Mein Kommentar zum FC Rot-Weiß Erfurt: Geduld bleibt ein Fremdwort

Marco Alles über die Turbulenzen beim Fußball-Oberligisten FC Rot-Weiß Erfurt.

Marco Alles

Marco Alles

Foto: Sascha Fromm

Auf diesen Rekord hätte Robin Krüger mit Sicherheit gern verzichtet. Nach seinem abrupten Ende löst er Rudi Gores als Trainer mit der kürzesten Amtszeit beim FC Rot-Weiß Erfurt ab. Der frühere Bundesliga-Profi durfte im Zuge der ersten Insolvenz im Jahr 1997 nach sechs Wochen (und ohne Pflichtspiel) den Verein wieder verlassen. Robin Krüger hatte nicht mal einen Monat lang das sportliche Sagen.

Unabhängig davon, wie es zu dem Zerwürfnis kam; inwieweit Versprechungen nicht eingehalten wurden oder Kompetenzen beschnitten werden sollten; ob gekränkte Eitelkeit auf der einen oder überzogene Vorstellungen auf der anderen Seite eine Rolle gespielt haben; welche Behauptungen der Wahrheit entsprechen und welche eben nicht: Das Bild, das der Verein bei diesem Streit abgibt, könnte nicht peinlicher sein.

Dabei schienen die neuen Verantwortlichen aus der turbulenten Vergangenheit gelernt zu haben. Ein junger Trainer, der den Club kennt, sollte mit talentierten Spielern und Eigengewächsen behutsam eine Mannschaft aufbauen; verloren gegangenes Vertrauen im Umfeld zurückgewinnen und nach einer Phase der Konsolidierung die Regionalliga in Angriff nehmen.

Doch offensichtlich bleibt Geduld ein Fremdwort im Erfurter Fußball. Drei sieglose Spiele reichten aus, um diese Marschroute als Lippenbekenntnis zu entlarven.

Franz Gerber hat den FC Rot-Weiß Erfurt gerettet und viel Geld in den Verein gesteckt. Er besitzt das Recht, hohe Ziele zu verfolgen. Auch in der Oberliga gilt das Leistungsprinzip. Aber ohne Transparenz und eine einheitliche Linie wird es schwer, diese zu erreichen.

Alles auf Anfang beim FC Rot-Weiß Erfurt