Großengotterns Frohn: „Verband sollte über Neues nachdenken“

Michael Meyer
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Andreas Frohn, Trainer des Fußball-Landesklässlers SC Großengottern.

Andreas Frohn, Trainer des Fußball-Landesklässlers SC Großengottern.

Foto: Michael Meyer

Großengottern.  Im Interview fordert Großengotterns Trainer Andreas Frohn mehr Flexibilität von den Verantwortlichen des Thüringer Fußball-Verbandes.

Am bevorstehenden Mai-Feiertag ist es genau ein halbes Jahr her, dass das letzte Fußball-Landesklasse-Duell im Unstrut-Hainich-Kreis angepfiffen wurde. Als die Spieler vom SV Altengottern sich nach dem Abpfiff über ihren klaren 5:0-Heimsieg gegen den SV Bielen freuten, konnte keiner ahnen, dass der Ball für mehr als 180 Tage nicht mehr über die Sportplätze rollen sollte. Und ein Ende der fußballlosen Zeit auf den Plätzen im Fußballkreis Eichsfeld/Unstrut-Hainich ist weiterhin nicht absehbar.

24 Stunden zuvor, am Reformationstag (31.10.), kickten die Spieler des SC Großengottern letztmals beim 0:1 in Artern in Thüringens zweithöchster Spielklasse. Im Interview äußert sich SC-Trainer Andreas Frohn unter anderem über diese ungewohnte Auszeit.

In der Serie 2019/20 eine halbe Spielzeit mit fünfzehn Spieltagen, jetzt der Saisonabbruch nach maximal sieben gespielten Matches. Da kann man schon fast von einer Entwöhnung vom Amateurfußball sprechen, oder?

Das konnte keiner wissen, wie dramatisch sich das alles entwickeln würde. Zur jetzigen Entscheidung des Thüringer Fußball-Verbandes gab es für mich keine Alternative, weil im Herbst einfach zu wenige Spiele stattfinden konnten. Wir hätten es bis zum fixen Ende am 30. Juni niemals geschafft, noch auf fünfzig Prozent plus einen Spieltag für eine Quotientenregelung zu kommen.

Wie ist Ihr Kontakt zu den Spielern während der bisherigen Pause?

Da sportlich gar nichts passierte, haben wir einen recht losen Kontakt per Telefon. Als Motivation haben wir letzten Monat eine Lauf-Challenge gemacht. Ansonsten setze ich mehr auf Eigeninitiative der Jungs. Jeder soll sich fit halten, ohne das etwas abgeprüft wird.

Ein Blick voraus: Hoffen Sie, dass alles wieder so weitergeht wie bisher in der Landesklasse und insgesamt im Amateurfußball?

Nach den Erfahrungen der letzten beiden Spielserien sollte beim Verband über Neues nachgedacht werden. Vielleicht sollte man erst mal nur eine Halbserie festlegen, um dann flexibel reagieren zu können, um eine sportliche Lösung anzustreben – praktisch ein Notfallplan. Es weiß ja keiner, wie normal alles wieder wird. Und das im Vorfeld auch kommuniziert, damit man sich darauf einstellen kann.

Sehen Sie das Problem, dass sich auch im Männerbereich Spieler anderen Interessen zuwenden und dem Fußballsport den Rücken kehren?

Ich glaube nicht, dass es viele sein werden. Wer geplant hatte, seine sportliche Karriere zu beenden, wird das tun. Bei allen anderen wird die Lust schnell zurückkehren, wenn es wieder losgehen kann. Da bin ich optimistisch.

Sind bei Ihrem Team schon personelle Veränderungen absehbar?

Zu eventuellen Zu- beziehungsweise Abgängen kann ich derzeit noch keine Aussagen treffen. Vorerst wird Tim Stedefeld nicht zur Verfügung stehen, der sich um seinen Hausbau kümmern will. Matthias Baumbach musste sich im April einer Schulter-OP unterziehen und mindestens sechs Monate pausieren.