Harztorlauf: Aller guten Dinge sind drei

Nordhausen.  Am 2. Mai 2021 soll es nun klappen und die siebte Auflage des Harztorlaufs stattfinden

Traumhafte Landschaften gibt es während des Harztorlaufes zu bestaunen, was wohl auch diesen einsamen Läufer begeistert.

Traumhafte Landschaften gibt es während des Harztorlaufes zu bestaunen, was wohl auch diesen einsamen Läufer begeistert.

Foto: Christoph Keil

Es sollte ein ganz besonderer Lauf werden; die magische Marke von 1000 Teilnehmern geknackt werden. Doch daraus wurde in diesem Jahr nichts – wie aus so vielen Dingen. Ursprünglich war der 7. Harztor-Lauf für den 19. April 2020 geplant. Der „siebte Streich“ sollte es sein. „Vielleicht hätten wir die 1000 Teilnehmenden geknackt, das Familienfest sollte wieder toll werden. Harztor praktisch als Nabel der Sportwelt hier im Südharz. Doch dann kam Corona und wir mussten entscheiden, wie man damit umgeht“, erklärt der Organisator und Vereinsvorsitzende des Harztorlaufes Dirk Wackerhagen mit leicht sorgenvoller Stimme.

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und so haben Wackerhagen und Co. an ein schnelles Ende der Pandemie gedacht und den Harztorlauf an das Ende der Sommerferien verschoben. Dies erfolgte nach Absprache mit anderen Läufen in der weiteren Region und mit Präsentatoren und Sponsoren sowie Helfern und Behörden. Der neue Termin sollte der 30. August sein.

Und wieder ging die Suche nach einem Termin los

„Statt Frühjahr also Hochsommer, das bedeutete für uns zum Teil völlig andere Herausforderungen. Statt Heizungen für die Läufer- und Besucherzelte waren nun mehr Erfrischungen zu bedenken. Da wir auch Laufen mit Hunden anbieten, mussten wir auch dort die Regeln anpassen. Das Mitführen von Wasser wurde Pflicht für die Hundeführer, auch wiesen wir auf den heißen Asphalt hin. Und wir hofften, ein Familien- und Lauffest durchführen zu können, so wie vor den Einschränkungen“, erklären Wackerhagen und sein Stellvertreter Dirk Daniel. Nun, es kam wieder anders.

Schon zu Beginn des Sommers zeichnete sich ab, dass auch der 30. August nicht zu halten war. Und wieder ging die Suche nach einem Termin los. Für einen kurzen Moment haben die Verantwortlichen überlegt, im späteren Herbst einfach einen Lauf anzubieten, doch diese Idee musste ebenso schnell zu den Akten gelegt werden.

Nun soll es der „Neustart“ im Jahr 2021 werden. Der 2. Mai ist anvisiert. „Bisher haben wir positive Rückmeldungen von den meisten Partnern bekommen. Auch sie wollen gern, dass der Lauf im Frühjahr stattfindet. Doch den richtigen Termin zu finden, das war gar nicht so einfach“, sagt Wackerhagen.

Keine Besucher auf dem Veranstaltungsgelände

Zuerst präferierten die Verantwortlichen des Harztorlaufes den 25. April 2021. Es sollte ein Datum sein, an dem keine anderen Läufe stattfinden. Aber neben dem Sport gibt es auch noch andere Ereignisse. Denn es stellte sich heraus, dass an diesem Tag die Wahl zum Thüringer Landtag geplant war.

„Das hätte uns eine Vielzahl der Helfer gekostet, die wir dringend für die Veranstaltung brauchen“, erklärt Wackerhagen. Ein anderes Datum musste her. Die siebte Auflage soll nun am 2. Mai 2021 über die Bühne gehen.

Mit den Erfahrungen aus den zwei Verschiebungen haben Wackerhagen und Co. damit begonnen, eine Veranstaltung rein für die Laufsportler zu organisieren. Dazu gehört ein exaktes Hygiene-Schutzkonzept. Dieses sieht keine Besucher auf dem Veranstaltungsgelände vor, eine Entscheidung, die sehr schwer gefallen ist. Das Kinderfest, der Bambini-Lauf mit Omas und Opas am Rand, die ihren Enkeln zujubeln, der Kuchenbasar – all dies wird nicht stattfinden, obwohl es das ist, was den Harztor-Lauf besonders macht. Ob Übernachtungen in der Region stattfinden können, ist nicht klar und eher wahrscheinlich.

Verein steht vor neuen Aufgaben und benötigt mehr Helfer als sonst

Ein Lauf nur für Sportlerinnen und Sportler unter verschärften Hygiene-Bedingungen stellt den Verein vor neue Aufgaben und benötigt mehr Helfer als sonst. „Das macht uns als Verein Bauchschmerzen, weil sich eine gewisse Corona-Bequemlichkeit unter den Menschen breit macht. Wir als Verein sind davon größtenteils noch verschont, doch andere Vereine haben damit verstärkt zu tun. Aber wir haben uns auch immer als eine Veranstaltung verstanden, die viele Vereine und Bürger zusammengebracht und so den Zusammenhalt in der „neuen“ Gemeinde Harztor gefördert hat“, unterstreichen die beiden Vereinsvorsitzenden, die nun genau das in Gefahr sehen.

Es ist mutig, bereits jetzt solch einen Lauf zu planen, der viel Organisation erfordert und viele unbekannte Faktoren bereit hält. Aber für Wackerhagen, Daniel und Co. ist es eine Art Verpflichtung: „Wir wollen weiter eine integrierende Veranstaltung für die Einwohner von Harztor und dem ganzen Südharz sein. Und wenn wir ehrlich sind, am Harztor-Lauf hängt auch ganz viel Herzblut.“

www.harztorlauf.de