Das Knie hält: Krause verlängert beim THC

Erfurt  Erfurt. Neben der Torhüterin Jana Krause bindet der Thüringer HC drei weitere Spielerinnen und sieht sich gerüstet für den Endspurt.

Die 39-malige Nationaltorhüterin Jana Krause wird auch in Zukunft das Tor des Thüringer HC hüten. Foto: Alexander Volkmann

Die 39-malige Nationaltorhüterin Jana Krause wird auch in Zukunft das Tor des Thüringer HC hüten. Foto: Alexander Volkmann

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Das Gesicht der THC-Mannschaft für die nächste Saison nimmt Konturen an. Gleich im Viererpack band der Handball-Serienmeister wichtige Spielerinnen. So verlängerten Jana Krause und Beate Scheffknecht ihre Verträge bis 2019 sowie Lydia Jakubisova und Katrin Engel vorerst bis 2017. Zuvor hatte sich bereits Kapitän Kerstin Wohlbold mit dem THC auf die Fortsetzung ihrer schon sechs Jahre währenden Liaison geeinigt.

Dagegen werden neben Sonja Frey und Danick Snelder auch Eliza Buceschi (FC Midtjylland/Dänemark) und Natalia Reshetnikova den Club wieder verlassen. Die Russin plagt Heimweh.

„Wir stehen vor einem ziemlichen personellen Umbruch“, erklärt THC-Trainer Herbert Müller. „Aber ich freue mich sehr, dass wir vier weitere Leistungsträgerinnen davon überzeugen konnten, unseren gemeinsamen Weg fortzusetzen.“

Bei Jana Krause war nicht viel Überzeugungsarbeit zu leisten. „Wir waren uns schnell einig. Das einzige Fragezeichen war ja mein Knie“, sagt die Torhüterin. Ein schmerzhafter Knorpelschaden hatte ihr immer wieder Probleme bereitet. Sogar ein Karriereende stand im Raum. Doch statt einer Operation, die eine einjährige Pause wie bei Rot-Weiß-Verteidiger Jens Möckel nach sich gezogen hätte, setzte sie auf eine Eigenblut-Therapie. Mit Erfolg.

Von Woche zu Woche wurde es besser – und Krause zum gewohnten Rückhalt. Gemeinsam mit Dinah Eckerle bildet die 28-Jährige das wohl beste Gespann der Liga. Zur Freude ihres Trainers: „Wir haben großes Glück, zwei solche Top-Torhüterinnen zu haben. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein und ergänzen sich deshalb so gut.“

Sowohl in den Spielen als auch im Training, wo sie sich gegenseitig zu Höchstleistungen treiben. Krause muss in ihrem Eifer von Müller nicht selten gebremst werden. Aber das geschädigte Knie verlangt seine Auszeiten, gerade wenn die Belastung hoch ist.

„Dann muss ich auf meinen Körper hören und das Training steuern“, sagt Krause. Was nicht einfach ist für eine, die als personifizierter Ehrgeiz gilt und selbst in den Aufwärmspielen vor dem Training keine Freunde kennt.

Entsprechend heiß ist sie auf den Endspurt um die deutsche Meisterschaft, der am Sonntag mit der Partie in Göppingen (16 Uhr) eingeläutet wird. „Dort dürfen wir nicht stolpern“, fordert die Torhüterin volle Konzentration und gibt sich gleichzeitig zuversichtlich. Die Mannschaft sei in den letzten Wochen noch einmal enger zusammengerückt.

„Es hat lange gedauert, bis wir uns wirklich als Team gefunden haben. Aber vor drei, vier Wochen hat es ‚klick‘ gemacht“, beschreibt Krause die neue Situati-on. Das THC-Selbstverständnis wäre jetzt bei allen Spielerinnen angekommen; der Glaube an Titel Nummer 6 allgegenwärtig.

Fünf Hürden sind für die Meisterschaft noch zu überspringen; für den Pokal würden zwei Siege beim „Final Four“ in Leipzig reichen (20./21. Mai). Doch bevor der THC nach den Früchten der kräftezehrenden Saison greifen wird, bekommt er am heutigen Freitag Besuch vom neuen Bundestrainer Michael Biegler.

Dann wird es mit der sportlichen Leitung der Thüringerinnen, dem Trainer und den Spielerinnen zu dem kommen, was es unter Bieglers Vorgänger so gut wie gar nicht gab: Gespräche.

FA Göppingen – Thüringer HC, Sonntag 16 Uhr; EWS Arena, Nördliche Ringstraße

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