Handball-Krimis haben beim VfB TM Mühlhausen Hochkonjunktur

| Lesedauer: 4 Minuten
Zur Freude vieler war Ivica Lazarovski (in Blau) mit dabei. Der Nordmazedonier kam Freitag erst wieder in Deutschland an.

Zur Freude vieler war Ivica Lazarovski (in Blau) mit dabei. Der Nordmazedonier kam Freitag erst wieder in Deutschland an.

Foto: Klaus Dreischerf

Mühlhausen.  Die Thüringenliga-Handballer des VfB TM trennen sich vom Spitzenreiter Sonneberg 31:31.

Schon wieder muss man einen Spielbericht des VfB TM Mühlhausen mit einem Krimi vergleichen. Was da am Samstagabend in der Görmarhalle aufs Parkett gezaubert wurde, war zum wiederholten Male nichts für schwache Nerven. Die Schlussminuten waren kaum zum Aushalten, zumal in den letzten vier Minuten nicht ein Treffer mehr fiel – hüben wie drüben.

„Adi (VfB-Torwart Adrian Winkler, Anm. d.R.) hält in der Schlussphase zwei ganz wichtige Dinger. Das hat uns den Punkt gerettet“, sagte VfB-Trainer Karsten Knöfler, der ein leistungsgerechtes Unentschieden attestierte, aber auch anmerkte, dass die Partie in beide Richtungen hätten kippen können. Es hielt niemanden mehr auf seinen Sitzen, die Halle fieberte vollends mit. Und die beiden Paraden vom VfB-Schlussmann waren sehenswert. Mit der Fußspitze dran und übers Tor gelenkt. Und das bei zwei völlig freien Versuchen der Gäste.

Die VfB-Jungs vertändelten in diesen Situationen zweimal den Ball und wären, wenn den Gästen die Toren gelungen wären, wohl nicht nochmal zurückgekommen. Zwar hätte es in der Schlusssekunde noch einen Strafwurf für den VfB geben können, nach Ansicht vieler aus müssen, wäre es aber etwas zu viel des Guten gewesen. Eine harte aber auch vertretbare Entscheidung der gut agierenden Schiedsrichter Klich/Pfefferkorn.

Lazarovski zurück im Team

Besonders erfreulich aus Mühlhäuser Sicht war die Tatsache, dass Ivica Lazarovski wieder am Start war. Der Nordmazedonier riss sich im vergangenen Februar die Achillessehne im Training und musste in seiner Heimat operiert werden. Nachdem sein Gastvisum auslief, wartete er auf seine Erlaubnis. In der Zwischenzeit hielt er sich in seiner Heimat fit. Am 8. Januar war das Arbeitsvisum da und Lazarovski kam zurück nach Mühlhausen. Sein Flieger landete am Freitag und einen Tag später stand er bereits auf dem Parkett. „Ivica hat auch seine Zeit im Spiel bekommen und auch ein Tor gemacht. Das freut uns alle sehr. Für unsere personelle Lage ist es goldwert, dass er wieder da ist. So haben wir im rechten Rückraum wieder mehr Optionen. Nun muss er nach und nach wieder rankommen“, freut sich nicht nur Knöfler über den Rückkehrer.

Die Partie begann denkbar ungünstig für die Hausherren. Nach nur 30 Sekunden musste Felix Fick bereits für zwei Minuten auf die Bank. Der Spitzenreiter aus Sonneberg nutzte das rigoros aus und setze beim 0:3 die erste Duftmarke. Aber der VfB kam gestärkt zurück und übernahm beim 6:5 durch Lennart Adam erstmals die Führung. Es ging hin und her. Kurz vor der Pause glichen die Gäste noch zum 15:15 aus. Es war das erwartet kämpferische und hochklassige Spiel.

Auch die zweiten 30 Minuten begannen mit einem Vorteil für Sonneberg. Drei Tore in Folge und es stand 15:18. Aber wiederum zeigte der VfB Nehmerqualitäten, biss sich fest und drehte zunächst das Spiel beim 28:27 durch Björn Harder.

Auffällig war, dass die Hausherren insgesamt zehn Strafwürfe hatten und die Gäste nicht einen. Das lag zum einen daran, dass der Innenblock, den Knöfler Bestnoten erteilte, bestens stand, und die großgewachsenen Gäste meist aus dem Rückraum agierten. Zudem war im Angriff Felix Fick am Kreis kaum zu halten.

Mühlhausen bleibt für Sonneberg ein rotes Tuch. Noch nie schafften es die Rand-Bayern in Mühlhausen zu gewinnen. In dieser Saison hat Sonneberg erst zwei Minuspunkte – beide durch Mühlhäusen. „Für uns war es wichtig, dass wir das Spiel so lange wie möglich offen halten wollten. Das ist uns gelungen. Letztendlich bin ich mit dem Punkt zufrieden. Sonneberg wird meiner Meinung kaum noch was verlieren. Sie haben sich noch mal richtig verstärkt. Und sie werden aufsteigen“, fasste Knöfler noch mal zusammen und atmete tief durch. Verständlich nach solch einem Krimi.