„Ich will stärker zurückkommen“

Notschrei/Oberhof.  Biathlon-Talent Benjamin Menz spricht im Interview der Woche über die verpasste Junioren-WM und Vorbild Martin Fourcade.

Benjamin Menz wurde in der abgelaufenen Saison Gesamtsieger im Deutschland-Pokal und holte im Februar 2019 Platz zwei im Einzel beim European Youth Olympic Festival in Sarajevo.

Benjamin Menz wurde in der abgelaufenen Saison Gesamtsieger im Deutschland-Pokal und holte im Februar 2019 Platz zwei im Einzel beim European Youth Olympic Festival in Sarajevo.

Foto: BEAUTIFUL SPORTS/Gerd Gruendl / imago/Beautiful Sports

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Am Notschrei im Südschwarzwald wurde am Wochenende der Nachwuchs-Deutschlandpokal im Biathlon ausgetragen. Für Benjamin Menz vom SV Motor Tambach-Dietharz endete das Rennen ernüchternd. Der 17-Jährige wurde nur 19. und verpasste so eine mögliche Qualifikation für die Junioren-WM. Wir sprachen mit dem großen Talent, das das Sportgymnasium in Oberhof besucht und von einer Profikarriere träumt.

Ist die Enttäuschung über das Abschneiden verflogen?

Nein, rein gar nicht. Das ganze Rennen ist blöd gelaufen. Läuferisch bin ich in einer Topform, aber leider habe ich am Schießstand versagt, der mir alle Chancen genommen hat. Das zieht sich bei mir wie ein roter Faden durch die Saison.

Fünf Schießfehler sind zu viel. War die Aufregung zu groß?

Ich weiß auch nicht so recht. Ich stehe mir selber im Weg und mache mir zu großen Druck.

Eine mögliche Teilnahme an der Junioren-WM ist durch das Resultat ausgeschlossen. Drückt das die Stimmung zusätzlich?

Schon, aber jetzt nutze ich die restliche Saison, um mich zu stabilisieren. Ich möchte wieder dahin kommen, wo ich mal war.

Sind Einsätze im Nationalkader des DSV nun vorerst ausgeschlossen?

Erstmal theoretisch schon. Aber ich habe noch ein Jahr Schule vor mir, da ist das relativ egal. Nächstes Jahr brauche ich aber einen Platz mindestens im Perspektivkader, um weiter gefördert zu werden.

Ein Rückschlag wie dieser bietet auch immer die Möglichkeit, Rückschlüsse zu ziehen. Welche Lehren nehmen Sie mit?

Das Gefühl hatte ich noch nie, dass es nicht so funktioniert, wie ich mir das vorstelle. Das muss ich mit meinem Trainer Alexander „Ali“ Wolf erst einmal analysieren. Mit ihm stehe ich in engen Kontakt. Er trainiert mich, seit ich 12 bin. Alle meine Erfolge habe ich ihm zu verdanken. Ich hoffe, dass wir da gemeinsam wieder rausfinden und ich deutlich stärker zurückkomme.

Wie sieht der weitere Wettkampf-Kalender aus?

Nächste Woche (25./26. Januar/d. Red.) haben wir einen Deutschlandpokal in Oberhof, Anfang Februar finden die deutschen Meisterschaften in Altenberg statt. Hier möchte ich wenigstens noch ein paar Medaillen holen und zeigen, dass ich mich zuletzt deutlich unter Wert verkauft habe.

Parallel zum Sport befinden Sie sich in der Vorbereitung auf das Abitur am Sportgymnasium Oberhof. Wie bekommt man das unter einen Hut?

Durch den vielen Sport absolvieren wir 13 Jahre Schule bis zum Abitur. Ich gehe jetzt in eine sogenannte zweite elfte Klasse und sammle schon fleißig Punkte. Schulisch läuft es gut, und das Gymnasium kümmert sich gut darum, dass wir genug Zeit zum Trainieren haben.

Wollen Sie danach in den Leistungssport gehen?

Ja, das ist schon mein Anspruch. Gleichzeitig möchte ich aber gerne einen Behördenplatz bei der Bundespolizei annehmen. Man hat bei entsprechender Förderung die Wahl zwischen Bundespolizei und Bundeswehr. Bei der Polizei zu sein, reizt mich aber mehr.

Sie nennen den Franzosen Martin Fourcade als Vorbild. Was fasziniert Sie an ihm?

Wie er über Jahre hinweg das Feld beherrscht hat. Letztes Jahr hatte er auch einmal eine schlechte Phase, ist aber umso stärker zurückgekommen. Das versuche ich auch.

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