Mädchen aus der Provinz schlägt allen ein Schnippchen

Erfurt.  Bei den Hallenlandesmeisterschaften im Mehrkampf sichern sich die Erfurter Leichtathleten 18 Podestplätze. Frieda Kupfer ragt heraus.

Außergewöhnlich: Frieda Kupfer (links), erst kürzlich zum Erfurter LAC gewechselt, lief und sprang sich ins Rampenlicht.

Außergewöhnlich: Frieda Kupfer (links), erst kürzlich zum Erfurter LAC gewechselt, lief und sprang sich ins Rampenlicht.

Foto: Theo Schwabe

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Die Hallenlandesmeisterschaften im Mehrkampf standen ganz im Zeichen des talentierten Leichtathletik-Nachwuchses der Altersklassen U14 und U16. Auch mit Blick auf die mitteldeutschen Halleneinzelmeisterschaften am 1. Februar in Halle/Saale, wo allerdings nur die Mädchen und Jungen der Altersklasse 15 startberechtigt sind. Und da ruhen die Hoffnungen vor allem auf Benedikt Thomas Wallstein vom Erfurter Coubertin-Gymnasium, der sich mit 2992 Punkten Silber mit nur sechs Punkten Rückstand auf David Krivan (LC Jena) sicherte. Die Stärken Wallsteins liegen im 60-Meter-Hürdensprint und im Weitsprung, wo er durchaus zu Titelehren kommen kann.

Bei den Mädchen setzte Carolin Adler (Erfurter LAC) gleich mehrere Achtungszeichen, auch wenn ihre 2535 Zähler nur zum zweiten Platz reichten. Am Sieg der Jenaerin Chantal Rimke konnte Adler nicht rütteln. Dafür knackte sie die Norm für die Mitteldeutschen im Weitsprung mit Bestweite von 4.94 m. Gemeinsam mit Caroline Freitag und Alina Sophie Lorbeer demonstrierten sie mannschaftliche Geschlossenheit und gewann die Fünfkampf-Mannschaftswertung überlegen vor dem Team des ASV Erfurt mit Mia Kirchner, Annika Gerlach und Karla Babeck. Mit Blick auf die Hallen-Landesmeisterschaften am 25./26. Januar brachte sich Mia Kirchner (ASV) bestens in Schwung. Im Weitsprung gelang ihr mit 4,94 m eine neue persönliche Bestleistung. Titelambitionen wird am kommenden Wochenende auch Caroline Freitag (ELAC) hegen, die mit 5,26 m die beste Weite aller Starterinnen vermessen ließ.

Einen spannendes Duell lieferte sich Thilo Wolff (ASV) mit Nils Färber (SV Blau-Weiß Bürgel) in der M14. Den Gesamterfolg machte der Bürgeler im Hochsprung klar, wo er starke 1,80 m meisterte. Da konnte Wolff mit 1,68 m noch nicht mithalten.

Geherinnen Junghannß und Schmidt unterbieten DM-Norm deutlich

Für Furore sorgte die 13-jährige Frieda Kupfer aus dem südlichsten Thüringer Zipfel, aus Gleichamberg im Kreis Hildburghausen. Sie wechselte erst kürzlich zum Erfurter LAC und besucht die Sportschule. In Erfurt bisher völlig unbekannt, erkämpfte Kupfer mit 2306 Punkten im Fünfkampf ihren ersten Landesmeistertitel überhaupt. Die Konkurrentinnen hatten die Südthüringerin nicht auf dem Schirm und konnten nur staunen, wie das Mädchen aus der „Provinz“ von Bestleistung zu Bestleistung lief und sprang. Ihre Leistungen im 60-m-Hürdensprint (10,33 s), Weitsprung (4,77 m) und vor allem die 2:39,54 min über 800 m stempeln sie gleich zur mehrfachen Favoritin für die Landesmeisterschaften in den Einzeldisziplinen.

Bei der Entscheidung im 3000-m-Bahngehen mussten mit Jonathan Hilbert, Karl Junghannß, Otto Junghannß, Moritz Schmidt und Marie Meidel die Leistungsstärksten ihren Start aus gesundheitlichen und trainingstechnischen Gründen absagen. Ida Junghannß und Cheyenne Schmidt (beide ELAC) sprangen in die Bresche und qualifizierten sich mit neuen persönlichen Bestleistungen für die deutschen Hallenjugendmeisterschaften in Neubrandenburg. „Wenn ich meine Form unter Trainer Pjotr Zaslavskyy noch steigern kann, möchte ich zur DM in Neubrandenburg erstmals unter 15 Minuten gehen“, so Junghannß, die in 15:16,63 min ins Ziel kam. Für Cheyenne Schmidt blieb die Uhr bei 15:32,82 min stehen. „ Und ich bin ja erst seit gut einem Jahr bei den Gehern“, freute sie sich über ihre Leistung. „Da ich beim Eisschnelllauf keine richtige leistungssportliche Perspektive gesehen habe, bin ich zum Gehen gewechselt.“ Mit Erfolg: Fast von Null auf Hundert sicherte sie sich 2019 bei der DM in Ulm Bronze im 5000-m-Bahngehen.

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