Den siebten Mann nicht auf der Rechnung

Arnstadt.  Im Handball-Thüringenpokal unterlag Motor Arnstadt dem Oberligisten HSV Bad Blankenburg mit 21:30

Schwerstarbeit: Die Bad Blankenburger Stefan Remke (links), Marcel Werner (vorn) und Tomáš Musil versuchen Arnstadts Steven Nießen am Wurf zu hindern. Der Oberligist gewann das Viertelfinalspiel 30:21.

Schwerstarbeit: Die Bad Blankenburger Stefan Remke (links), Marcel Werner (vorn) und Tomáš Musil versuchen Arnstadts Steven Nießen am Wurf zu hindern. Der Oberligist gewann das Viertelfinalspiel 30:21.

Foto: René Röder

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Am Ende war es dann doch die erwartet klare Sache für den ambitionierten Mitteldeutschen Oberligisten HSV Bad Blankenburg gegen das sieglose Thüringenliga-Schlusslicht Motor Arnstadt/Plaue. Auch mehr als nur ein Trainingsspiel? „Das war nicht schlecht. Es war eine gute Donnerstags-Trainingseinheit. Wir haben versucht, einiges auszuprobieren“, resümierte Bad Blankenburgs Trainer Igor Ardan eher nüchtern.

Dem Gäste-Coach gefiel, dass die Arnstädter lange so energisch dagegenhielten, zeitweise sogar bis auf zwei Tore herankamen. „Sie waren ein sehr guter Sparringspartner. So konnten wir immer wieder auch das Tempo anziehen und wurden wirklich gefordert. Aber Sonntag, das wird dann eine ganz andere Herausforderung in Apolda.“

Dem Thüringenpokal kann Ardan trotz des souveränen Halbfinal-Einzugs seiner Männer wenig abgewinnen. „Das ist gerade für höherklassige Mannschaften im dicht gedrängten Terminplan immer ein Hindernis, eher wie ein ‚Schwarzer Peter‘. Aber es ist eine Pflichtveranstaltung für jeden Verein in Thüringen, deshalb ziehen wir das auch durch.“

Gut, dass auch die Arnstädter kurz nach Jahresstart eher ausspannen wollen. Deshalb wurde das Spiel für beide Teams zum vorgezogenen Viertelfinal-Donnerstag zu einer Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen. Arnstadts Coach Michael Hüttner: „So haben auch wir nach dem Jahreswechsel etwas mehr Zeit für uns und vor unserem Spiel des Jahres am Sonnabend auch noch den ein oder anderen Ansatzpunkt bekommen, was besser geht. Das Spiel wollen wir unbedingt gewinnen...“ 19.30 Uhr kommt es in der Jahnsporthalle zum direkten Aufeinandertreffen der Keller-Kinder gegen den LSV Ziegelheim. Gewinnt Arnstadt könnte bei Punktgleichheit im direkten Vergleich gegeneinander die rote Laterne nach Ostthüringen wandern.

Der Knackpunkt beim Thüringenliga-Schlusslicht liegt immer noch beim konzentrierteren Abschluss. Zuviel leichte Wurf-Fehler erschweren es Motor, ins Spiel zu kommen. Um dies deutlich zu machen, hat Hüttner seine blauen und grünen Magnete für die Abschlussphase in den ersten 12 Minuten eingesetzt. Das Ergebnis fiel deutlich ins Gewicht. „Alle elf blauen Magnete für vergebene Würfe waren da schon aufgebraucht, von den grünen, für gehaltene Bälle war nur einer verbraucht. Das sagt alles. Die Auszeit mit der Tafel-Analyse half. Beim 3:8 (12.) verkürzte Motor energisch und zielstrebiger durch Erb, Barthel und zweimal A. Heim bis auf zwei Tore zum 7:9 (16.), wiederholte dies noch zweimal (8:10/21., 10:12/24.) und verschenkte mehrfach im Blitzgegenstoß oder bei Würfen auf das in Offensivphasen der Gäste entblößte Tor mehr. Daniel Heim: „Den siebenten Mann der Blankenburger hatten wir nicht auf der Rechnung. Das erhöhte natürlich den Druck, aber wir hätten bei Ballgewinnen auch genauer aus der Distanz werfen müssen.“ Mit dem Pausenpfiff gelang das Keeper Föhr wurfgenau zum 11:16. Zuvor hatte eine kurze Tempoverschärfung der HSV-Akteure und Treffern durch den gnadenlosen Mišových und Bogatzki in anderthalb Minuten auf fünf Treffer wieder eingepegelt.

Der „siebte Mann“ bestimmte auch nach der Pause die Probierphase der Oberliga-Männer, die das aber auch eingespielt stark zelebrierten. Arnstadt Trainer Hüttner: „Das ließe sich in unserer Personalsituation gar nicht durchziehen. Da braucht man ein eingespieltes Team uns sehr viel mehr Training.“

Bad Blankenburg zog zunächst wieder bis auf sechs Tore weg (13:19/34.). Arnstadt rackerte vehement, und kam nach Doppelschlag durch Barthel und Nießen wieder auf drei Treffer heran (17:20/40.), bestätigte das noch einmal beim (18:21/43.), doch dann gingen zwei Fernschüsse von Barthel, einer von D. Heim daneben und obwohl Föhr im Motor-Kasten mehrfach stark parierte, die Möglichkeit für den Ausgleich ebnete, vergaben von Barthel, Nießen und Bergner, Schrittfehler und Fehlpässe machten es den Gästen leicht auf sechs, sieben und zum Ende neun Tore zum 21:30 auszubauen. „Da waren meine Männer dann aber auch richtig platt. Solch intensive Trainingseinheit wünsche ich mir öfter. Jetzt müssen wir diesen Schwung auch in das Spiel gegen Ziegelheim bringen. Dann bin ich mir sicher, dass wir unser Ziel erster Saisonsieg auch schaffen können, so Michael Hüttner zuversichtlich.

Arnstadt/Plaue: Föhr (1) – F. Hüttner, Nießen (2), L.-E. Ludwig (1), Bergner (1), V. Barthel (4), Richter (2), Bartsch, R. Erb (1), Krische, Hoppe, D. Heim (4/1), A. Heim (5).

Bad Blankenburg: Brand, Rein – Bogatzki (2), Beyer (3), Mišových (12/1), Musil, Remke (5/2), Petko (3), Köthe (1), A. Werner, M. Werner (3), Ebert (1).
Siebenmeter: Arnstadt/Plaue 1/1, Bad Blankenburg 3/3. Zweiminuten: 3:4. – SR: Nirsberger/Willner (Ilmenau). Z.: 70 – Jahnsporthalle.

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