Gräfenrodaer Frauenpower gegen das Verletzungspech

Gräfenroda.  2. Gewichtheber-Bundesliga: Tabellenführer Gräfenroda ausgerechnet vor Spitzenkampf in Personalnot

Die Frauen sollen es richten: Die Österreicherin Claudia Büller will mit Mari Breitschuh und Julia Perlt in Roding den verletzungsbedingten Ausfall einiger Leistungsträgerkompensieren

Die Frauen sollen es richten: Die Österreicherin Claudia Büller will mit Mari Breitschuh und Julia Perlt in Roding den verletzungsbedingten Ausfall einiger Leistungsträgerkompensieren

Foto: René Röder

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Irgendwie stehen die Zeichen für die Zweitliga-Gewichtheber des SV 90 Gräfenroda zum Jahresstart gar nicht gut. Während für den wichtigen Spitzenkampf der 2. Bundesliga der TB Roding II personell aus dem Vollen schöpfen kann, sogar auf die Erstliga-Heber Kulzer, Jackwerth und Nowara zurückgreifen will, drückt beim gleichfalls noch unbesiegten, aber mit einem verlorenen Gerätpunkt belasteten SV 90 Gräfenroda, ausgerechnet vor diesem Kampf mächtig der Schuh. Trainer René Holtmann: „Aufgrund unserer derzeit vielen Ausfälle wird es in Roding ganz schwer werden.“

In der etwas verzerrten Tabelle führen die Thüringer trotz eines verlorenen Mannschaftspunktes mit 8:1 Punkten auch dank eines überzeugenden 3:0-Sieges (555,55:458,4) über den ESV Freimann München Ende November. Eine enorme Saisonsteigerung bedeuten die 555,5 Relativpunkte nach 526,6 Punkten in Weiden und 482,7 gegen Suhl. Den einen Mannschaftspunkt gaben die Thüringer in Weiden im Stoßen ab. Da vergaben unter dem Eindruck eines schweren Wettkampfunfalls des Weideners Popel vier der sechs Gräfenrodaer Heber ihre Schlusswertungen, retteten mit 1,6 Punkten Vorsprung zumindest einen 2:1-Sieg.

Gegen München überzeugten vor allem Philipp Griebel mit 118,4 (139 kg Reißen/168 kg Stoßen) und André Langkabel mit 114,2 Relativpunkten (136 kg/162 kg). Julia Perlt „scharrte“ an den 100 Punkten, kam mit 56 und 76 kg nach langer Verletzungsodyssee schon wieder zu 91 Zählern.

Nun setzt aber ausgerechnet vor diesem Kampf in Roding am Sonnabend ab 15.30 Uhr eine Handgelenkverletzung André Langkabel außer Gefecht. Holtmann: „Auch Roding hat in dieser Saison noch keinen Kampf verloren. Besonders im Stoßen sind sie eine Macht Aufgrund der vielen Verletzungen müssen wir versuchen die entsprechende Punkte im Reißen zu holen.“

Vor den beiden Schlusskämpfen mit dem Showdown beim unerreichbar scheinenden Erstliga-Absteiger TSV Heinsheim (Saison-Bestmarke 674,4 Relativ!) am 29. Februar in Bad Rappenau dürfen sich die Gräfenrodaer keinen Ausrutscher leisten, müssten unbedingt glatt 3:0 gewinnen, um überhaupt die Titelhoffnungen und die Chance auf das Zweitliga-Finale zu wahren. Der Vizemeistertitel bleibt Minimalziel.

Langkabel wird wohl länger pausieren müssen, aber auch Philipp Stecklum (berufsbedingt) sowie die erkrankten Saskia Brummer und Michael Holtmann fehlen. Mit Frauenpower soll dem entgegnet werden: Marie Breitschuh, Diana Kurbanova und Julia Perlt starten in Gruppe 1, Fritz Heyer, Christina Büller und Philipp Griebel im zweiten Durchgang. Als Ersatzheber steht Nico Holtmann bereit. „Da muss alles stimmen, der kleinste Ausfall könnte alle Pläne durchkreuzen“, so Trainer René Holtmann. „Es zeigt sich, dass wir in der Breite noch nicht gut genug aufgestellt sind. Verletzungen werfen alles durcheinander. Ein Kampf kann die Saison entscheiden.

Deshalb plant Gräfenroda für die neue Saison erstmals auch mit Verstärkungen von außerhalb. Holtmann: „Da ist noch nichts spruchreif, aber zwei, drei Heber, die im Bereich im von 110 bis 130 Punkte erreichen können, haben wir für die neue Saison im Auge, um auch gerade solchen Situationen wie der Verletzungsmisere derzeit besser vorbeugen zu können.“

Die Erweiterung der Trainings- und Wettkampfräume im Wolfstal ist noch immer im organisatorischen Bereich. Der Haushalt des Ilm-Kreises ist noch nicht verabschiedet. Der soll Ende des Monats stehen, dann wird ein Planungsbüro mit der Projektierung beauftragt nach vorlegen des Projekts erfolgt das Genehmigungsverfahren im Bauamt, dann die Ausschreibung an die Firmen. Baubeginn des ersten Abschnittes könnte dann noch vor oder im Sommer sein.

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