Grundschule Petersdorf siegt beim Handball-Sichtungsturnier

Nordhausen. „Wer heißt denn mit Vornamen Julia?“, fragte Frank Ollech, Chef der Handballer des Nordhäuser SV, in die Runde. Eine Reaktion ließ nicht lange auf sich warten.

Die Jungen und Mädchen aus den 3. und 4. Klassen zeigten schon bemerkenswerten Handball in der Ballspielhalle. Foto: Christoph Keil

Die Jungen und Mädchen aus den 3. und 4. Klassen zeigten schon bemerkenswerten Handball in der Ballspielhalle. Foto: Christoph Keil

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Sofort schnipste ein Finger nach oben. Der Handballchef des Nordhäuser SV vervollständigte sicherhaltshalber den Namen und rief Julia Pfeiffer zu sich. Die Neunjährige wurde am vergangenen Samstag beim Handball-Sichtungsturnier der Klassen 3 bis 4 in der Ballspielhalle als beste Spielerin ausgezeichnet. Bei den Jungen durfte sich Friedrich Schulze von der Grundschule Petersdorf über die Auszeichnung freuen. Sein Team sicherte sich zudem den Turniersieg. Eine gehörige Portion Spannung lag in der Luft: Sieben Grundschulen des Landkreises Nordhausen folgten der Einladung zum Sichtungsturnier. Begrüßt wurden sie unter anderem von Werner Hütcher.

Sieben Grundschulen beim Turnier dabei

„Ihr wollt Spaß haben? Ihr sollt Spaß haben“, versprach Ollech den rund 100 anwesenden Kindern. Und das nicht nur auf dem Parkett. Dafür sorgte auch die erste Männermannschaft des Nordhäuser SV, die an zwei Stationen mit dem Handballnachwuchs im koordinativen Bereich einige Übungen absolvierte. Mal wurde der Ball von hinten mit einer Hand abwechselnd durch das linke und rechte Bein geprellt, oder mit seitlich ausgebreiteten Armen galt es den Ball von der einen in die andere Hand zu werfen.

Knifflig ging es auch an der zweiten Station, an der Federballschläger und Tischtennisbälle lagen, zu. Hier galt es, den Tischtennisball so lange wie möglich zu führen. Auf dem Parkett wurde der Ball geführt und geprellt. Schließlich galt es in erster Linie Spaß zu haben und auch mal das eine oder andere Tor zu werfen. Sogar ein Penalty-Werfern musste zwischenzeitlich um den Spitzenplatz in der Gruppe 2 entscheiden. Ausgetragen wurde es zwischen den Grundschulen Albert-Kuntz und Käthe-Kollwitz. Frank Ollech, der charmant und mit viel Witz durch das Turnier leitete, erklärte die Regeln. „Es geht ab der Mitte los. Der Spieler geht dabei geradlinig auf das Tor zu und prellt dabei den Ball. Für den Abschluss ist ein Sprung- oder Schlagwurf erlaubt.“

Drei Schützen wurden jeweils benannt. Nach diesen stand es 2:2, so dass abschließend das sogenannte „Golden Goal“ über den ersten Gruppenplatz entscheiden musste. Siegreich war am Ende die Grundschule Albert-Kuntz, die gemeinsam mit den anderen beiden Gruppensiegern, den Grundschulen Petersdorf und Niedersachswerfen I, um die Podestplätze spielten. Für reichlich Spannung war also gesorgt. Ganz besonders in der Partie zwischen Petersdorf und Niedersachswerfen I. Schnell lag Petersdorf mit 2:0 in Führung, Niedersachswerfen kämpfte sich noch mal heran, aber hatte an dem Tag keine Chance gegen die hochmotivierten Gegenspieler. Petersdorf gewann die Partie und sicherte sich zugleich den Turniersieg vor den Grundschulen Albert-Kuntz und Niedersachswerfen.

„Wir sind richtig stolz auf die Kinder“, freute sich Lehrer Veit Meier über den ersten Platz seiner Schützlinge. Neben den Parkett fieberten nicht nur die Trainer mit ihren Betreuerinnen, die Spielerinnen der weiblichen C-Jugend stellten sich für die Aufgabe zur Verfügung, Eltern und Großeltern, sondern auch die erste Männermannschaft des Nordhäuser SV gehörig mit. Sie sahen schon erste gute Spiel­züge und erstklassige Paraden der Torhüter. Zudem hatten sie noch eine Spezialaufgabe, sie sollten nämlich als Jury den besten Spieler und die beste Spielerin küren.

Die Entscheidung machten sich die Jungs nicht leicht. Für Julia Pfeiffer war es die erste Auszeichnung dieser Art. „Das ist richtig cool, dass ich beste Spielerin geworden bin“, sagte die junge Handballerin. Die Viertklässlerin der Grundschule Ilfeld spielt seit fast zwei Jahren Handball. „Es macht mir viel Spaß, weil ich dort meine Energie loswerden kann. Ich finde es auch toll, dass wir im Team spielen.“ Mit im Team ist auch ihre Zwillingsschwester Milena. Gemeinsam durften sie die Urkunde für den vierten Platz entgegennehmen.

Dass es für einen Podestplatz am Ende nicht reichte, war nicht tragisch: „Wir können es verkraften. Ich denke, die anderen haben einfach besser gespielt. Unsere Angriffskette hat gefehlt, und die Manndeckung war auch nicht so gut“, analysierte sie fachmännisch. Abschließend folgte noch das Spiel der besten Spieler, die beim Sichtungsturnier auf sich aufmerksam machten. Von der Qualität der angebotenen Leistung zeigte sich Ollech sehr angetan: „Es war das erste von zwei Sichtungsturnieren. Es hat sich erneut bemerkbar gemacht, dass die Qualität sehr hoch ist. Vor der Zukunft muss uns nicht bange sein.“ Ebenso schickte der Handballchef ein großes Lob an die vielen fleißigen Helfer im Hintergrund: „Es hat alles hervorragend geklappt. Dank der Helfer, die tolle Arbeit geleistet haben.“

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