Karate: „Der Titel wäre drin gewesen“

Budapest/Heiligenstadt.  Die Heiligenstädterin Amelie Lücke hat bei der Karate-Nachwuchs-EM Bronze geholt. Im Interview der Woche spricht sie über ihren größten Erfolg.

Größter Erfolg ihrer noch jungen Karriere: Die Heiligenstädterin Amelie Lücke holt bei der Nachwuchs-EM in Ungarn die Bronzemedaille.

Größter Erfolg ihrer noch jungen Karriere: Die Heiligenstädterin Amelie Lücke holt bei der Nachwuchs-EM in Ungarn die Bronzemedaille.

Foto: Uwe Petzl

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Die Freude war riesig, der Jubel deshalb groß: Die Heiligenstädter Karatekämpferin Amelie Lücke hat bei der Nachwuchs-Europameisterschaft in Budapest (Ungarn) die Bronzemedaille in der Altersklasse U 18 und der Gewichtsklasse über 59 Kilogramm geholt. Im Interview der Woche spricht die 16-Jährige unter anderem über den Verlauf dieses ganz besonderen Turniers, die Reaktionen auf EM-Bronze, ihre Vorbereitung, die nächsten sportlichen Ziele und ein eingelöstes Versprechen mit ihrem Freund.

War der dritte Platz bei der EM dein bisher größter sportlicher Erfolg?

Ja, definitiv. Ich hatte mir vorgenommen, eine Medaille zu holen. Eigentlich sollte es Gold werden, aber ich bin auch mit dem dritten Platz sehr sehr zufrieden.

Wäre sogar mehr möglich gewesen?

Ich denke schon. Der Titel wäre drin gewesen. Ich glaube auch, dass ich im Finale gute Karten gehabt hätte, denn dort hätte ich meine Gegnerin gut gekannt. Im Halbfinale hat es leider nicht so geklappt, da hätte ich es besser machen müssen. Der Kampf dort ist etwas unglücklich gelaufen. Ich habe mir gleich einen Fußtritt eingefangen und 0:3 zurückgelegen. Immer, wenn ich dann aufgeholt habe, hat meine Gegnerin wieder gepunktet. Das passiert mir eigentlich sehr selten. Ich bin etwas zu hektisch geworden.

Wie liefen die Duelle vorher?

Meine Gegnerin aus dem ersten Kampf kannte ich, die anderen nicht. Das war meine zweite EM, letztes Jahr bin ich erstmals bei einer WM gestartet. Ich kannte nur die Favoriten.

Wie sind die Reaktionen nach dem Gewinn der Bronzemedaille ausgefallen?

Nachdem ich den Kampf um Platz drei gewonnen hatte, bin ich zu meinen Freunden gestürmt, auch die Trainer und Physiotherapeuten sind gleich gekommen. Danach bin ich zu meiner Familie auf die Tribüne gelaufen. Mein Freund hat auch bei der EM gekämpft und Gold geholt. Das war nochmal eine Motivation für mich. Wir hatten uns vorher versprochen, nach der EM ein Foto von uns mit unseren Medaillen zu machen. und dieses Versprechen haben wir eingehalten.

Wie sah die Vorbereitung auf die EM aus?

Drei Wochen vorher hatte ich mir einem Turnier den Zeh gebrochen, musste deshalb eine Woche lang pausieren. Vor den Kämpfen habe ich eine Betäubungsspritze bekommen. Manchmal hat es im Kampf trotzdem ein bisschen weh getan, aber das blendet man dann komplett aus.

Wie lauten Deine nächsten Ziele?

Ich will mich für die nächste EM qualifizieren, dafür werde ich alles geben. Bisher sieht es dafür auch sehr gut aus, ich habe schon viele Qualifikationspunkte geholt. Anfang Mai steht ein großes internationales Turnier in Zypern an, dort möchte ich gerne eine Medaille holen.

Und mittelfristig?

Die WM findet alle zwei Jahre statt. Nachdem ich im vergangenen Jahr bei meinem Aus dort auf der Tribüne saß, habe ich schon gedacht, dass die nächste WM erst in zwei Jahren stattfindet. Ich kann es kaum erwarten, dort wieder zu starten. Das Gefühl dort ist noch einmal ganz anders.

Ist dir in Budapest auch noch etwas Zeit geblieben, um dir die Stadt anzuschauen?

Meine Eltern und meine Schwester sind mitgekommen. Wir sind mal essen gegangen und shoppen, aber dann sind die Wettkämpfe auch schon losgegangen. Eigentlich sollten wir am Montag schon wieder zurückfliegen, aber das ging wegen des Sturms nicht. Ich hatte an dem Tag also frei, habe es aber nicht geschafft, in die Stadt zu gehen, weil ich zu kaputt war. Die EM war schon ziemlich anstrengend.

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