Vor Spiel gegen HC Astrakhanochka: Bürokratische Hürden für den THC

Erfurt  Vor dem sportlichen Vergleich mit dem HC Astrakhanochka stehen vor den THC-Handballerinnen bürokratische Hürden.

Maik Schenk ist Geschäftsführer des THC.

Maik Schenk ist Geschäftsführer des THC.

Foto: Sascha Fromm

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Beim Thüringer Handballclub ist das Stöhnen nach der Auslosung der dritten Qualifikationsrunde im EHF-Cup unüberhörbar. Seit Dienstagvormittag als das Wort Astrakhanochka fiel, ist THC-Geschäftsführer Maik Schenk damit beschäftigt, eine Unmenge an bürokratischen Erfordernissen zu erfüllen.

„Wir kommen in einen grenzwertigen Bereich“, meint der Manager und atmet tief durch. Drei Tage lang wühlte er sich unentwegt durch Papiere, füllte Anträge aus, verglich die Angaben auf anderen Formularen und beantragte wieder neue für die Tour ins russische Astrachan. In der Luftlinie rund 3000 Kilometer entfernten Stadt am Kaspischen Meer findet am 10. November das Hinspiel beim HC Astrakhanochka statt. Eile ist geboten.

Montag sei der allerletzte Termin, sagt Schenk. Dann müssen die Unterlagen komplett sein, damit Spielerinnen samt Trainer- und Betreuerstab ein Visum für Russland erhalten. Das dauere in der Regel zehn Tage. Klingt einfacher, als es in der Realität ist. Der Antrag umfasst gut eine Handvoll Seiten. Und jede Angabe muss haargenau der entsprechen, die in der Einladung steht. Hinzu kommen Angaben über Reiseroute, eine Auslandskrankenversicherung mit Mindestdeckung von 30.000 Euro, biometrische Passbilder, Aufenthaltstitel für Nicht-EU-Bürger wie Jovana Sazdovska und Meldebescheinigungen für die anderen ausländischen Spielerinnen. Nicht zu vergessen, müssen Reisepässe ein halbes Jahr gültig sein.

Herbert und Helfried Müller mussten noch schnell einen vorläufigen Pass beantragen. Mariana Lopes ist wegen eines neuen Passes extra zur portugiesischen Botschaft nach Berlin gefahren, berichtete Maik Schenk. Und er erzählte davon, dass zu allem Überfluss am Donnerstag, an dem er sich in Erfurt die Meldebescheinigungen für die ausländischen Spielerinnen geben lassen wollte, auch noch die Computer ausgefallen waren.

„Am Ende ist alles mit der heißen Nadel gestrickt“, sagte er gestern. Da ist noch offen gewesen, ob nicht weitere böse Überraschungen drohen. Vier Spielerinnen sind schließlich mit der deutschen Nationalmannschaft unterwegs. Nach dem Tag des Handballs in Hannover und dem Test gegen Kroatien (Sa., 17.30 Uhr) stoßen sie erst am Montag wieder zur Mannschaft.

Unterdessen bereitet sich das THC-Team auf die nächsten Partien im DHB-Pokal und in der Bundesliga vor. Bei einem Trainingsspiel gegen Zweitligist Halle-Neustadt (27:20) wurde viel probiert. Am 2. November tritt der Pokalsieger bei Blomberg-Lippe an, am 6. November steigt der Gipfel bei Bietigheim, ehe es zwei Tage später nach Astrachan geht. Die Woche darauf, am 16. November (19 Uhr), findet in Nordhausen das Rückspiel statt. Der Vorverkauf startet am Montag – unter anderem im Ticketshop Thüringen. Karten kosten 16 Euro, ermäßigt 12 Euro.

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