Nachspiel zum Mittag nach Niederlage des 1. SSV Saalfeld

Saalfeld.  Die Saalfelder Basketball-Männer wollen in der Landesliga mit Trainer Christian Säuberlich wieder in die Erfolgsspur

Engagiert: Basketball-Trainer Christian Säuberlich vom 1. SSV Saalfeld

Engagiert: Basketball-Trainer Christian Säuberlich vom 1. SSV Saalfeld

Foto: Peter Scholz

Thomas Säuberlich schimpft auf der Tribüne, ärgert sich, versteht die Sport-Welt fast nicht nicht mehr: Der Sportamtsleiter der Stadt Saalfeld war am vergangenen Samstag bei der ersten Saisonpleite seines Sohnes in der Dreifelderhalle „Grüne Mitte“ dabei. Christian Säuberlich konnte als Trainer der Landesliga-Männer des 1. SSV Saalfeld die 56:68-Niederlage gegen den USV Jena II nach dem 49:37-Auftakterfolg gegen Science City Jena V nicht verhindern. Keine 24 Stunden später gab es die Auswertung, am Mittagstisch beim Papa, bei Spaghetti Bolognese.

„Die Niederlage tut uns erstmal nicht weh“, sagt der 39-Jährige, wohl wissend, dass es eine Niederlage gegen den ärgsten Konkurrenten um den Staffelsieg war: „Aber wir haben noch vier Spiele, da kann man noch alles ausgleichen“, macht sich der Sportlehrer an der Sabelschule nicht nur selbst Mut, sondern auch seinen Jungs. Denn das Ziel bleibt weiterhin der Staffelsieg und damit die Beteiligung an den Play-offs.

Säuberlich hat erst Anfang des Jahres das Männerteam von Sören Pudack übernommen, nachdem dieser sich beruflich veränderte. Und der studierte Sportwissenschaftler wusste, dass das Entwicklungspotenzial bei den Männern nicht mehr exponentiell hoch ist. „Da ist das Potenzial in der U 19, die auch Landesliga spielt, viel höher“, so der Saalfelder, der bereits Anfang der 90er Jahre mit seinem Vater beim VfL 06 Saalfeld versuchte, dem Basketball ein zu Hause zu geben. Dann ging es damals zum Studium, die Basketballabteilung schloss sich dem SSV Saalfeld an - und Christian Säuberlich sah aus Jena zu, wie sich der Basketball in der Feengrottenstadt entwickelte. Er selbst spielte zu seiner Jenaer Zeit beim USV, aber das Herz hing natürlich weiter am Saalfelder Sport.

Nach seiner Rückkehr war der Weg zum 1. SSV Saalfeld und eben jenen Basketballern fast vorprogrammiert. Den Trainerposten übernahm er, auch wenn er wusste, dass beim SSV eher Wert auf den Nachwuchs, auf die U 16 und auch U 19 gelegt wird. „Insofern ist das vordringliche Ziel, die jungen Leute zu fördern und sie später vielleicht bei den Männern zu integrieren“, sagt Christian Säuberlich, der seinen Männern eine sehr gute Trainingsbeteiligung, gepaart mit viel Einsatzfreude, attestiert.

Wenn der Fokus beim SSV verstärkt auf den Nachwuchs gerichtet ist, ist damit also ein Aufstieg in Thüringens höchste Spielklasse, der Oberliga, für die Männer ausgeschlossen? „Nein, dass sicher nicht. Wenn wir den einen oder anderen aus dem Nachwuchsbereich in das Männerteam integrieren können, kann man sicher auch solche Ziele haben. Aber da gibt es ja noch vieles anderes zu bedenken und abzuwägen“, sagt Säuberlich, dessen Trainertätigkeit bei den Saalfelder Männer die erste Station als Übungsleiter ist - sieht man einmal von einer Nachwuchsmannschaft in Jena ab.

Zurück zur samstäglichen Heimpleite: „Wir haben nicht einen einzigen Dreier getroffen, da wird es schwierig, zu gewinnen“, sagt Christian Säuberlich. Insofern haben die SSV-Männer die Partie wohl vor allem in der Offensive verloren. Man habe quasi jetzt das schlechteste Spiel für diese Saison gemacht, „noch einmal wird uns das nicht passieren“, ist sich der Trainer sicher. Nicht zuletzt will er ja künftig auch die sonntäglichen Erklärungsversuche am Mittagstisch umgehen.