Thüringer HC: Pokaltraum ist jäh geplatzt

Nordhausen  Die Handball-Frauen des Thüringer HC verlieren das Viertelfinale gegen Bietigheim mit 26:31.

Kein Durchkommen: Beate Scheffknecht (re.) wird von Mia Bilthoft am Wurf gehindert.

Foto: Sascha Fromm

Im ersten Augenblick war es ein schwacher Trost. Als Herbert Müller die bittere Pokalniederlage den Fans erklärt hatte, gab er die Vertragsverlängerung von vier Spielerinnen bekannt. Die beiden Außenspielerinnen Lydia Jakubisova und die derzeit verletzte Alexandra Mazzucco bleiben ebenfalls beim Thüringer HC wie Rückraumspielerin Beate Scheffknecht und Kreisläuferin Meike Schmelzer. Zuvor gab Müller ein Versprechen ab. „Wir werden sehr hart arbeiten, damit wir in der Bundesliga ganz oben bleiben“, sagte der Trainer, nachdem seine Mannschaft beim 26:31 (11:15) gegen Meister SG Bietigheim im Pokal-Viertelfinale den Einzug ins Final-Four-Turnier am 19./20. Mai in Stuttgart und damit eine weitere Titelchance verpasst hatte. Neben Bietigheim hatten bereits der VfL Oldenburg, TuS Metzingen und die HSG Bad Wildungen die Pokalendrunde mit den besten vier Mannschaften erreicht.

Für den Thüringer HC war es die zweite Niederlage in Folge, nachdem die Mannschaft um Kerstin Wohlbold eine Woche zuvor in Bad Wildungen die erste Punktspiel-Niederlage kassiert hatte. „Das hat nicht in den Köpfen gesteckt. Wir haben trotz der Niederlage bis zur letzten Minute gekämpft. Arbeitsverweigerung – so etwas wird es bei uns nie geben“, sagte die THC-Spielführerin, die sich als faire Verliererin gab: „Bietigheim hatte immer eine passende Antwort. Wir waren einfach zu leicht ausrechenbar.“

Als der Thüringer HC so richtig ins Spiel gekommen war, hatten die Gastgeberinnen den Halbfinal-Einzug schon verspielt. Denn den 2:7-Rückstand nach zehn Minuten konnte er nie aufholen, auch wenn man dreimal auf ein Tor heran war. Aber es fehlte viel an diesem Tag. Manchmal ärgerten sich Mannschaft und Fans über den einen oder anderen Pfiff der Schiedsrichter. Aber vor allem fehlten die einfache Tore aus dem Rückraum und oft auch der letzte Biss in der Abwehr. „Manchmal hat eben auch das Quäntchen Glück gefehlt, wenn der Ball an den Pfosten ging“, sagte Kapitänin Wohlbold.

Für die Gastgeberinnen war es auch keine Initialzündung, als die in der 22. Minute eingewechselte Torhüterin Jana Krause gleich mit ihrer ersten Aktion ein Gegentor verhinderte. Als sich Bietigheim schließlich in der zweiten Halbzeit mit fünf Toren in Serie auf 21:14 abgesetzt hatte (45.), war das Spiel praktisch gelaufen.

Einen Lichtblick lieferte in der Schlussphase zumindest noch Gordana Mitrovic. Die in dieser Saison lange am Ellenbogen verletzte 21-Jährige, die wie Saskia Lang, die verletzte Nina Schilk, Iveta Luzumova und Josefine Huber noch einen Vertrag für die kommende Spielserie besitzt, erzielte unerschrocken und dynamisch vier Treffer in Serie. Aber selbst beim 21:25 (55.) ließ sich die SG Bietigheim nicht aus der Ruhe bringen.

Der Trainer verabschiedete die Fans derweil mit einer Kampfansage. „Wir werden wieder aufstehen“, sagte Müller. Schon am 27. Januar kommt Bietigheim ja schon wieder in die Wiedigsburghalle. Dann zum Hauptrunden-Auftakt in der Champions League. Und schon am kommenden Samstag gilt es, im Heimspiel in Bad Langensalza gegen Borussia Dortmund die Bundesliga-Tabellenführung zu behaupten.

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