THC-Handballerinnen sollen in der Europa League spielen

Erfurt.  In der abgebrochenen Saison der Frauenhandball-Bundesliga ist der Thüringer HC nur Tabellenfünfter. Die Liga schlägt nun vor, dass der THC auch nächste Saison international spielen kann.

Europa League: Auch für THC-Trainer Herbert Müller wäre sie Ehre und Herausforderung zugleich.

Europa League: Auch für THC-Trainer Herbert Müller wäre sie Ehre und Herausforderung zugleich.

Foto: Sascha Fromm

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Wenn die neue Saison der Handball-Bundesliga der Frauen wie geplant im September gestartet werden kann, soll der Thüringer HC auch ohne sportliche Qualifikation einen internationalen Startplatz erhalten. Wie unsere Zeitung erfuhr, hat die Spielleitung dem Vorstand der Handball Bundesliga Frauen (HBF) vorgeschlagen, dem siebenfachen Meister ein Startrecht in der neuen Europa League als Nachfolger des EHF-Cups einzuräumen.

Mit dem Abbruch der Saison 2019/2020 aufgrund der Corona-Krise rangiert der Thüringer HC auf dem fünften Tabellenplatz und wäre damit für den Europapokal nicht qualifiziert. Mit dem plötzlichen Ende der aktuellen Serie hatte die HBF um den Vorstandsvorsitzenden Andreas Thiel angekündigt, dass man die Teilnehmer an den internationalen Wettbewerben später bestimmen werde.

Dem Vorschlag der Spielleitung zufolge soll Borussia Dortmund in der Champions League antreten, die SG Bietigheim als Zweiter ebenso. Wie der THC ist die bei Abbruch auf Rang drei notierte TuS Metzingen für die Europa League vorgesehen. Die Thüringer Mannschaft rangiert als Fünfte einen Platz hinter der HSG Blomberg-Lippe, hat aber ein Spiel weniger ausgetragen, das Hinspiel mit 34:32 gewonnen und das klar bessere Torverhältnis.

Für die Mannschaft um Trainer Herbert Müller sprechen aber auch die Erfolge der vergangenen Jahre. Der Verein trat seit 2011 achtmal in der Champions League an und stand 2015 sogar im Viertelfinale. In der Vergangenheit war genau dies der Motor für die THC-Erfolge. Junge deutsche Nationalspielerinnen wie Emily Bölk und Alicia Stolle kamen nach Thüringen, weil sie hier international agieren konnten.

Momentan ruht der Trainings- und Spielbetrieb beim Thüringer HC. Inzwischen hat der Verein nach dem Abbruch der Saison bei der Arbeitsagentur nun Kurzarbeit angezeigt. Alle Spielerinnen befinden zu Hause, sollen sich dort in den kommenden Wochen selbstständig sportlich betätigen. „Ich bin mir sicher, dass alle so ehrgeizig sein werden, sich auch unter diesen besonderen Bedingungen fit zu halten", sagt Trainer Herbert Müller.

Offiziell beendet ist die abgebrochene Saison nämlich noch nicht. Das Final Four um den deutschen Pokal mit dem THC als Titelverteidiger wurde für den 23. /24. Mai in Stuttgart zwar abgesagt. Komplett gestrichen ist das Turnier nicht. Die HBF hofft noch, die Endrunde mit dem Halbfinale zwischen Metzingen und dem THC sowie das Duell zwischen Göppingen und Dortmund und das Endspiel zu späterer Zeit nachholen zu können.

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