HSV Apolda vorne top, hinten flop

Köthen/Apolda.  Handball, Mitteldeutsche Oberliga: Der HSV Apolda unterliegt bei der HG Köthen mit 30:32.

Der Apoldaer Bojan Mirilo (rechts) war mit acht Toren bester Werfer seiner Mannschaft. Für den Sieg reichte das nicht.

Der Apoldaer Bojan Mirilo (rechts) war mit acht Toren bester Werfer seiner Mannschaft. Für den Sieg reichte das nicht.

Foto: Jürgen Scheere

Nein, so richtig kann es Patrick Schatz auch einen Tag nach der Niederlage seiner Handball-Männer vom HSV Apolda nicht fassen. Gleich 30 Tore erzielten sie in fremder Halle – und stehen doch mit leeren Händen da. Das sei nun kein Grund, in Panik zu verfallen, wie er bemerkt. Gleichwohl gelte: „Wir dürfen natürlich unsere eigenen Ansprüche und Ziele nicht aus den Augen verlieren“, sagt Schatz.

Es seien am Ende drei Minuten gewesen, in denen man einen möglichen Punktgewinn hergeschenkt habe. Zwischen der 45. und 47. Minute, erzählt Schatz, sei seinen Schützling wahrlich nichts gelungen, stattdessen machte man Fehler zuhauf. „Und Köthen zog in dieser kurzen Phase mit vier Toren davon. Das haben wir nicht mehr aufholen können“, sagt er. Bemerkenswert sei gewesen, dass es weder den Gastgebern noch den Apoldaer gelungen sei, defensiv stabil zu stehen. Es sei eine „Partie ohne Torhüter“ gewesen, wie Schatz sagt. Es habe an dem Tag eben nicht die Situation gegeben, in denen der eigene Keeper „mal einen rausholt“, der am Ende den Unterschied macht. Ein Hoch-und-runter mit offenem Visier sei’s gewesen. „Für die Zuschauer war das bestimmt ganz toll anzusehen“, sagt Schatz. Als Trainer aber hadere man dann eben doch mit dem Abwehr-laissez faire. „Wir haben keinen Zugriff bekommen. Das müssen wir auswerten“, erklärt der HSV-Coach.

Persönlichkeiten fehlen auf dem Parkett

Man dürfe den Saisonstart nun nicht aber gleich kleinreden. Ohne Sebastian Triller und Jan Schindler sei man aufgetreten, nun, in Köthen aber auch ohne Slobodan Veselinovic, der mit einer Wadenverletzung zu kämpfen hat. Freilich, alle drei hätten ihre Qualitäten vor allen Dingen in der Offensive und die hat ja mit 30 Auswärtstoren geglänzt – und doch fehlen sie als Persönlichkeiten auf dem Parkett, um eben auch im Rückwärtsgang besser auf der Hut zu sein. Nach und nach sollen die Rekonvaleszenten aber zurückkehren, das mache Hoffnung, dass man schon bald seinen eigenen Ansprüchen eher gerecht wird. Betrachte man den Auftakt in die Saison, sei die Niederlage von Blankenburg in Ordnung, der Sieg gegen Oebisfelde sowieso. „Nun schmerzt das Remis gegen Glauchau aber mehr, als die Niederlage jetzt in Köthen, wo man auch mal verlieren kann“, sagt Schatz.

Besser werden soll es hoffentlich schon am kommenden Wochenende, wenn dann Plauen nach Apolda kommt. Hier hofft Schatz auch wieder auf die Unterstützung der Fans. 200 könnten rein – wenn sich die Lage in Sachen Corona nicht verschlechtert. Man werde das beobachten, sagt Schatz. Und gegebenenfalls reagieren.