ThSV Eisenach feiert triumphale Rückkehr in die 2. Bundesliga

Konstanz  Der ThSV Eisenach gewinnt auch das Relegationsrückspiel bei der HSG Konstanz und kehrt mit dem 29:26 in die 2. Handball-Bundesliga zurück.

Mission erfüllt: Armend Alaj bejubelt den Eisenacher Triumph.

Foto: Peter Gebhardt

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Die größ­te Gefahr für die Eisenacher, doch noch auszurutschen, bestand in der Schänzle-Halle nach dem Abpfiff. Der nasse graue Belag, ein Bodensee aus Pfützen von Sekt und Bier, war freilich ihnen zuzuschreiben – ein feucht-fröhlicher Beleg des Erfolges. Dank des ungefährdeten 29:26-Sieges im Relegations-Rückspiel bei der HSG Konstanz feierten die Wartburgstädter eine triumphale Rückkehr in die 2. Handball-Bundesliga.

Mit der besten Saisonleistung und einem reifen, nervenstarken, ja geradezu abgezockten Auftritt nahmen die Eisenacher ihr Schicksal von Anfang an in beide Hände. „Wir haben uns vor dem Spiel gesagt: die wollen uns überrennen, aber das lassen wir nicht zu“, sagte der überglückliche Marcel Schliedermann, dem mit dem Abpfiff „ein Mount Everest vom Herzen gefallen war“. Der Kapitän, der den ThSV Richtung Emsdetten verlässt, genoss im übergestreiften Aufstiegstrikot das Bad in der blau-weißen Menge der rund 200 mitgereisten Fans: „Ich gehe im Guten, denn das wollte ich: mit Eisenach noch einmal aufsteigen.“

Die mit viel Zweckoptimismus in die Partie gegangenen Konstanzer schnupperten nur kurz an der Überraschung: beim schnellen 2:0 nach 100 Sekunden. Doch der ThSV behielt den Kopf oben, glich zum 4:4 aus und ließ auch in der folgenden 4:6-Unterzahl nur ein Ge­gentor zu. „Wir hatten ei­ne große Palette von guten und sehr guten Spielern“, lobte Trainer Sead Hasanefendic seine Truppe.

Es war vor allem die Eisena-cher Linkshänder-Fraktion, die eine Demonstration der Stärke zeigte. Alexander Saul, noch lange nach Abpfiff wie ein Handball-Heiliger in ein riesiges blau-weißes Banner gehüllt, überzeugte als Schütze (sieben Tore) und brillanter Vorlagengeber. „Das wird mein Tag“, hatte der 23-Jährige schon am Morgen im Mannschaftshotel versprochen.

Neben ihm war es der unbändige Willy Weyhrauch, der als Wirbelwind aus allen Positionen traf – sogar aus dem Rückraum. So wie der Rechtsaußen kam auch Justin Mürköster am Kreis ohne Fehlwurf auf eine 100-Prozent-Quote. Die Zuspiele auf ihn hatte Hasanefendic am Vorabend noch üben lassen.

„Unser verwirrendes Angriffsspiel war die Grundlage“, sagte Armend Alaj, der erst von links- und dann von rechtsaußen traf. Und weil sich auch die Torhüter bestens ergänzten, fanden die sichtlich nervösen Konstanzer mit zunehmender Spielzeit keine Mittel mehr, schlossen ihre Angriffe oft zu früh und zu überhastet ab. Das Schlusswort von Eisenachs Legende Daniel Luther, der nach seinem letzten Spiel seine Schuhe an die Traversen hing, galt somit für beide Seiten: „Jetzt ist Feierabend.“

Mehr Bilder vom Spiel: .de

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