Wintersport-Männer am schnellsten beim Rennsteigstaffellauf

Hörschel  Hörschel. 168 Kilometer als Staffel über den Kammweg: Wintersport-Männer und Erfurter Mixedteam triumphieren. Premierensieg für junge Frauen-Mannschaft.

Geschlossen in die Fluten: Bei 14 Grad draußen und 13 Grad in der Werra gönnte sich das Ilmenauer Mixed-Team nach Platz drei ein Bad – Martin Wallebohr, Markus Göttert, Alexandra Meier, Matthias Göbel, Antje Damrau, Thomas Kühlmann, Aline Meisel, Polina Upitis, Remo Reichel, Maria Lehmann. Foto: Alexander Volkmann

Foto: zgt

Marcel Bräutigam durfte strahlen, bekam das anerkenndene Schulterklopfen seiner Mitstreiter, aber auch der Rivalen. Thüringens derzeit bester Marathon-Mann (2:17 Stunden) war soeben für die Wintersportler von „Günters Männer“ als Schlussläufer beim 17. Rennsteigstaffellauf zum Sieg gespurtet. „Es war gar nicht so leicht“, sagte der Erfurter im Ziel in Hörschel.

Zwar hatten Weltcup-Skilangläufer wie Tim Tscharnke und Thomas Bing in dem Zehner-Team viel Vorarbeit geleistet. Jedoch beim letzten Wechsel an der Hohen Sonne, als die letzten 15 der 168,5 Kilometer begannen, war Bräutigam zeitgleich mit Robin Schade, dem Schlussläufer der X-Runners, auf die Strecke gegangen. Und Schade attackierte, setzte sich gar ein Stück ab. „Aber nach drei Kilometern habe ich gekontert“, so Bräutigam, der nach 10:28:35 Stunden, mit fast acht Minuten Vorsprung , das Tor zum Rennsteig erreichte.

Die Bergab-Etappe war der 27-Jährige in einem Rekord-Kilometer-Schnitt von 3:16 Minuten gesaust – nicht mal einen Tag nachdem er in Osterrode einen 3000-Meter-Lauf in 8:45 Minuten be-stritten hatte. „War eine gute Doppelbelastung“, sagte der Ausdauerspezialist, der im Herbst beim Frankfurt-Marathon seine Bestzeit steigern will.

Der Auftritt mit den Wintersportlern war für ihn eine Rückkehr zu seinen Wurzeln – denn als Sommerbiathlet fing Bräutigam einst seine Karriere an. Dass sein Team den Staffelrekord, gehalten von Ohra-Hörsel/Town & Country, um eine halbe Stunde verpasste, störte ihn nicht. „Es ging ums Teamgefühl, und das war, umgeben von der tollen Stimmung an den Wechselpunkten und im Ziel, einfach super“, sagte Bräutigam. Er betreibt seinen Sport als Autodidakt, ohne Trainer.

Rennsteigkönig Seiler musste verletzt verzichten

Eine halbe Stunde nach Bräutigam kam wie im Vorjahr das Männerteam vom ausrichtenden GutsMuths-Rennsteiglaufverein an. Aber die schnellen Jungs um Alexander Fritsch mussten auf Christian Seiler verzichten. Der Rennsteig-König sagte kurzfristig seinen Start ab, nachdem er sich an einem rostigen Nagel verletzt hatte.

Ohne Probleme kam Rennsteig-Marathonrekordlerin Nora Kusterer durch – und das auf der beinharten Bergan-Auftaktstrecke von Blankenstein nach Grumbach. „Die hatte ich vor vier Jahren schon mal, die wollte ich unbedingt bestreiten“, verriet die 25-Jährige lächelnd. Die Jenaerin hatte nach 1:13 Stunden für die schweren 18,1 Kilometer das Haglöfs-Laufteam in der Mixed-Konkurrenz an die Spitze gebracht, welche das Erfurter Team nicht mehr hergab. In 11:36:46 Stunden gewann die Truppe um Langstrecken-Ass Rico Schwarz, wie in den letzten drei Jahren, mit über einer halben Stunde Vorsprung vor KS-Sportworld und den TU Ilmenau Runners. Und Lauffloh Kusterer überraschte: „Ich mache das derzeit mit 30 Wochenkilometern – ich zehre noch von meiner Form vom Rennsteiglauf.“

Neue Siegerinnen erlebte das Frauen-Feld: Nachdem sich die Damen von Sport Luck im Vorjahr verlaufen hatten und „nur“ Dritte geworden waren, eroberten sie diesmal souverän die Krone. Da die Gewinner von 2014, die jungen Wintersportlerinnen Oßwald Skickas, diesmal verletzungsbedingt keine komplette Frauenstaffel besetzten, war der Weg frei für die „Lucks“ um die beiden Rennsteiglauf-Siegerinnen Nicole Kruhme und Lydia Walther frei. Sie gewannen in starken 12:48:16 h. Auf Rang drei steigerte sich der LTV Erfurt.

Und noch eine Frau strahlte: Katrin Müller. Die Erfurterin ist die Freundin von Marcel Bräutigam, kam durch den Marathon-Mann im Vorjahr überhaupt erst zum Laufen. „Mein erster Auftritt am Rennsteig, und es lief toll!“, freute sich die 23-Jährige, die mit den SC Impuls Athletik-Girls sieben Stunden langsamer als Bräutigams Team war. Doch die Freude trübte das beim Wiedersehen zur Läufer-Party keine Spur.

Mehr Fotos vom Staffellauf unter www.thueringer-allgemeine.de/sport

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