Interview der Woche: „Der Teamgeist stimmt einfach“

Weißensee.  Andreas Wenzel (Hydro Nordhausen) wird Fünfter bei den mitteldeutschen Meisterschaften

TTV Hydro Nordhausen, Andreas Wenzel

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Foto: Marko Teichmann

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Den fünften Platz holte er sich. Die Nummer eins von Hydro Nordhausen, Andreas Wenzel, hielt die Thüringer Farben hoch und wurde Bester aus dem Freistaat bei den mitteldeutschen Meisterschaften im Tischtennis in Weißensee im Landkreis Sömmerda.

Der 22-jährige Lehramtsstudent für Sport und Geographie in Jena kann zufrieden sein mit dem Ergebnis. Aber Wenzel ist ein ehrgeiziger Sportler und hätte gerne eine noch bessere Platzierung erreicht. Ebenfalls hatte sich Martin Wiegner von Hydro qualifiziert. Er scheiterte in der Vorrunde.

Wir sprachen mit Andreas Wenzel über das Turnier, die Prognosen bei Hydro und wie es losging mit dem Tischtennis.

Mit Platz fünf kann man doch zufrieden sein, oder?

Ja, im Nachhinein schon. Mich ärgert die hohe Niederlage in der Vorrunde gegen Alexander Pazdyka vom MSV Hettstedt. Das war unnötig und so auch nicht zu erwarten. Ärgerlich ist es auch, dass am Ende die weniger erspielten Sätze so ausschlaggebend waren. Einen Podestplatz hätte mir schon gefallen.

Aber das gesteckte Ziel wurde erreicht?

Ja, das schon. Ich wollte in die Endrunde kommen und so lange wie möglich um die Qualifikation für die deutschen Meisterschaften mitmischen. Am Ende waren es knappe Ergebnisse, die auch in die andere Richtung hätten gehen können. Aber so ist das im Sport. Und mit ein paar Tagen Abstand geht das schon in Ordnung so, zumal ich nicht mehr voll trainiere.

Warum nicht?

Ich studiere seit über einem Jahr Lehramt Sport und Geographie in Jena, da bleibt einfach weniger Zeit für Tischtennis. Natürlich halte ich mich durch das Sportstudium generell fit, aber Tischtennis kommt etwas zu kurz. Bei dennoch hohen Training wäre die Qualifikation für die deutschen Meisterschaften das klare Ziel. Aber so merkt man, dass auch andere Jungs spielen können und auch besser waren als ich. Das muss man neidlos anerkennen.

Wenn Sie in Jena studieren, trainieren Sie auch dort bei hiesigen Vereinen mit?

Ja, beim USV oder Schott Jena trainiere ich schon ab und zu. Aber die Intensität wie früher ist nicht gegeben. Das ist ja völlig normal.

An einen Wechsel aber haben Sie nicht gedacht?

Nein, auf keinen Fall. Ich bin ja erst vergangenes Jahr vom Post SV Mühlhausen nach Nordhausen zu meinem Heimatverein gewechselt. Und hier möchte ich auch bleiben. Die Jahre in Mühlhausen haben mich sehr weit gebracht und das möchte ich nun weitergeben. Bei Post habe ich mehrere Jahre in der 3. Liga gespielt.

Bringen Sie uns doch mal Ihre sportliche Laufbahn etwas näher.

Angefangen habe ich mit meinen Großeltern zu Hause und mit meinem Bruder bin ich das erste mal zum Verein gegangen. Da war ich noch ein kleiner Junge. Mein erstes Spiel bei den Männern hatte ich 2008.

Moment, Sie sind 22 Jahre alt, sind 1997 geboren. Und 2008 schon bei den Männern gespielt? Wie geht das denn? Da waren sie gerade einmal elf Jahre alt.

(lacht) Ja, richtig. Mit meinem Bruder und Vater habe ich da zusammengespielt. Das war in der 3. Bezirksliga. Aber fragen Sie mich nicht, gegen wen wir gespielt haben und ob wir gewonnen haben. Aber das war schon was besonderes. Von 2012 bis 2019 habe ich dann in Mühlhausen gespielt – Oberliga, Regionalliga, 3. Liga. Da war so gut wie alles dabei. Zwei Aufstiege habe ich beim Post SV mitgemacht. Und vor fünf Jahren war ich die Nummer neun von Deutschland. Das war mit 17 Jahren im Jugendbereich. Das war meine beste Platzierung überhaupt.

Nun sind Sie wieder in Nordhausen. Was ist der Plan für die kommenden Jahre?

Ich bin einer, der immer von Spiel zu Spiel denkt. Bleiben wir so erfolgreich werden wir auch aufsteigen und dann muss man sehen, wie es weitergeht. Aber momentan läuft es gut bei uns. Und das möchten wir gerne so beibehalten.

Mit Teamkollege Martin Wiegner war ein weiterer Spieler von Hydro mit in Weißensee. Wie fällt Ihr Fazit zu Martin aus?

Martin kann unglaublich stolz auf sich sein. Ich bin es auf jeden Fall. Er hat gegen Timothy Franke von Sponeta Erfurt gewonnen, der in der Oberliga im oberen Paarkreuz spielt. Das macht man nicht mal eben so. Martin ist kämpferisch sehr stark und passt perfekt ins Team. Insgesamt stimmt der Teamgeist bei uns. Das hat man wieder in Weißensee gemerkt. Wie wir uns gegenseitig angefeuert und Tipps gegeben haben. Das war schon klasse und hat man in der Form nicht überall. Und durch dieses Gefüge entstehen unsere Erfolge.

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