Rennsteigstaffellauf: Marathon-Mann Bräutigam sichert Wintersport-Assen das Triple

Eisenach. Bei den Frauen gewinnen erneut Oßwalds Skickas und Haglöfs LT Erfurt die Mixed-Konkurrenz beim Rennsteigstaffellauf.

Schlussläufer Marcel Bräutigam brachte Günthers Männer nach 171 km wieder als Sieger ins Ziel .Foto: Marco Kneise

Schlussläufer Marcel Bräutigam brachte Günthers Männer nach 171 km wieder als Sieger ins Ziel .Foto: Marco Kneise

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Keine Überraschungen beim 16. Rennsteigstaffellauf: Wie schon 2012 und 2013 erreichten die mit Wintersport-Assen gespickten Günters Männer nach 171,3 km in 10:18:21 h als erste das Ziel in Hörschel. Bei den Frauen gelang Oßwalds Skickas, in der Mixed-Konkurrenz Haglöfs Laufteam Erfurt um Annett Horna und Patrick Letsch ebenfalls das Sieg-Triple.

Bei 15 Grad setzte Thüringens stärkster Marathonläufer Marcel Bräutigam den Schlusspunkt für das Männerteam um die Skilangläufer Tim Tscharnke und Thomas Bing mit Radbegleiter Jens Filbrich vor TU Ilmenau Runners. "Ich hatte wegen des Vorsprungs keinen Druck, wollte einen schnellen Trainingslauf machen und bin mit meiner Zeit absolut zufrieden", sagte der 26-Jährige Erfurter Polizist.

Trotzdem hätte er am Samstag noch schneller sein können, hätten ihn nicht Verdauungsprobleme ins Gebüsch gezwungen. Eine knappe Minute ging so verloren. "Wenn es über Stock und Stein geht und die Erschütterungen größer sind als auf ebener Strecke, kann so etwas schon passieren", sagte Bräutigam, den Freundin Katrin im Ziel herzlich in Empfang nahm.

Auf Rang drei lief unterdessen erstmals das Team des Rennsteiglaufvereins um Christian König und Christian Seiler. "Der Fluch des vierten Platzes ist endlich gebrochen", freue sich Vereinspräsident Jürgen Lange über die Podiumspremiere.

Insgesamt 138 Männer- und 16 Frauenstaffeln sowie 73 gemischte Teams erreichten bei der 16. Ausgabe des Staffellaufs Hörschel und durften gemäß der Tradition ein vom Startort Blankenstein mitgebrachtes Steinchen in die Werra werfen. Nur drei Teams mussten das Rennen vorzeitig aufgeben. "Es gab aber keine Verletzungen, alle sind gesund", gab Lange nach dem Rennen Entwarnung.

Auch die Organisation, die der Rennsteiglaufverein in diesem Jahr erstmals alleine stemmt, habe reibungslos funktioniert, sagte Lange. Dafür bedankte er sich bei den etwa 300 Helfern, die bei Start und Ziel sowie an den Wechselstellen und den Verpflegungsposten auf der Strecke das Rückgrat der Veranstaltung bildeten. Bei den Läufern sei vor allem eine Neuerung gut angekommen: die Duschen in Hörschel.

Dort feierten Hunderte Läufer, Helfer, Freunde und Neugierige am Abend eine große Party, inklusive Fußball-WM. Mittendrin war auch Marcel Bräutigam, der sich über die tolle Stimmung freute und der Veranstaltung eine "enorme Leistungsdichte" bescheinigte. Wildes Feiern war für den Langstreckler trotzdem nicht angesagt: Er gönnte sich nur ein paar alkoholfreie Hefeweizen.

Bräutigam soll 2015 ins Vereinsteam wechseln

Gestern war eine lockere Fahrradrunde in Richtung Neudietendorf-Gotha-Arnstadt angesagt. Kommenden Sonntag wartet mit einem 10-km-Lauf in St. Petersburg schon der nächste Höhepunkt auf Bräutigam. Im Herbst wird er beim Berlin- oder Köln-Marathon starten und am 12. Oktober über die 42,195-km-Strecke bei den europäischen Polizeimeisterschaften gehen.

Und der Rennsteigstaffellauf 2015? "Da bin ich ganz sicher wieder dabei, wenn ich gesund bin", kündigte Bräutigam an. Ob er dann wieder eine von Günters Männern sein wird, ist derzeit noch offen. Jürgen Lange hätte das Lauf-Ass, das Mitglied im Rennsteiglaufverein ist, wie Christian König und Christian Seiler beim Staffel-Lauf gern im Haus-Team dabei. "Aber es zeigt ja auch, dass wir das alles nicht zu verbissen sehen", sagte Lange milde. Bräutigam meinte salomonisch: "Beide Mannschaften hätten mich gern dabei - keine leichte Entscheidung."

Sicher ist unterdessen jetzt schon: Auch 2015 wird der Etappenlauf, der diesmal Starter aus Bayern, Sachsen, Berlin und Norddeutschland anlockte, eine feste Adresse im Laufkalender sein. Und auch der Humor bleibt bei Mannschaftsnamen wie Wadenkrampf Berlin, Kenias letzte Reserve, Hainich-Wildkatzen oder Koma-Läufer nicht auf der Strecke. Die TA-Staffel kam übrigens als 75. in neuer Rekordzeit von 14.32:45 ins Ziel.

Nächste Staffel-Termine: 5. Juli : Ultra-Lauf (Fröttstädt), 12. Juli :Saale-Horizontale (Jena), 23. August: Schiller-Staffellauf (Saalfeld), 13. September: Wartburg-Staffellauf (Rennsteig).

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