Knappe Niederlage, die Hoffnung fürs Heimspiel macht

Erfurt  Basketball-Löwen Erfurt verlieren in den Playoffs der Pro B Spiel eins beim Favoriten WWU Baskets Münster mit 62:75 und glauben dennoch nicht grundlos ans Weiterkommen

Maximilian Kuhle (links, hier beim Heimspiel gegen Elchingen) zeigte einmal mehr seine Scorerqualitäten und war mit 18 Zählern Erfurts bester Punktesammler.

Foto: Sascha Fromm

Die Jungfernfahrt des jugendfrischen Drittliga-Erstlings Basketball-Löwen Erfurt – im Juni 2018 fast aus dem Nichts ins Leben gerufen – hat mit dem Erreichen der Playoffs mit all seinen ganz normalen Aufs und Abs sein selbst gestelltes Ziel schon erreicht.

Nun also die Playoffs im Best-of-three-Modus als Achter der Pro B Süd. Sozusagen die erfreuliche Saison-Zugabe. Mit dem wirklich einzigen Haar in der Suppe: Dem bärenstarken Meister der Nordstaffel, WWU Baskets Münster, als entsprechend hoch dotiertem Gegner zum Auftakt in dessen Halle begegnen zu müssen. Oder gar zum Fraß vorgeworfen zu werden?

Gefressen wurden die Jungs um Trainer Florian Gut nun wahrlich nicht. Ganz im Gegenteil. Obwohl sie ihren Ideengeber David Taylor (verletzt) erneut nicht dabei hatten, fanden sie im ersten Viertel das vom Coach vorgegebene richtige taktische Gegenmittel gegen das bekannt perfekte Pick-and-Roll (Blocken und Abrollen) der Münsteraner und überraschten den Gastgeber mit einer aggressiven Teamverteidigung und erfolgreichen Fastbreaks. Zum Erstaunen der 3000 Zuschauer in der ausverkauften Halle holten die hoch konzentrierten Löwen das Auftaktviertel mit 25:17. Auch weil der für Taylor mit dem zentralen Part des Spielaufbaus betraute Oliver Pahnke über weite Strecken eine richtig gute Partie machte und diese mit acht Punkten, sieben Rebounds, fünf Assists und drei Steals krönte. Wie immer treffsicher auch Maxi Kuhle, am Ende Erfurts Topscorer mit 18 Punkten.

Münster als der klare Favorit musste reagieren. Und er tat dies im zweiten Durchgang mit aller Konsequenz. Münsters Trainer Philipp Kappenstein war klar: „Das halten die Löwen nicht durch. Vor allem, wenn wir sie mit Pressing übers ganze Feld unter Druck setzen.“ Gesagt und erfolgreich getan! Münster half dabei ein 14-Punkte-Lauf, der das breit aufgestellte Team bis zum 33:28 führte. Die Löwen verloren ihre Linie. Ihre bis dato funktionierende Marschroute bekam Risse, weil Münster zunehmend auch ein Übergewicht in den Rebounds bekam.Wieder einmal wurde deutlich, dass die blutjungen Löwen noch nicht in der Lage sind, eine ganze Partie auf hohem Niveau durchzuspielen. Es ehrt sie umso mehr, dass sie sich im dritten Viertel wieder fingen. Ihr Oldie-Allrounder Robert Franklin nahm sich der Regulierung und Beruhigung des Löwen-Spiels an und brachte den Underdog wieder so in die Spur, dass er den dritten Durchgang mit zwei Punkten plus für sich entschied. Beim 47:53 war noch alles drin. Letztlich verloren die Löwen aber mit 62:75.

Löwen-Trainer Florian Gut bleibt optimistisch: „Wir haben uns gut geschlagen und sind nun umso mehr der Hoffnung, mit einem Heimsieg die Serie ausgleichen zu können.“

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