Fußballer Bödger: „Es war eine Schnapsidee“

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Bad Frankenhausen  Bad Frankenhausens Fußballer Marcus Bödger hat, wenn vielleicht auch etwas unfreiwillig, den Spaß mitgemacht und sich bei einer Datingshow angemeldet.

Marcus Bödger hat sich die Sendung mittlerweile mehrfach angesehen, was ihm immer wieder ein Lächeln auf die Lippen zaubert. 

Marcus Bödger hat sich die Sendung mittlerweile mehrfach angesehen, was ihm immer wieder ein Lächeln auf die Lippen zaubert. 

Foto: M. Bödger

Was macht man nicht alles, wenn man das eine oder andere Bier zu viel getrunken hat. Unter Jungs kommen da die absurdesten und wildesten Ideen auf den Plan. So hatte sich Junggeselle und Neuzugang beim Fußballverein SV Blau-Weiß Bad Frankenhausen, Marcus Bödger, zunächst beim TV-Format „Die Bachelorette“ beim Privatsender RTL angemeldet.
Es war ein Tag im April. Bödger hatte Geburtstag. „Man konnte ja nicht groß feiern wegen Corona. Stephan Hesse von der LSG Oberheldrungen und ich haben dann auf mich angestoßen. Zwei Bier sollten es werden. Wurden es aber nicht“, lacht Bödger. Zu vorgerückter Stunde dann die Idee. Beide haben Bödger angemeldet bei RTL.
Auch wenn sie am nächsten Tag nicht wirklich mehr wussten, dass sie das getan haben. „Ich habe dann am nächsten Tag eine E-Mail gesehen, dass ich mich bei der Bachelorette beworben habe. Wir waren etwas verwundert, haben uns aber nichts weiter dabei gedacht. Das verläuft sowieso im Sande“, sagt Bödger. Aber dem war nicht so.
Zwar wurde es nicht die Sendung „Die Bachelorette“ aber nach ein paar Wochen bekam Bödger einen Anruf, der Sender Vox war dran und fragte ihn, ob er nicht bei der Sendung „First Dates“ mitmachen wolle. Und schwupps – Bödger war dabei. „Den Spaß mache ich mit und habe mir keine Gedanken darüber weiter gemacht“, sagt der Fußballer.
Im September ging es in aller Früh mit dem Auto nach Köln, wo die Sendung gedreht wird. Ein kurzer Trip durch die Stadt – und dann ging es los. Sein damaliger Teamkollege Marcus Gottschlich von der LSG Oberheldrungen war mit dabei, um moralische Unterstützung zu geben. „Eigentlich wollten wir mit der ganzen Mannschaft daraus ein lustiges Wochenende in Köln machen. Aber das ging leider wegen Corona nicht“, sagt Bödger.
Los ging der Dreh mit einem Interview – allein. Dann ging es ins Restaurant, was so nur im Fernsehstudio Realität war. Dort lernte er seine potenzielle, neue Liebe kennen. Das Format der Sendung beinhaltet unter anderem, dass man sich vorher noch nie gesehen hat und der Gegenüber eine echte Überraschung ist. „Wir verstanden uns sehr gut und waren auf einer Wellenlänge“, beschreibt Bödger. Im Nachgang wurden beide noch einmal getrennt voneinander befragt und Nummern ausgetauscht. Und dann? Dann war’s das, nach knapp fünf Stunden.
„Ich habe das nicht wirklich ernst genommen. Bei so etwas eine Frau kennenzulernen, ist unwahrscheinlich“, kann Bödger die Situation gut einschätzen. Zwar haben die beiden den Tag über noch in Köln verbracht und sich sogar noch ein zweites Mal getroffen. Mehr aber nicht.
Marcus Bödger ist weiterhin Junggeselle. Die Sendung wurde Ende vergangener Woche ausgestrahlt, was den Pulsschlag kurz vorher bei Bödger noch einmal in die Höhe schießen ließ.
„Man weiß ja nie, wie es rübergebracht wird. Aber ich war sehr zufrieden, wie ich dargestellt wurde. Während der Show hat mein Handy ununterbrochen geklingelt. Und es haben sich danach auch Frauen von sonst woher gemeldet. Das ist schon erstaunlich“, war Bödger überrascht über die Resonanz.
Der 29-jähriger Anlagenbediener bei einem Autozulieferer in Weißensee hat diesen Spaß keinesfalls bereut, auch wenn die eine oder andere Spitze kam oder er einen dummen Spruch über sich ergehen lassen musste. Im Normalfall wollte er die Sendung mit seinen Ex-Kollegen von der LSG Oberheldrungen mit Beamer und allem drumherum schauen. Das ging aber nicht.
Zur LSG hat er weiterhin sehr guten Kontakt, ist auch noch Mitglied im Verein und trainiert zusammen mit Maik Kaps die Bambini. Auch die Haare wachsen wieder, die er sich für eine Spendenaktion hat komplett abschneiden lassen. „Nicht nur mit der Maschine, es gab eine komplette Nassrasur. Aber so wie die Haare jetzt sind, gefällt es mir gut“, lacht Bödger. Ein weiterer Spaß, der sich gelohnt hat.