Handballerinnen des Thüringer HC erobern Bundesligaspitze

Bad Langensalza.  Vor dem Auftakt in die Europa-League-Qualifikation werfen sich die Thüringerinnen mit einem 36:28 (18:12)-Sieg gegen Blomberg-Lippe warm.

Die beste THC-Schützin, Marketa Jerabkova (Mitte), muss einiges einstecken – hier von Cara Hartstock (links) und Malina Marie Michalczik

Die beste THC-Schützin, Marketa Jerabkova (Mitte), muss einiges einstecken – hier von Cara Hartstock (links) und Malina Marie Michalczik

Foto: Sascha Fromm

Die Handballerinnen des Thüringer HC haben ihren gelungenen Start in die Bundesliga-Saison weiter veredelt. Drei Tage vor dem Auftakt in die Europa-League-Qualifikation bei dem WAT Watzgersdorf in Wien am Samstag (18 Uhr) behaupteten sie sich auch gegen Blomberg-Lippe. Nach einer über weite Strecken klasse Vorstellung vor erneut 500 zugelassenen Zuschauern in der Salza-Halle feierten sie am Mittwoch einen 36:28 (18:12)-Sieg und setzten sich zunächst an die Bundesligaspitze.

Während Mitfavorit Dortmund im zweiten Spitzenspiel gegen Metzingen 25:20 (15:9) gewann und den vierten Sieg im vierten Spiel holte, wahrten die Frauen um Kapitänin Lydia Jakubisova nach fünf Spielen ihre Ungeschlagenserie.

Marketa Jerabkova erzielt elf Tore

Einen herausragenden Eindruck hinterließ neben einer aus allen Lagen treffenden Marketa Jerabkova (elf Treffer) vor allem auch Torhüterin Marie Davidsen. Während ihre Vorderleute den Gegner immer wieder in den Positionsangriff zwangen und so auf Distanz hielten, wehrte die Norwegerin in Top-Form ab, was abzuwehren war. Großartig fischte sie in Unterzahl etwa den Ball aus Nahdistanz von Myrthe Schoenaker mit langem Arm weg. Mit sieben Treffern lag ihr Team da bereits vorn (13:6/22). Dass Davidsen danach mehrfach in kurzer Folge hinter sich greifen musste, lag daran, dass die Thüringerinnen wie zu Beginn auch gegen Ende der ersten Hälfte mit ihren Möglichkeiten schluderten und Blomberg das schnelle Spiel eröffneten, das sie zuvor so gut unterbanden.

Den Gast phasenweise überrannt

An der Dominanz der Einheimischen aber änderte sich nichts. Mit Wiederbeginn hielten die THC-Frauen an ihrer taktisch disziplinierten Vorstellung fest und überrannten den Gast phasenweise. Marketa Jerabkova, wer sonst an diesem Abend, warf vom Punkt mit ihrem neunten Treffer erstmals einen Zehn-Tore-Vorsprung heraus (24:14/38.) – und ließ sogleich Nummer zehn folgen.

Der THC leistete sich in der Folge zwar eine kurze Schwächeperiode, blieb aber am Drücker und brachte den vierten Saisonsieg ungefährdet nach Hause. Genau die richtige Einstimmung, bevor am Samstag die Qualifikation für die European Handball League mit dem Auswärtsspiel bei WAT Atzgersdorf beginnt.

Während Herbert Müller diesmal aufgrund seiner Verletzung fehlte, schwärmte Bruder Helfried Müller im Nachgang von der Geschlossenheit. „Wir sind auf dem Weg, eine schlagkräftige Mannschaft aufzubauen", sagte er, „heute haben alle nur für Herbert gespielt".