Sportpolitik

Kein siebtes Siegel

Großbreitenbach.  Der Karateverein Budokan Großbreitenbach hat das Präventionssiegel des Landessportbundes erhalten

Der Karateverein Budokan Großbreitenbach schreibt die Nachwuchsarbeit ganz groß, bietet Karate als Schulsport an und ist am Wohl seiner jungen Sportler interessiert. Auch für diese Sorgsamkeit gab es vom Landessportbund das Präventionssiegel.

Der Karateverein Budokan Großbreitenbach schreibt die Nachwuchsarbeit ganz groß, bietet Karate als Schulsport an und ist am Wohl seiner jungen Sportler interessiert. Auch für diese Sorgsamkeit gab es vom Landessportbund das Präventionssiegel.

Foto: René Röder

Gut gefüllt war die Sporthalle am Vitzberg in Großbreitenbach, als sich letzten Freitag vor allem die jungen Karateka mit einer Leistungsschau für das gerade verliehene Präventionssiegel „Sportverein aktiv im Kinderschutz“ bedankten.

Insgesamt dreimal durchliefen die Großbreitenbacher Weiß-Kittel geduldig ihr Show-Programm, ganz ohne zu murren. Budokan-Trainer_Jörg Gropp: „Zunächst haben wir nochmal generalgeprobt, dann stand das mdr-Fernsehen unter Zeitdruck. Der Bericht sollte ja noch rechtzeitig ins Thüringen-Journal kommen. So haben wir das Programm vorgezogen und dann wollten wir es aber auch für die geladene Lokal-Prominenz noch einmal perfekt präsentieren.“

Es hat alles perfekt geklappt, sogar die Bretter-Stapel und drei Betonplatten, die der 60-jährige Vereinschef Rainer Finn mit einem Handschlag traktierte, fielen in sich zusammen. Nicht nur die Gäste wie die Landrätin Petra Enders oder der Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes, Thomas Zirkel, staunten. Vereinschef Finn: „Das sieht leicht aus, sollte man aber nicht ungeübt nachmachen.“

Viel wichtiger als sein meisterlicher Schlag war für Rainer Finn die Verleihung des Präventionssiegels. Finn: „Unsere Kinder sind neben der eigenen Gesundheit das höchste Gut, was wir besitzen. Nichts verdient mehr Aufmerksamkeit und Fürsorge. Wir begleiten sie ein Stück ihres Lebensweges und fördern Selbstvertrauen und Respekt. Dafür stehen wir als Verein.“

Das Siegel ist ein öffentliches Zeichen, dass sich der Verein im Kinderschutz wirklich stark engagiert. Es wird einen Platz im Foyer der Halle am Vitzberg finden. Auch der auszeichnende LSB-Hauptgeschäftsführer Thomas Zirkel hob die Bedeutung diese Auszeichnung hervor. „Das Siegel ist ein Qualitätsmerkmal. Es soll für Eltern ein sichtbares wesentliches Entscheidungskriterium bei der Wahl eines Sportvereins für ihre Kinder sein.“

Einfach so bekommt dieses Zertifikat ein Verein aber keineswegs. Im Vorfeld der Bewerbung mussten anspruchsvolle Bedingungen erfüllt werden. Dazu zählt die gemeinsame Überarbeitung der Jugendordnung mit den Kindern und Jugendlichen des Vereins, die Benennung und Qualifizierung von zwei Kinderschutz-Verantwortlichen oder die Aufnahme des Themas in die Satzung. Zudem hat der Verein ein Präventionskonzept erstellt. Rainer Finn: „Dass Kinder und Jugendliche in unserem Verein in guten Händen sind, ist nicht neu. Das war immer so. Nun gehen wir auch noch intensiver auf die Kinder und Jugendlichen zu, wollen Vertrauen schaffen und helfen, wenn es Probleme gibt“, so Finn und der Vereinschef ergänzt: „Wir haben immer ein offenes Ohr, für jeden in unserem Verein.“

Geachtet wird bei Budokan außerdem auf einen angemessenen Umgangston im Vereinsleben. „Das ist gerade beim Kampfsport wichtig, da kann ja auch mal ein Schlag unbeabsichtigt daneben gehen“, so Trainer Jörg Gropp, der sich besonders um die jüngsten Kämpfer und die Neueinsteiger kümmert.

Jegliche Gewalt wird abgelehnt, auch den Drogen der Kampf angesagt. Dabei helfen die beiden anderen Trainer in Großbreitenbach enorm – sie sind Polizisten. Peter Zimmermann ist Einsatztrainer und lehrt Selbstverteidigung bei der Thüringer Polizei. Christoph Schmidt ist Kriminalhauptkommissar und Forensik-Experte in Erfurt, fährt täglich aus seinem Wohnort Egelsdorf bei Königsee dorthin und geht trotzdem auch bei seinem Verein immer wieder auf Spurensuche. „Als Trainer und Erwachsener erkennt man Probleme, die Kinder und Jugendliche quälen oder beschäftigen. Unsere Aufgabe ist es, auf die jungen Menschen zuzugehen, Hilfe anzubieten und durch Vorbildwirkung auch zu helfen.“

Ganz klar. Der Karateverein Budukon Großbreitenbach hat sich das Kinderschutz-Siegel wirklich verdient.

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