HSG Waltershausen setzt Aufwärtstrend fort

Waltershausen.  Handball-Landesligist gewinnt Heimspiel gegen Saalfeld/Könitz mit 31:27. Routinier Sanchez-Rodriguez bleibt in letzten Minuten ganz cool.

Marco Rimbach versenkt hier im Nachwurf einen Siebenmeter. Rechts beobachtet der Mann des Spiels – Kendy Sanchez-Rodriguez – die Szene.

Marco Rimbach versenkt hier im Nachwurf einen Siebenmeter. Rechts beobachtet der Mann des Spiels – Kendy Sanchez-Rodriguez – die Szene.

Foto: Mike El Antaki

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Die Frage nach dem Spieler des Spiels war beim 31:27 (15:14) der HSG Hörselgau/Waltershausen gegen die HSG Saalfeld/Könitz recht einfach zu beantworten. Kendy Sanchez-Rodriguez war’s, auch wenn sich die Torausbeute bei den Gastgebern ziemlich ausgeglichen verteilte. Der in der zweiten Hälfte aufs Parkett gekommene Rechtsaußen blieb – im Gegensatz zu manchem Teamkollegen – im Abschluss ganz cool und verdiente sich mit seinen vier Treffern in den letzten dreieinhalb Minuten viel Beifall. Auch vom eigenen Trainer. „Hut ab vor Kendy, zumal er die ganze Woche über in Holzminden bei der Bundeswehr ist und kaum mit uns trainiert“, wollte Coach Manfred Kühr seinen Oldie (Jahrgang 1979) aus der Mannschaft hervorheben. Die konnte ihren Formanstieg im neuen Jahr fortsetzen und hat nach dem dritten Heimsieg hintereinander Anschluss zu den rettenden Plätzen der Landesliga hergestellt.

Auch bei den Gästen war es mit Christian Lindig ein Routinier, der herausragte. Lange saß er jedoch eher desinteressiert auf der Ersatzbank. Während Saalfeld zunächst beweglicher wirkte und bis zur 20 Minute mehrfach mit drei Toren vorne lag, waren seine Augen hauptsächlich aufs Smartphone gerichtet. Dort lief der Livestream vom EM-Spiel der DHB-Handballer. Nach seiner Einwechslung in Halbzeit zwei war der wegen der Verletzung von Stammkeeper Gerner reaktivierte Schlussmann aber sofort voll da. Völlig frei zum Wurf kommend, brachten Marco Rimbach und Marino Kaufhold bei Kontern den Ball nicht an Lindig vorbei. Das Glück des Tüchtigen hatte er zudem, als Rimbach beim Stand von 20:20 (43.) nur die Latte traf. „Das war mal wieder zum Haareraufen. Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht“, haderte Kühr mit der Chancenverwertung. Die Gäste nutzten dies, legten ein 22:20 (Möller/45.) vor, doch danach ging bei Saalfeld/Könitz aus dem Positionsspiel nicht mehr viel. Nun machte sich bei den Ostthüringern der Ausfall einiger Leistungsträger, wie dem letztjährigen Torschützenkönig Florian Reiner, bemerkbar.

Dass sich der Gegner nun oft festrannte, lag freilich auch an den Waltershäusern. „Nach dem Wechsel“, so Kühr, „war unser Deckungsverhalten deutlich besser.“ Allerdings musste in der 50. Minute Abwehrstratege Florian Ludwig nach der dritten Zeitstrafe mit Rot vorzeitig vom Parkett. In Unterzahl gelang Kreisläufer Christian Elstner das 25:23 (51.) für die Hausherren, doch Saalfeld blieb dran. Als Zeitspiel drohte, drückte Leander Richter eine Freiwurf-Ablage ein zum 25:24 (54). Und nach einer weiteren Lindig-Parade glich Lukas Krieschke abermals aus (55.). Kühr schwante Böses: „Da habe ich schon gedacht, dass wir mal wieder in den letzten Minuten Punkte verschenken. Zum Glück haben die Jungs diesmal den Kopf oben behalten.“ Vor allem gilt dies für Kendy Sanchez-Rodriguez.

Dreimal beantwortete er in der Schlussphase postwendend den Anschluss. So auch zum 29:27 80 Sekunden vor Ende. Saalfeld suchte dann den schnellen Abschluss, doch als Torhüter Erik Hasenstein nach kurioser Szene den Ball gerade noch auf der Linie zu fassen bekam, war der Doppelpunktgewinn perfekt.

Hörselgau/Waltershausen: Hasenstein, Ortlepp – Elstner 2, Ludwig, Rimbach 7/2, M. Messing 2, Frosch 5, D. Messing, Daniel 6, Kaufhold 2, Linke 1, Sanchez-Rodriguez 6,

Zeitstrafen: 6 min – 10 min,

Siebenmeter: 3/2 – 2/2, Rot: Ludwig (50/ohne Bericht), Kaufhold (59./ohne Bericht).

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