In Apolda und Bad Blankenburg: Auskurieren in der Pause

Bad Blankenburg/Apolda.  Wie die langzeitverletzten Handballer Tomas Zeman (HSV Bad Blankenburg) und Sebastian Triller (HSV Apolda) die Corona-Pause erleben

Sebastian Triller, hier noch im Trikot des HBV Jena, wollte in dieser Woche wieder in das Mannschaftstraining des HSV Apolda einsteigen. Daraus wird nun nichts.

Sebastian Triller, hier noch im Trikot des HBV Jena, wollte in dieser Woche wieder in das Mannschaftstraining des HSV Apolda einsteigen. Daraus wird nun nichts.

Foto: Peter Poser

Tomas Zeman durfte zumindest einmal kurz ran: Der Regisseur des HSV Bad Blankenburg spielte nach fast achtmonatiger Zwangspause Anfang November in der vierten Liga mal wieder Handball. Der Tscheche, der sich Ende Februar am Knöchel verletzte, sollte in Freiberg das Spiel mit herumreißen, die Thüringer doch noch siegen lassen. „Schade, dass wir einen so schlechten Tag erwischt haben. Aber ich habe mich gut gefühlt, habe mich ja lang genug auch auskurieren können“, sagt Zeman. Und lacht.

Richtig auskurieren konnte und kann sich nun auch Sebastian Triller. Der Apoldaer Handballer zog sich gleich im ersten Punktspiel, beim Auswärtsspiel in Bad Blankenburg, einen Muskelbündelriss zu. Danach war erst einmal Schluss mit dem Handball, erste leichte Sprünge dürfte der 31-Jährige erst letzte Woche machen: „In dieser Woche wollte ich eigentlich wieder in das Mannschaftstraining einsteigen. Aber daraus wird ja nun nichts“, sagt der gebürtige Weimarer.

Mit Für und Wider

Die Corona-Pause, die den Amateursport bei den Erwachsenen im Frühling und auch jetzt wieder lahmlegt, sie kommt den Langzeitverletzten zugute: „Man sieht das alles mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt Triller, der bei einer Fortsetzung des Punktspielprogrammes „viele schöne Spiele“ verpasst hätte. „Die Corona-Pause hat mir beim ordentlichen Auskurieren der Verletzung sicherlich geholfen“, schätzt auch Tomas Zeman ein.

Gut möglich, dass man zu ungeduldig gewesen wäre, zu früh wieder in das Training und vielleicht auch in die Punktspiele eingestiegen wäre. So aber blieb man geduldig und unterstützte das Team von der Bank aus. Und sowohl Zeman als auch Triller erlebten die Spiele von der Bank gleichermaßen: „Dort zu sitzen ist für mich viel schwerer“, sagt der Apoldaer. „Ich war viel aufgeregter“, stimmt der Tscheche seinen Liga-Kollegen zu.

Bei Sebastian Triller kam noch hinzu, dass er oftmals lautstark versuchte, in das Spiel einzugreifen: „Manchmal war da zwei Tage lang die Stimme so gut wie weg“, sagt der Lehrer für Sport und Geschichte.

Triller macht weiter

Der temporäre Ausflug auf die Bank sorgte aber bei beiden Spielern nicht dafür, dass sie ihre Zukunft kurz- oder mittelfristig als Trainer sehen: „Wenn ich mit dem aktiven Handballspielen aufhöre, dann mache ich erstmal eine längere Pause“, sagt der Apoldaer, der aber die C-Trainerlizenz hat und bereits einmal eine weibliche C-Jugend-Mannschaft trainierte. Doch heute hat sich der Blick auf die Dinge ohnehin für ihn verändert, nachdem er vor sieben Monaten Vater wurde. „Aber ein Aufhören ist dennoch erst einmal vom Tisch“, sagt Triller und beruhigt damit wohl auch etwas seinen Trainer und das Team.

Und auch Tomas Zeman will vom Trainerjob erst einmal nichts wissen: „Da habe ich noch genug Zeit. Ich will jetzt erst einmal wieder auf dem Spielfeld angreifen“, sagt der Tscheche und verspricht: „Ich werde wieder meine Leistung vor der Verletzung bringen.“

Heute, zum jetzigen Zeitpunkt, ist allerdings fraglich, wann es überhaupt wieder in der Mitteldeutschen Oberliga um Punkte gehen wird.

„Nach dem erneuten Abbruch werden wir wohl vor Weihnachten nicht mehr spielen“, ist der Bad Blankenburger überzeugt.

„Hauptsache, es geht im Januar wieder los“, hat auch Sebastian Triller die Hoffnung für dieses Jahr bereits aufgegeben. Er geht davon aus, dass sich der mitteldeutsche Verband der Entscheidung des DHB anschließt: Präsidium und Vorstand des Deutschen Handballbundes (DHB) beschlossen am vergangenen Mittwoch, den Spielbetrieb der 3. Liga coronabedingt bis Ende 2020 auszusetzen.