Harzquerung artet in Schlammschlacht aus

Nordhausen. Bei eher bescheidenem Wetter fand am Samstag die Harzquerung statt. Trotz der Schlammschlacht zeigten die Sportler Höchstleistungen.

Mario Pelzel (r.) läuft ins Ziel ein. Foto: Lauffreunde Nordhausen

Mario Pelzel (r.) läuft ins Ziel ein. Foto: Lauffreunde Nordhausen

Foto: zgt

Herrlich, dieses schöne Frühlingswetter, die Sonne, eigentlich ist es so schon richtig sommerlich, oder?Leider nicht am vergangenen Samstag, als für über 800 Läufer und Wanderer aus der ganzen Bundesrepublik der vielleicht schönste Landschaftslauf des Jahres stattfand - die Harzquerung, ein Lauf auf Wanderwegen quer durch den Harz. Dabei konnte zwischen dem Hauptlauf von Wernigerode nach Nordhausen über 51 Kilometer, dem 25 Kilometer langen Lauf von Wernigerode nach Bennekenstein, oder dem 28 Kilometer langen Lauf über den 600m hohen Poppenberg von Bennekenstein nach Nordhausen gewählt werden.

Während am Vortag noch das T-Shirt getragen werden konnte, froren die Läufer beim Start um 8.30 Uhr in Wernigerode bei Nieselregen und 4 Grad Celsius. Aber die Vorfreude auf einen von Peter Unverzagt vom Skiklub Wernigerode wie immer grandios organisierten Wettkampf hielt alle Teilnehmer warm. Es gibt wohl keinen Organisator, der von 5.30 Uhr bis 18.00 Uhr überall auf der Strecke anzufinden ist. Ein Organisator, der Startnummern austeilt, den Startschuss gibt, auf der Strecke die Läufer motiviert und fotografiert, im Ziel jeden Läufer begrüßt und so viel wie möglich persönlich ansagt!

Auf einer völlig aufgeweichten Strecke mit regelrechten Schlammlachen bewiesen die Sportler ihr außergewöhnliches Durchhaltevermögen. Bestzeiten waren zwar unter den gegebenen Voraussetzungen unmöglich, jedoch waren die Siegerzeiten mehr als respektabel. Über 51 Kilometer gewann Andre Krohn (MHK) aus Hohen Neuendorf in Brandenburg gemeinsam mit Andreas Schneidewind (M45) von der SV Germania Helmstedt, da beide zeitgleich in 4 Stunden und 18 Sekunden die Ziellinie überquerten. Platz 3 erreichte 33 Sekunden später Frank Kleinsorg (M40) vom ASFM Göttingen. Beste Frau wurde Claudia Herrmann (W30) von den "Rennschnecken Burkersdorf" aus dem Landkreis Greiz in 4:47:40, vor Cornelia Hünersen (W50) aus Radeberg in 4:57:25 und Ulrike Lemke (W30) von den "Vegan Runners UK" in 5:00:11. Aus dem Landkreis Nordhausen sind vor allem Sebastian Kurch (2. M30 in 4:26:18), Thomas Wiemann (7. MHK in 4:47:48), Mario Pelzel (21. M45 in 5:03:46 – alle VfL 28 Ellrich) und Thomas Stritzel (Nordhausen, 22. M45 in 5:03:48) hervorzuheben.Über die 28 Kilometer siegte Janko Schlöffel (DAV, 2:19:47), vor Thomas Kouschil (Klemme AG Nordhausen, 2:23:49) und dem bekannten Extremsportler und Laufreisenveranstalter Björn Grass (Laufteam Björn Grass; 2:28:40). Bei den Frauen siegte hier Judith Sachse (AlpinClub Berlin; 2:41:33) vor Tina Herrmann (Rennschnecken Burkersdorf; 2:46:55) und Annegret Baumann (Dresden; 2:47:08).Die 25 Kilometer-Strecke absolvierte Thomas Kühlmann (Nordischer Skiverein Wernigerode; 1:40:18) vor Eike Eyermann (Brockenlaufverein; 1:44:29) und Felix Fleischer (NSV Wernigerode; 1:47:13). Luisa Merkel (NSV Wernigerode; 2:06:17) siegte vor Britta Menz (Menz-4-Trails; 2:22:09) und Nicole Alberti (Brockenlaufverein Drübeck; 2:24:12).

Die familiäre Atmosphäre unter Extremsportlern, die liebevolle Organisation, die 5-Sterne-Verpflegungsstationen und die traumhafte Landschaft zeichnen diesen Lauf besonders aus und bringen ihn Jahr für Jahr immer höher in der Beliebtheitsskala. Sicherlich werden im nächsten Jahr schon über 1.000 Teilnehmer starten. Dabei wird es dann hoffentlich ausreichend Sonnenschein geben.