Heike Bergmann: Eine Runde um Sylt

Zeulenroda  Ultra-Läuferin aus Zeulenroda startet bald die Vorbereitung auf die Sylt-Umrundung, privat organisiert, weil sonst nichts läuft

Die Zeulenrodaer Ultraläuferin Heike Bergmann will nach Sylt und Griechenland.

Die Zeulenrodaer Ultraläuferin Heike Bergmann will nach Sylt und Griechenland.

Foto: Andreas Rabel

Was tun, wenn nichts läuft? Das Training ultra-sinnlos erscheint, weil es kein Ziel gibt? Die Antwort: Sich privat einen Wettkampf organisieren. Heike Bergmann, Ultra-Läuferin aus Zeulenroda, über Jahre in der Nationalmannschaft der 24-Stunden-Läufer, hat sich am 1. Mai bei der Sylt-Inselumrundung angemeldet.

Exakt stehe die Strecke noch nicht fest, sagt sie, aber es werden zwischen 120 und 150 Kilometer sein, „die wir an einem Tag schaffen wollen“. Wir, das sind aktuell vier Starter, die um die nordfriesische Insel laufen wollen. Früh um sechs soll los gelaufen werden und bevor es dunkel wird, will das Quartett die Umrundung geschafft haben.

„Ich freue mich auf den ersten Wettkampf im neuen Jahr“, sagt Heike Bergmann, „bisher gab es nur Absagen“. Im Januar hält sich die Zeulenrodaerin fit, im Februar steigert sie Tempo und Kilometerzahl, um auf Sylt in Form zu sein. Gut möglich, dass sie sich auf den heimischen Laufstrecken den Ärzte-Song „Westerland“ aufs Ohr gibt. Auch sie hat Sehnsucht, will an die Nordsee und am Ende des Tages zurück nach Westerland.

Nach Sylt kommt Griechenland

„Ich war noch nie auf Sylt. Ich bin mal gespannt“. Dass sie die Umrundung läuferisch nicht durchsteht, ist unwahrscheinlich. Heike Bergmann ist auf den langen Kanten zu Hause, hat einst mehr oder weniger per Zufall entdeckt, „dass ich lange laufen kann“. Fast aus dem Stand packte sie ihren ersten Marathon. WM-Medaillen im 24-Stundenlauf hat sie zu Hause hängen, ihren Abschied aus der Nationalmannschaft hat sie gegeben, „ich laufe, was mich reizt, was mir Spaß macht.“

In diesem Jahr soll es noch zweimal nach Griechenland gehen. Im September möchte sie ihren 2020 ausgefallenen 6. Spartathlon nachholen, 246 Kilometer von Athen nach Sparta. Und auch ihren Startplatz beim doppelt so langen Ultralauf Athen – Sparta – Athen will sie mit einem Jahr Aufschub durch die Corona-Pandemie angehen. „Hoffen wir, dass alles so läuft, wie ich es mir vorstelle“, sagt sie. Prognosen seien schwierig, „alles wie der Blick in die Glaskugel“.