Thüringer HC: Müller will auch in Zukunft um Titel spielen

Bad Langensalza  Der Thüringer HC hat den Vertrag mit Trainer Herbert Müller bis 2020 verlängert. Die Mediengruppe Thüringen verdoppelt ihr Engagement.

Alles klar: Herbert Müller bleibt mindestens bis 2020 der Cheftrainer beim Handball-Bundesligisten Thüringer HC.

Foto: Sascha Fromm

Herbert Müller saß zum Fest unterm Weihnachtsbaum und spielte Blockflöte. „Endlich mit der Familie ein paar entspannte Stunden verbringen, darauf habe ich mich gefreut“, sagte der Cheftrainer des Thüringer HC, der eigentlich keine Zeit zum Verschnaufen hat. Denn schon am Donnerstag wartet auf ihn und seine Mannschaft das schwere Auswärtsspiel beim Buxtehuder SV. Am Vorabend des besinnlichen Festes beschenkte der deutsche Vizemeister beim 37:24 gegen den noch punktlosen Aufsteiger Bensheim/Auerbach seine Fans nicht nur mit zwei Punkten, sondern auch mit der Nachricht, dass Trainer Müller seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag bis Juni 2020 verlängern wird.

„Es ging mir hier nicht um einen Vertrag, sondern dieser Verein ist für mich eine Herzensangelegenheit“, sagte Müller, der die Mannschaft im Sommer 2010 übernommen hatte und seither zu sechs Meistertiteln und zwei DHB-Pokalsiegen geführt hatte. Der 55-Jährige will mit dem Verein nun also auch in den kommenden Jahren in Deutschland um Titel mitspielen. „Die Pflicht, sie auch zu gewinnen, haben wir nicht mehr“, sagte Müller. Auch dessen Bruder Helfried bleibt dem Klub als Co-Trainer bis mindestens 2020 erhalten.

Für den Verein ist bei der Zukunftsplanung damit der entscheidende Baustein gesetzt. „Mit der Vertragsverlängerung von Herbert Müller haben wir auch mit Blick auf die Gespräche mit den Spielerinnen ein Signal gesetzt“, sagte THC-Geschäftsführer Tobias Busch. „Ich bleibe auch deshalb, weil wir auch wirtschaftlich abgesichert sind“, sagte Müller.

Die Mediengruppe Thüringen (MGT), zu der auch diese Zeitung gehört, wird ihr Engagement beim Thüringer HC ausbauen. MGT-Geschäftsführer Michael Tallai kündigte nach dem Bensheim-Spiel vor den begeisterten Fans an, dass sein Unternehmen noch in der laufenden Saison seine Unterstützung verdoppelt werde.

Trotz der Vertragsverlängerung mit Müller wird es wohl erneut einige Wechsel geben. Spielerinnen wie etwa die erst 22 Jahre alte Torhüterin Dinah Eckerle sind auch von anderen Vereinen heiß umworben. Unklar ist auch, ob Spielführerin Kerstin Wohlbold (33) über die Saison hinaus noch Handball spielen will. „Es wird vielleicht ein weinendes Auge geben, auch viele lachende Augen“, sagte Müller mit Blick auf den neuen Kader. Noch im Januar wolle man erste Personalentscheidungen öffentlich machen.

Herbert Müller gilt als sesshafter Trainer. In Augsburg arbeitete er einst elf Jahre, später beim 1. FC Nürnberg immerhin neun Jahre. Wenn sein nun verlängerter Vertrag auslaufen wird, sind auch beim Thüringer HC die zehn Jahre voll. Mit seiner Lebensgefährtin Petra Popluharova, einst selbst THC-Spielerin, fühlt sich Müller in Erfurt wohl. In dieser Zeit kamen auch zwei Kinder auf die Welt. Sportlich ist Müller auch auf internationalem Parkett längst nicht am Ziel seiner Träume. Zwar schaffte seine Mannschaft zum siebten Mal den Sprung in die Hauptrunde der Champions League. Doch die Chance aufs Weiterkommen ist gering. „Es wäre ein Ziel, die Hauptrunde mit drei, vier Punkten zu erreichen. Dann kann man auch mal vom Viertelfinale träumen“, sagte Müller.

  • Buxtehuder SV - Thüringer HC, Donnerstag, 18 Uhr
Buxtehuder SV - Thüringer HC, Donnerstag, 18 Uhr

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