim Aydemir soll laut Bild-Zeitung bereits gekündigt haben.

Diese Spieler verlassen Erfurt oder sind vor dem Absprung

Bei Kapitän Lukas Novy ist der Abschied aus Erfurt ebenso schon definitiv. „Ich habe gekündigt und will jetzt bei meiner Familie sein. Das ist für mich im Augenblick das Wichtigste“, sagte der 29 Jahre alte Abwehrspieler, der in den kommenden Tagen zum zweiten Mal Vater wird. Novy wird in seine tschechische Heimat zurückkehren.

Derweil hat Nord-Regionalligist VfB Lübeck bestätigt, dass man mit Morten Rüdiger verhandelt. „Ja, wir haben Kontakt mit Morten aufgenommen“, sagte Sportdirektor Rocco Lesser dem Portal sportbuzzer.de. Auch Angreifer Ali Abu-Alfa, der in den letzten Trainingseinheiten bereits gefehlt hatte, wird wohl gehen. Ihm soll ein Angebot eines anderen Viertligisten vorliegen.

Dagegen wird wohl der derzeit noch verletzte Angreifer Velimir Jovanovic in Erfurt bleiben. „Wenn der Spielbetrieb fortgesetzt wird, will ich die Saison beim FC Rot-Weiß auf jeden Fall zu Ende spielen“, sagte der 32-Jährige. Nach seiner Knie-Operation im Dezember könnte er aber frühestens in vier Wochen wieder auf dem Platz stehen.

Im Hintergrund wird bereits daran gearbeitet, zum geplanten Cottbus-Spiel am Samstag um 16 Uhr so viele Zuschauer wie möglich ins Stadion zu locken. „Unser Ziel muss es sein, für eine breite Unterstützung zu sorgen“, sagte der kommissarische Präsident Frank Nowag. Auch die Arena GmbH rechnet fest mit einer Austragung des Spiels. Am Montag habe wie üblich die Besprechung mit Polizei, Feuerwehr und Sicherheitsberatern stattgefunden. Es sei alles auf den Weg gebracht, sagte Arena-Geschäftsführer Christian Fothe.

Auf dem RWE-Trainingsgelände trafen die verbliebenen Spieler gestern Nachmittag mit 200 Fans zusammen, die nun gemeinsam auf eine Zukunft in der Regionalliga hoffen. Zwölf Stunden vorher verkündete Insolvenzverwalter Volker Reinhardt für alle überraschend, dass es doch noch einen Investor geben könnte, der Interesse an einem Engagement in Erfurt habe.

Am Dienstag Entscheidung, ob es weitergeht

Offenbar kam die Nachricht selbst für die Spieler unerwartet. Am Wochenende hatten sie ihre Spinde auf dem Trainingsgelände geräumt und die Mannschaftskasse aufgelöst. Nach einer tränenreichen Verabschiedung am Samstag gab es gestern nun eine nicht mehr für möglich gehaltene Rückkehr.

Eine Nachricht, ob es weitergeht, erwarten Spieler und Trainer spätestens am heutigen Dienstag. Dies sei auch notwendig, um das Training zu planen, so Krüger. Bis dahin ist banges Warten angesagt. Mal wieder. Aber Abwehrspieler Pierre Becken ist guter Dinge: „Mein Gefühl sagt mir, dass es weitergeht.“

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