Fußballtrainer und ihre Meinungen: „Gesundheit hat Vorrang“

Sondershausen/Nordhausen.  Meinungen von Fußballtrainern zur aktuellen Lage nach den Generalabsagen wegen des Coronavirus

Nur noch Altpapier sind die Spielpläne der kommenden Wochen, wenn nicht sogar Monate.

Nur noch Altpapier sind die Spielpläne der kommenden Wochen, wenn nicht sogar Monate.

Foto: Sebastian Fernschild

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Die Ereignisse überschlagen sich. Teilweise im Minutentakt gibt es neue Erkenntnisse und neue Beschlüsse. Auch der Sport ist mit all seinen Facetten betroffen vom Coronavirus. Vorsichtsmaßnahmen werden überall getroffen, Liga- und Sportartenunabhängig. Ob Tischtennis, Handball, Fußball oder auch Faustball. Die Bandbreite ist weitgefächert. Wir fragten Fußballtrainer der höherklassigen Teams.

Marcus Mettke vom SV Blau-Weiß Bad Frankenhausen: „Zur aktuellen Lage im Sport, speziell im Fußball haben wir eine völlig neue und unbekannte Situation. Ich finde es daher sehr ratsam die Entscheidungen und Empfehlungen der zuständigen Behörden und Institutionen anzunehmen. Wenn im professionellen Fußball Meisterschaften unterbrochen, oder gar ausgesetzt werden, dann sollte man auch im Amateurfußball diesem Beispiel vorerst folgen. Jedes Wochenende gehen im Amateurbereich Tausende Spiele über die Bühne. Ansteckungs- und Verbreitungsgefahr besteht ja nicht nur unter den Zuschauern, sondern auch unter Spielern, Trainern, Betreuern und Offiziellen.

Viele Spieler arbeiten, oder studieren auch außerhalb, mitunter in Regionen mit höheren Erkrankungszahlen. Der Thüringer Fußballverband hat den Spielbetrieb auf Landesebene erstmal bis 31. März abgesagt und den Fußballkreisen die Empfehlung gegeben, diesem Beispiel zu folgen. Das finde ich richtig. Das verschafft vorerst Zeit. Man kann die Entwicklung beobachten, sich in Ruhe zusammensetzen und weitere Vorgehensweisen besprechen. Möglicherweise kann ja die Saison nach hinten heraus verlängert werden. Ich denke das werden die nächsten Wochen zeigen wie man weiterhin verfahren kann. Ich möchte dazu auch keine Prognose abgeben. Wir in Bad Frankenhausen werden, sofern es keine anderweitigen Empfehlungen gibt, den Trainingsbetrieb weiter aufrechterhalten und hoffen auf eine Fortsetzung der Saison ab April. Auch wenn wir derzeit sehr viele personelle Probleme haben und viel Lehrgeld in der Thüringenliga zahlen, wollen wir gerne die Saison zu Ende spielen.

Vielleicht gibt uns die Spielpause nun die Möglichkeit, dass die personelle Situation sich wieder ein wenig entspannen könnte. Also warten wir die Entwicklung der nächsten Wochen ab und hoffen dann auf eine Entscheidung, aber meine persönliche Meinung ist, dass die Gesundheit absoluten Vorrang hat.“

Nico Kaspersky vom SV Bielen: „Das wird wohl auch vermutlich noch nicht das Ende sein. Um die Saison sportlich zu beenden, müssten ja alle abgesagten Spiele auch irgendwie nachgeholt werden, was auf Landesebene ein schwieriges Unterfangen ist, wenn man an einem Wochentag bis nach Erfurt zu einem Punktspiel/Nachholespiel fahren muss.

Wir als SV Bielen werden erstmal weiterhin im Trainingsbetrieb bleiben, um, sollte es Anfang April weitergehen, was aber jetzt noch gar nicht absehbar ist, einigermaßen vorbereitet zu sein. Sollten Anfang April weitere Spieltage abgesagt werden, wäre damit sicherlich auch die Saison beendet und dann vermutlich ohne Auf- und Absteiger. Aber das sind Dinge, die haben wir Sportler sowieso nicht in der Hand oder zu entscheiden. Von daher können wir, solange die Saison nicht beendet ist, nur weiter trainieren, hoffentlich gesund bleiben und abwarten wie von offizieller Seite entschieden wird. Aber in Zeiten wie diesen gibt es wichtigeres als die „schönste Nebensache der Welt“, den Fußball, und das ist unser aller Gesundheit.“

Enrico Leifheit von Eintracht Sondershausen: „Wir haben im Vereine von der Maßnahme die nächsten Spiele bis zum 31. März abzusetzen erfahren. Ich halte das für einen logischen und vernünftigen Schritt, um auf der einen Seite die Spieler und Zuschauer zu schützen und um ein Zeichen des Verantwortungsbewusstseins zu setzen. Ich erwarte aber jetzt auch schnellstmöglich Lösungsmöglichkeiten seitens des Verbandes, wie die Situation eingeschätzt wird und wie mit dem Rest der Saison verfahren wird. Ob in den Statuten für diese Fälle etwas vorgesehen ist oder ob eine vertretbare Lösung für alle Vereine gefunden werden kann. Dass auch der Trainingsbetrieb eingestellt wird ist ebenso konsequent, und zwar für den gesamten Verein. Ich als der verantwortliche Trainer akzeptiere diese Entscheidung natürlich und kann diesen Schritt nachvollziehen, auch wenn wir gerne trainiert hätten.“

Jörg Lautenbach vom SV Blau-Weiß Greußen: „Natürlich steht die Gesundheit über Allem, ganz klar. Wir hätten am Wochenende gespielt, was natürlich sehr bitter für uns ist. Jetzt haben wir fünf Nachholspiele zu bestreiten, was fast unmöglich ist bis Saisonende. Verlängerung der Saison wird wegen der Auf- und Abstiege wahrscheinlich auch nicht gehen. Das wird eine schwierige Entscheidung, die der Thüringer Fußballverband treffen muss. Wir haben da keinen Einfluss drauf.“

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