Vereinspräsident sorgt sich um Wetter beim Rennsteiglauf

Noch 14 Tage bis zum Rennsteiglauf. Vereinspräsident Jürgen Lange glaubt an weitere erfolgreiche 40 Jahre. Im Interview mit Dirk Pille macht sich der Erfurter höchstens Sorgen um das Wetter am 12. Mai.

Am 12. Mai zieht es die Langstreckenläufer zum vierzigsten Mal auf den Thüringer Höhenweg zum Rennsteiglauf. Foto: Marco Kneise

Am 12. Mai zieht es die Langstreckenläufer zum vierzigsten Mal auf den Thüringer Höhenweg zum Rennsteiglauf. Foto: Marco Kneise

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Wann haben Sie als gebürtiger Hesse zum ersten Mal vom Rennsteiglauf gehört?

Wir wussten damals in Kassel, dass es da im Thüringer Wald einen unglaublichen Lauf mit 10 000 Teilnehmern geben soll. Mehr nicht. Ein Start war für einen Westdeutschen ja nur konspirativ möglich, wenn einem Verwandte oder Freunde eine Startkarte unter falschem Namen besorgen konnten.

Wann starteten Sie zum ersten Mal zum Rennsteiglauf?

Obwohl ich mit meiner Familie seit 1993 in Erfurt lebe, bin ich erst 1996 erstmals beim Halbmarathon angetreten. Ich hatte einfach Ehrfurcht vor dem Marathon auf dem Rennsteig. Das ist schließlich keine Durchschnittsware. Seit meiner Premiere war ich dann jedes Jahr beim Rennsteiglauf dabei.

Waren Sie immer Läufer?

Als junger Kerl bin schon Marathon gelaufen. Dann als Student in den USA, dort konnte ich meine Studiengebühren durch sportliche Leistungen reduzieren. Nach einer Pause durch den Beruf habe ich 1995 wieder mit dem regelmäßigen Laufen angefangen.

Haben Sie Ihre Familie angesteckt?

Meine Söhne nicht so ganz. Aber meine Frau Sabine bestreitet nach ihrem Debüt vor drei Jahren gleich ihren dritten Supermarathon.

Mussten Sie sich auf dem Rennsteig auch mal quälen?

Es ist jedes Mal eine Herausforderung, die aber letztlich immer Spaß gemacht hat. Mein Motto lautet: Der Schmerz vergeht, der Stolz bleibt.

Wie kommt man in Schmiedefeld mit einem Lächeln ins Ziel. Gibt es ein Rezept?

Das Rezept lautet Training. Ich beginne immer zu Weihnachten mit meiner Vorbereitung. Ich versuche dann drei- bis viermal die Woche eine Stunde zu laufen. In der unmittelbaren Vorbereitung des Marathons laufe ich am Wochenende dann über zwei Stunden.

Mussten Sie länger überlegen, als man Ihnen 2004 das Amt des Präsidenten des Rennsteiglaufvereins antrug?

Ich war seit 2000 Vizepräsident, hatte mich vor allem um das Sponsoring und Marekting gekümmert. Als ich dann gefragt wurde, ob ich den Präsidenten-Posten annehmen würde, war es mir eine Ehre.

Was war Ihre Aufgabe nach der überstandenen Krise des Laufes Ende der 90er-Jahre?

Ich sollte auf Bitte des damaligen Präsidenten Prof. Gerd Scarbata nach unerfreulichen Schlagzeilen um die angeblich unsichere Zukunft unseres Laufes und dem Rücktritt von Hartwig Gauder als Vizepräsident helfen, Ruhe ins Präsidium zu bringen.

Der Rennsteiglauf steht nach 40 Jahren zum Jubiläum so gut da wie nie zuvor. Wie sehen Sie die Zukunft von Thüringens größtem Sportfest?

40 Jahre gibt es unseren Lauf. Es wird ihn auch weitere 40 Jahre geben, wenn wir die jungen Leute mit Spaß am Laufen und Organisieren gewinnen.

Was ist das Erfolgsrezept des Rennsteiglaufs?

Das Ding ist handgemacht und fast perfekt. Uns gelingt der Spagat zwischen Tradition und Moderne. In der Organisation übergeben wir den Staffelstab. Gesamtleiter Jörg Brömel, dem mein herzlicher Dank gilt, gibt seine Erfahrungen von 16 Läufen an Marcus Clauder weiter, der neuer Geschäftsführer der Rennsteiglauf-GmbH ist.

Gibt es etwas, über dass Sie sich am 12. Mai sorgen müssten?

Höchstens über das Wetter. Es wäre schön, wenn es beim Jubiläum nicht zu kalt oder zu warm wäre und es keinen Sturm oder Dauerregen gibt.

Haben Sie die Meldezahlen von bereits über 15 000 Teilnehmern überrascht?

Doch schon. Vor allem beim Supermarathon, wo wir mit etwa 2900 Startern die höchste Zahl seit Bestehen erwarten. Da gibt es europaweit nichts Vergleichbares.

Was ist Ihnen von Ihrem ersten Rennsteiglauf am stärksten in Erinnerung geblieben?

Einerseits Schleim, Fettbrote oder Bier an den Verpflegungsstellen. Und dann das gemeinsame Duschen von Männern und Frauen im Wald. Alles Sachen, die mir bis dahin noch nie bei Läufen begegnet waren. Dazu kam die Feier im Festzelt. Unglaublich wie Menschen, die sich tagsüber so geschunden haben, nachts noch so ausgelassen und ausdauernd feiern können.

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