Hallensport im Kyffhäuserkreis bleibt untersagt

Nordhausen/Sondershausen.  Sowohl im Kyffhäuserkreis als auch im Raum Nordhausen wird es schwer, vor allem drinnen zu trainieren.

Sicherheitsabstand und Maske: Diesen Grundregeln müssen sich seit Monaten auch die Sportler unterwerfen.

Sicherheitsabstand und Maske: Diesen Grundregeln müssen sich seit Monaten auch die Sportler unterwerfen.

Foto: Jakob Maschke

Darf Vereinssport nun betrieben werden oder nicht? Oder nur Schulsport? Welche Einschränkungen gibt es? Gibt es eine Höchstanzahl an Sportlern während des Trainings? Fragen über Fragen, die sich jeder, der es mit dem Sport und dem Vereinsleben gut meint, stellt.

Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres dürfen seit dem vergangenen Sonntag in Thüringen wieder Sport treiben. Der Landkreis Nordhausen hat als Schulträger am Montag angewiesen, die kreiseigenen Hallen am Nachmittag wieder für den Vereinssport zu öffnen. Allerdings ist im Kreis auch die Stadt Nordhausen Schulträger und verfügt damit über eigene Schulsporthallen.

Damit dürfen im Landkreis Nordhausen Vereine in die Hallen und Sport treiben. „Darüber sind wir sehr froh, ebenso wie die Vereine. Ich war die Tage abends unterwegs und habe gesehen, dass in den Hallen Licht brannte. Ein gutes Zeichen, auch was die Bereitschaft angeht“, sagt Patrick Börsch, Geschäftsführer des Kreissportbundes Nordhausen. Trotz der geöffneten Hallen müssen die Hygieneregeln eingehalten werden. So soll unter anderem auf das Duschen und Umziehen verzichtet werden. Und auf eines macht Börsch noch aufmerksam: „Es muss im übertragenen Sinne näher zusammengerückt werden. Solidarität ist das A und O. Die Vereine merken, dass die Mitgliederzahlen nach unten gehen. Da muss es mehr Miteinander geben und jeder sollte etwas Geduld mitbringen und sich nicht gleich aus dem Verein abmelden, so schwer es im Moment manchmal auch sein mag. Aber ich möchte auch zugleich einen großen Dank an die Vereine loswerden. Die Arbeit, die sie in den Erhalt des Sporttreibens hineinstecken ist nicht bezahlbar und verdient höchsten Respekt.“

„Es bleibt für die Vereine schwierig. Laut Änderung der Thüringer-Sonderverordnung ist der Trainingsbetrieb bis 18 Jahre grundsätzlich gestattet. Wenn die Gesundheitsämter oder die Träger der Sportanlagen und Sporthallen vor Ort dies aber untersagen, dann können die Vereine effektiv keinen Sportbetrieb durchführen, außer sie sind selbst Eigentümer der Anlage. Es bleibt momentan meist lediglich der Individualsport“, sagt Lukas Kellner, Vereinsberater und Geschäftsführer des Kyffhäuser Kreissportbundes.

Der Trainingsbetrieb ist uneingeschränkt. Das bedeutet, dass auch Kontaktsport und Partnerübungen erlaubt sind und keine Beschränkungen der Personenanzahl oder bestimmter Sportarten festgelegt sind. Allerdings ist im Einzelfall ist die Genehmigung des Trägers der Sportanlage/-halle (Landkreis/Stadt/Gemeinde/Private) einzuholen. Im Kyffhäuserkreis ist es so, dass laut Information des Landratsamtes bis vorerst 30. November in und auf allen Anlagen in Schulträgerschaft des Landkreises keinerlei Nutzung durch Dritte gestattet ist. Nur der Schulsport in seiner Form möglich. „Genau dieser Verordnung werden wir uns anschließen und haben uns im regen Austausch mit der Landrätin und verschiedenen Bürgermeistern dazu entschlossen, die Turnhalle der Stadt Sondershausen geschlossen zu lassen“, sagt Thomas Rießland von der Stadt Sondershausen. Es sei nicht vertretbar und nicht verständlich, wenn städtische Hallen geöffnet bleiben und die vom Landkreis geschlossen blieben. „Wer soll das nachvollziehen und verstehen?“, stellt Rießland in den Raum.

Jede Woche neu soll die Situation bewertet werden. Dafür sitzen Landrätin und die Bürgermeister in Videokonferenzen zusammen. Doch die jetzige Entscheidung soll bis zum 30. November Bestand haben.

Der Sport im Freien aber ist für bis 18-Jährige weiterhin erlaubt. Auch eine numerische Begrenzung gibt es nicht. Es könnte also beispielsweise eine Handballmannschaft auf den Göldner gehen und dort trainieren. Ob das Sinn macht oder nicht, müssen die jeweiligen Trainer und Übungsleiter sowie die Vereine entscheiden.

Mitgliederversammlungen und Vorstandssitzungen sind ebenso bis voraussichtlich 30. November untersagt. „Wir möchten darum erneut auf das Angebot der kostenfreien Webkonferenzen des LSB Thüringen hinweisen. Auch die Einwahl per Telefon ist möglich“, gibt Kellner noch mal zu wissen.

Die Geschäftsstelle des Kyffhäuser Kreissportbundes bleibt, aufgrund der momentan verstärkten Infektionslage, bis auf Weiteres für den Besucherverkehr geschlossen. Nach vorheriger Terminvereinbarung sind Besuche jedoch auch künftig möglich. Die Geschäftsstelle ist weiterhin per Post, E-Mail und Telefon erreichbar.

Es gilt grundsätzlich für beide Kreise: Trotz aller neuen Regelungen sind weiterhin die Hygienekonzepte umzusetzen.