Karate-Übungen auf dem Parkdeck

Eisenach.  Bei Bushido Waltershausen wird wieder trainiert - kontaktlos und unter freiem Himmel.

In ungewohnter Umgebung leitete Klaus Bitsch am Montag das erste Training nach der Pause. 

In ungewohnter Umgebung leitete Klaus Bitsch am Montag das erste Training nach der Pause. 

Foto: Mike El Antaki

Nach den Lockerungen der Corona-Restriktionen kommt der Sport wieder in Bewegung. Wenn auch nur langsam. Mannschaftssportler, unter anderem die Fußballer, gehen noch etwas zurückhaltend an die Umsetzung und befinden sich größtenteils noch in der Phase der Planung angepasster Konzepte.

Dagegen haben die Sportler und Sportlerinnen von Bushido Waltershausen ihre Gi (Karateanzug) wieder angezogen. „Wir sind alle froh, dass es los geht“, sagte Noah Bitsch, der zusammen mit Vater Klaus Bitsch am Montagnachmittag in der Bushido-Außenstelle in Eisenach die ersten Trainingseinheiten nach der Zwangspause leitete. Natürlich ist vieles anders als bisher. Nicht nur, dass die Übungsleiter mit Mundschutz die Anweisungen geben. Trainiert wird vorerst unter freiem Himmel vor dem Dojo auf dem Parkdeck des Einkaufscenters am Bleichrasen. „Das ist ungewohnt, aber besser als gar kein Training“, betont Noah. Er hatte zuletzt viele Online-Trainingsformen angeboten, was jedoch nicht den persönlichen Kontakt ersetzen kann. Nach mehr als acht Wochen, in denen die Kinder daheim waren, sei es wichtig, nun wieder das Gemeinschaftsgefühl im Sport zu erleben, so der 20-fache Deutsche Meister.

Gleich nach Bekanntgabe der neuesten Verordnungen hatte sich Klaus Bitsch daran gemacht, ein Hygienekonzept zu erstellen. „Wir haben alle Richtlinien von Landesregierung und Landessportbund berücksichtigt“, sagt der Bundesjugendtrainer und beklagt, dass sich einige Kommunen noch querstellen. Umso erleichterter war er, als die Verantwortlichen in Eisenach und am Stammort in Waltershausen grünes Licht gaben.

Beim Trainingsablauf sind freilich viele Auflagen einzuhalten. Die Teilnehmer der jeweiligen Gruppe tragen sich zunächst in eine Liste ein und werden anschließend von Vater oder Sohn Bitsch auf mit Hütchen markierten Plätze aufgeteilt. Dadurch lasse sich ein Abstand von 1,5 Metern gut einhalten. Kontaktlos geht es auch bei den absolvierten Übungen zu, wobei derzeit hauptsächlich an den Basics, also Abwehr- und Angriffstechniken der Karate-Grundschule, gearbeitet wird. Alle Kinder haben die Vorgaben diszipliniert umgesetzt, lobt Klaus Bitsch und freut sich schon auf den 1. Juni: „Dann dürfen wir, nach jetzigem Stand, wieder in die Halle.“