Kaum Interesse an Schiedsrichter-Lehrgang im KFA Westthüringen

Bad Liebenstein  Für den Fußball-Anwärterlehrgang sagten bisher erst zwei Teilnehmer zu. Schiedsrichter-Boss Christian Eckelt sieht viele Probleme.

Ärgerlicher Trend: Immer weniger junge Leute interessieren sich für das Schiedsrichter-Dasein.

Ärgerlicher Trend: Immer weniger junge Leute interessieren sich für das Schiedsrichter-Dasein.

Foto: Arne Dedert

Der Blick in das elektronische Postfach sorgte bei Christian Eckelt für Ernüchterung. Ganze zwei Sportfreude haben bisher Interesse am neuen Anwärter-Lehrgang für Schiedsrichter bekundet, der im Januar eigentlich stattfinden soll. In der Hoffnung, dass sich noch der eine oder andere Teilnehmer findet, verlängerte man die Frist bis Ende dieser Woche.

"Das ist natürlich absolut unbefriedigend und traurig", sagt der Vorsitzende des Schiedsrichterausschusses im KFA Westthüringen. Freilich sei die Teilnehmerzahl in den letzten Jahren zurückgegangen. Waren es in den Hochzeiten über 30 Anwärter, beschränkte sich die Anzahl zuletzt im untersten zweistelligen Bereich. Dennoch sind zwei Anmeldungen ein trauriger Negativwert.

"Dabei brauchen wir alle ja Schiedsrichter, um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten", sagt der Bad Liebensteiner. Doch das schwindende Interesse sei kein neues Phänomen. "Es kommen viele Faktoren zusammen. Der Unparteiische wird heutzutage teilweise wegen nichtiger Entscheidungen von Spielern oder Trainern angegangen. Die Probleme, die manche außerhalb des Sportplatzes mit sich herumtragen, werden an ihm ausgelassen. Ich bin ja selber als Beobachter bis zur Verbandsliga unterwegs. Was man da allein für sprachliche Auswüchse erlebt, ist schlimm. Ich weiß nicht, was das soll. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln", sagt Eckelt.

Dabei sei der Job als Schiedsrichter eigentlich ein interessantes Hobby. "Für die Persönlichkeitsentwicklung ist es ein gutes Beispiel. Verantwortung übernehmen, mit anderen in Dialog treten, Entscheidungen treffen. Aber man kann die Jugendlichen schon verstehen, dass sie das nicht mehr machen wollen, wenn sie nur beschimpft werden", wirft er ein.

Im Gegensatz zu anderen Fußball-Kreisen hat der KFA Westthüringen glücklicherweise noch nicht über einen Schwund im Rahmen der Pandemie zu klagen. "Hier gibt es gar keinen Verlust. Mir hat noch keiner gesagt, dass er aufhört. Mögliche Abmeldungen sind die üblichen, wenn ein Ortswechsel ansteht oder die Gesundheit es nicht zulässt", so Eckelt. Bisher könne man sicherstellen, dass nach einer Pause eine hohe Spielanzahl besetzt wird. In der Kreisoberliga etwa soll auch weiterhin mit drei Unparteiischen gespielt werden. "Ich habe an alle appelliert, sich fit zu halten. Jeder braucht seine Gesundheit, wenn das Training wieder nach oben gefahren wird."