Mit 77 Jahren: Hartmut Erdmann peilt weitere Titel an

Heiligenstadt.  Der Heiligenstädter startet bei den Leichtathletik-Landesmeisterschaften

Hartmut Erdmann freut sich bereits auf die Hallen-Landesmeisterschaften und will noch lange dem Laufsport frönen.

Hartmut Erdmann freut sich bereits auf die Hallen-Landesmeisterschaften und will noch lange dem Laufsport frönen.

Foto: UWE PETZL

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Selbstverständlich war Hartmut Erdmann beim traditionellen Lauf um die Zinkspitze in Hundeshagen als ältester der insgesamt 191 Aktiven am vergangenen Samstag dabei. Das Laufen bedeutet für den 77-Jährigen vom SC Heiligenstadt als fünffacher Groß- und dreifacher Urgroßvater eine Art Lebenselixier, nimmt einen großen zeitlichen Raum ein. Der unverwüstliche Laufveteran, der auch einer der Initiatoren des Heiligenstädter Benefizlaufs sowie Kurparklaufs – heute Kurstadtlauf – ist, sprach über seine lange inhaltsreiche Karriere sowie seine weitere sportliche Zukunft.

Wie lange laufen Sie schon mit hoher Intensität?

Ich habe vor über 60 Jahren im Jahre 1958 mit dem umfangreicheren und organisierten Laufen begonnen. Anfangs bin ich für den Heiligenstädter Sportverein, später dann mit großem Trainingsumfang für den Armeesportclub in Erfurt gestartet. Meinen ersten offiziellen Start habe ich bei den Kreismeisterschaften im Crosslauf gehabt und diesen auf anhieb auch gewonnen. Bis heute habe ich den geliebten Laufsport trotz der Kinder und Familie sowie mehrerer größerer Verletzungen mit großem Engagement und Emotionalität ausgeübt.

Was waren die sportlichen Höhepunkte?

Ich bin nach der Wiedervereinigung etliche Male bei den Europameisterschaften in unterschiedlichen Ländern in meiner Altersklasse gestartet und gewann dabei einmal den kontinentalen Titel über die Mittelstrecke von 800 Meter, zudem schaffte ich noch einige zweite und dritte Platzierungen. Weiterhin siegte ich bei etlichen Deutschen Meisterschaften sowie unzähligen Landesmeisterschaften auf der Bahn, der Straße, in der Halle sowie beim Cross- und Berglauf.

Macht Ihnen das Laufen nach so vielen Jahren immer noch uneingeschränkt Spaß?

Trotz der zahlreichen Verletzungen habe ich immer noch sehr viel Spaß und Freude an der ausdauernden Bewegung, freue mich auf jeden Start. Ich trainiere noch einige Male in der Woche auch Schnelligkeit über 100 und 200 Meter. Durchschnittlich bewältige ich wöchentlich insgesamt rund 30 Kilometer.

Sie starten am kommenden Samstag über 400 und 800 Meter bei den Landesmeisterschaften in der Halle. Welche Ambitionen haben Sie?

Ich will in der Leichtathletikhalle in Erfurt die Qualifikationszeit für die deutschen Meisterschaften, die Ende Februar, Anfang März an gleicher Stätte ausgetragen werden, erfüllen. Obwohl ich nicht hundertprozentig fit bin wegen Achillessehnenbeschwerden strebe ich erneut den Titel über beide Laufstrecken wieder an. Bei den nationalen Titelkämpfen peile ich vordere Ränge an.

Welche weiteren Höhepunkte sind für das laufende Jahr geplant?

Ich nehme selbstverständlich wieder am Neunspringer Eichsfeld-Cup mit insgesamt elf Läufen im Ober- und Untereichsfeld teil, habe meinen 25. Gesamtsieg in Folge im Visier. Gleiches gilt für den Südniedersachsen-Cup, den ich zum 22. Mal hintereinander gewinnen möchte. Beide Laufserien sind schon etwas Besonderes. Wie im vergangenen Jahr möchte ich in meiner Altersklasse auch im Meistercup, der sich aus den unterschiedlichen Landesmeisterschaften über 5000 und 10000 Meter auf der Bahn und der Straße sowie im Berg- und Crosslauf zusammensetzt, vorne sein.

Werden wir Sie auch mit 80 Jahren noch beim Start im Freien sowie unterm Hallendach erleben?

Das strebe ich auf jeden Fall noch sportlich an, in drei Jahren noch bei den regionalen Laufveranstaltungen sowie Landes- und deutschen Meisterschaften dabei zu sein. Trotz einiger Wehwehchen fühle ich mich im Augenblick körperlich noch sehr wohl. Ich will solange noch intensiv laufen, wie es der Körper zulässt. Vor allen Dingen muss es mir aber Spaß und Freude bereiten.

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