Kammlott will bei Wacker Nordhausen bleiben

Nordhausen.  Die halbe Mannschaft will den Fußball-Regionalligisten verlassen. Zwei Spieler sind schon weg.

Carsten Kammlott (Mitte) beim Testspiel gegen Dynamo Dresden (3:2) in Grimma.  

Carsten Kammlott (Mitte) beim Testspiel gegen Dynamo Dresden (3:2) in Grimma.  

Foto: Christoph Keil

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Nur Wacker Nordhausens blau-weiße Leuchtreklame vor dem Albert-Kuntz-Sportpark ist noch nicht erloschen. Auf dem sattgrünen Rasen herrschte am Montagmittag hingegen Stille. Der für Montag geplante Trainingsauftakt des Regionalligateams musste verschoben werden. „Es sind noch ein paar wichtige Dinge zu klären. Bevor das nicht erfolgt ist, macht es keinen Sinn anzufangen“, sagte Tino Berbig, Trainer und Sportlicher Leiter in Personalunion. Gemeint sind wohl wirtschaftliche Eckpunkte, um die Saison im Februar trotz nahender Insolvenz fortzuführen.

Nach zahllosen Gesprächen hat Berbig inzwischen mehr Klarheit, mit welchen Spielern er im besten Falle noch planen darf. Wie unsere Zeitung erfuhr, haben sich nach Jan Löhmannsröben, der nach Münster geht, auch Joy-Lance Mickels und Daniel Haritonov von der Lohnliste des Insolvenzverwalters Peter Staufenbiel abgemeldet. Daneben erklärten mit Lucas Scholl, Tobias Becker, Felix Müller, Florian Esdorf, Cihan Ucar und die Torleute Jan Glinker und Fabian Guderitz, dass sie sich einen neuen Verein suchen werden. Damit steht etwa die Hälfte des Nordhäuser Profi-Kaders nicht mehr zur Verfügung.

Pichinot, Göbel, Beil und andere noch in Gesprächen

Berbig wird das mit den talentierten Youngstern aus der Oberliga-Elf auffangen müssen. Leon Gümpel, Gino Dörnte, Eric Schneider und Paul Kirchner gehörten schon zum Kader der Ersten. „Sie wollen bleiben und haben nun ihre Chance“, sagte Berbig, der gern am Mittwoch ab 17 Uhr mit Profis und Amateuren gemeinsam trainieren will.

Darauf freut sich auch Carsten Kammlott. Der Torjäger erklärte: „Ja, ich will bei Wacker bleiben, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Das habe ich immer gesagt“, so der 29-Jährige aus Nausitz, einem 180-Seelen-Dorf im Kyffhäuserkreis. Dort spulte Kammlott zwischen den Feiertagen sein Trainingsprogramm ab. „Ich habe das noch von RB Leipzig“, lachte Kammlott, der aber endlich wieder Fußball spielen will. „Über das Karriereende denke ich noch nicht nach“, so der Stürmer, der aber den kurzen Weg zur Arbeit nach Nordhausen weiter bevorzugt.

Neben Kammlott können sich auch Leistungsträger wie Nils Pichinot, Florian Beil und der gegenwärtig verletzte Christoph Göbel vorstellen, bei Wacker zu bleiben. Auch mit Maurice Pluntke, Oliver Genausch, Lucas Stauffer, Philipp Blume, Stepan Kores oder Vladimir Kovac führt der Sportliche Leiter aktuell Gespräche. Im Tor hätte Berbig gern Josip Jokanovic behalten. „Denn die Handschuhe ziehe ich mir sicher nicht wieder an“, so der ehemalige Keeper.

Insolvenzverfahren soll Mitte Januar eröffnet werden

Wirtschaftlich ist das Ende der Spielbetriebs-GmbH seit der Aufdeckung des 9,7-Millionen-Loches im November beschlossene Sache. Präsident Nico Kleofas war es nicht gelungen, das fehlende Privat-Darlehen von Investor Carlo Knauf auszugleichen. 1,5 Millionen Euro fehlten plötzlich, um aktuell Gehälter und Rechnungen zu bezahlen. Warum die „Ehe“ mit dem Gips-König in die Brüche ging, ist immer noch unklar. Kleofas arbeitet jedenfalls nun im Hintergrund mit seinen Präsidiumskollegen an der Bewältigung der Krise. „Ziel des Vorstandes bleibt es, den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten“, so Vizepräsident Hans-Joachim Junker. Es sei aber nicht ganz einfach, in der schwierigen Lage neues Sponsorengeld für Wacker zu besorgen, so Junker.

Insolvenzverwalter Peter Staufenbiel aus Mühlhausen erklärte, er wolle am Zeitplan festhalten. „Es geht nicht so schnell, wie ich es mir anfangs vorgestellt habe. Aber trotzdem will ich wie geplant bis Mitte Januar das Gutachten erstellen und dann das Insolvenzverfahren eröffnen, damit Spieler und Mitarbeiter der GmbH ihr Ausfallgeld rückwirkend für die letzten beiden Monate erhalten“, so Staufenbiel.

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